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Mit Fliegern im Flieger

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Leon, Lars und Andreas Rink freuen sich auf die sportlichen Herausforderungen. Foto: Weil © Weil

Hüttenberg (jowe). Im Hause Rink in Rechtenbach sind die Koffer gepackt, heute startet ihre Maschine. Wenn Lars und Leon Rink mit ihrem Vater auf Reisen gehen, dann sind sehr häufig ganz sicher auch Segelflieger im Gepäck. Denn auch in diesem Jahr haben sich die Jungs wieder für die Junioren-Weltmeisterschaft qualifiziert. Reiseziel ist zunächst Bulgarien, für Andreas und Leon geht es Anfang August dann noch weiter nach Rumänien, wo Leon die deutschen Farben in der Junioren-Nationalmannschaft repräsentiert.

Gut vorbereitet

Doch zunächst steht für die drei die Junioren-Weltmeisterschaft im Modell-Freiflug, Kategorie F1A, an. Darüber hinaus finden noch weitere Wettbewerbe statt, wo die Familie die anderen deutschen Teilnehmer unterstützen wird. Die Ironie der Geschichte ist: Eigentlich war Leon Rink für den Wettbewerb qualifiziert. Da er sich im März schwer am Knie verletzt hat, war an eine Teilnahme nicht zu denken. Sein Bruder stand auf Abruf bereit und rückte in die Mannschaft nach. Leon fährt dafür als offizieller Helfer bei der Junioren-WM mit. Die Tage im bulgarischen Pordim beginnen vorab mit einem WeltCup-Wettbewerb. Am kommenden Montag startet dann die Junioren-WM offiziell. »Am Dienstag wird Lars’ Wettbewerbstag sein. Am darauffolgenden Sonntag fliegen wir dann wieder nach Hause«, erklärt Vater Andreas den Reiseplan. Die Delegation ist gespannt auf den Wettbewerb: »Wir sind gut vorbereitet und denken, dass ein Platz im vorderen Mittelfeld erreichbar ist«, verweist der Sohn auf seine Ambitionen. Gespannt sind alle drei, wie die Hitze sich auf den Wettbewerb auswirken wird. Insgesamt sind 15 Nationen am Start. Nicht gemeldet sind die sonst so starken Russen, die auch Titelverteidiger sind. Dafür ist ein ukrainisches Team am Start. Das Erlebnis einer Weltmeisterschaft ist für beide nicht neu, waren sie doch auch 2019 in Nord-Mazedonien mit dabei. Das »Flieger-Gen« haben Lars und sein Bruder Leon von ihrem Vater geerbt.

Auch Andreas Rink heimste Mitte der 90er Jahre einige Erfolge bei nationalen und internationalen Meisterschaften ein. Die Begeisterung für den Modellflug hat er an die nächste Generation vererbt. In der Kategorie, in der Lars startet, werden die Modelle von den Teilnehmern per Laufstart in die Luft bugsiert. »Die Sportgeräte haben eine maximale Spannweite von 250 Zentimetern und ein Mindestgewicht von 410 Gramm. Sie werden mit einer 50 Meter langen Startleine auf Höhe gebracht«, erklärt Vater Andreas die Rahmenbedingungen. Mit dem Modell an der Leine geht es dann darum, die aufsteigenden Luftströme aufzuspüren und die thermischen Voraussetzungen gut zu nutzen.

Feingefühl gefragt

»Die Mechanik des Hochstarthakens erlaubt es, das Modell 5, 10, 15 Minuten im Kreis zu schleppen, bis gute Luft gefunden wird«, erläutert Rink Senior. Um dies zu schaffen und die aufsteigenden Luftströme zu erkennen, sei viel Feingefühl gefragt. Ab dem Startzeitpunkt gehe es darum, das Modell - ohne weiteren Einfluss durch den Piloten - mindestens 180 Sekunden in der Höhe zu halten. Nach sieben Durchgängen werden die Flugzeiten zusammengezählt. Die Qualifikation hatte sich Leon (beziehungsweise Nachrücker Lars) bei den Deutschen Jugendmeisterschaften und einem weiteren Qualifikationswettbewerb 2021 gesichert. Jetzt dürfen sie die sportliche Kür genießen und dabei weitere Erfahrungen bei internationalen Wettbewerben sammeln. Dabei kann er sicher vom familiären Know-how profitieren. Während der Wettkämpfe ist er dann aber zum Großteil auf sich alleine gestellt. Die Kisten mit den Flugzeugmodellen sind verpackt, bevor heute die große Reise losgeht. Und es ist nicht die letzte im Sommer im Hause Rink. Fünf Tage später fährt Vater Andreas dann noch mit Leon, der sich für die Junioren-Nationalmannschaft in der Kategorie F1E qualifiziert hat, nach Rumänien.

»Das sind auch Modelle ohne Fernsteuerung, die am Hang gegen den Wind geworfen werden. Das kann ich auch mit einem lädierten Knie machen«, erzählt Leon. Analog zu dem anderen Wettbewerb zählt auch hier die Flugzeit, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. »In Rumänien verbringen wir auch eine gute Woche. Hier gibt es davor und danach jeweils noch einen Weltcup-Wettbewerb, an dem wir beide auch teilnehmen möchten«, will auch Papa Andreas noch einmal prüfen, was sportlich noch möglich ist.

Wer Interesse am sportlichen Erfolg der Hüttenberger hat, kann die Erlebnisse des Wettbewerbs in einem Blog auf der Internetseite https://www.thermiksense.de/2022-f1abp-wm-bulgarien/ verfolgen.

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