1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Kreis Gießen

Mit präzisen Würfen auf Rang drei

Erstellt:

gikrei_2410_jcs_DiscGolf_4c
Mit viel Gefühl muss die Scheibe über mehrere Etappen bis zum Fangkorb geworfen werden. Foto: Sandra Meyrowitz © Sandra Meyrowitz

Der Hüttenberger Timo Serafin, der zurzeit in Heidelberg wohnt, ist mit einem dritten Platz von den Deutschen Meisterschaften im Disc-Golf zurückgekehrt.

Hüttenberg (jowe). Man darf es getrost als den größten sportlichen Erfolg von Timo Serafin bezeichnen: Der Hüttenberger, der zurzeit in Heidelberg wohnt, ist mit einem dritten Platz von den Deutschen Meisterschaften im Disc-Golf zurückgekehrt. Damit ist er zum ersten Mal bei einem nationalen Wettkampf auf dem Treppchen gelandet.

Über vier Wettkampftage hatte er sich mit der nationalen Konkurrenz gemessen und sich auf dem Terrain seines Heimatvereins in Rüsselsheim den Podiumsplatz gesichert. 141 Sportlerinnen und Sportler waren in unterschiedlichen Klassen auf den 18 verschiedenen Bahnen unterwegs.

Serafin musste sich in seiner Altersklasse mit 52 Spielern messen: »Der Heimvorteil und dass ich den Kurs kannte, waren natürlich für den Verlauf des Turniers wertvoll. Ich wusste, was ich an der Bahn werfen sollte und natürlich war es etwas Besonderes vor dem heimischen Publikum.« Die Trainingseinheiten auf dem Parcours vor Ort waren in Ordnung, aber Serafin wusste, dass er seine Leistungen noch optimieren konnte.

Top Ten als Ziel

Nach Platz elf und zwölf in den Vorjahren hatte sich Serafin die Top Ten als Ziel gesetzt - auch weil einige der Top-Spieler fehlten. Die erste Runde wurde bei guten Wetterbedingungen absolviert. Serafin war mit seinen Abwürfen zufrieden, traf die Lücken und blieb kaum in Bäumen hängen. Auch die letzten Würfe, die Putts in den Fangkorb, gelangen richtig gut: »Ich wusste irgendwann im Laufe der ersten Runde, dass es richtig gut läuft. Danach habe ich eher vorsichtig gespielt. Im Endeffekt lag ich auf dem zweiten Platz.«

Am zweiten Tag war das Wetter etwas schlechter und der Regen machte Serafin an der einen oder anderen Stelle einen Strich durch die Rechnung. Auch seine Würfe waren etwas unpräziser und was am ersten Tag noch gut funktioniert hat, gelang nicht mehr ganz so gut: »Ich habe viele Bäume getroffen und kam daraufhin in schwierige Positionen, in denen ich ganz schön kämpfen musste.«

Auf Platz vier ging er in den zweiten Abschnitt des Turniers. Serafin machte in der dritten Runde keine großen Fehler, an der Bahn sechs gelang ihm sogar ein »Eagle« (zwei Würfe unter dem Bahnstandard). Mit ruhiger und konzentrierter Spielweise legte er an Bahn 18 noch einen »Birdie« (ein Wurf unter Bahnstandard) nach. Mit 18 Würfen unter »Par« (Bahnstandard) ging er in die letzte Runde.

Serafin wusste, dass am Finaltag auf der Schlussrunde gefilmt wird und auch viele Zuschauer mitlaufen: »Es hat ganz gut geklappt, dass ich bis zum Start ziemlich ruhig geblieben bin. Aber dann war ich tierisch nervös und super aufgeregt.« Darunter litt die Qualität der Würfe. Erst ab der sechsten Bahn hatte der Hüttenberger seinen Rhythmus wieder gefunden. Dass er auf der letzten Bahn noch die Chance verspielt hatte, alleine auf dem dritten Platz zu landen, ist für Serafin allerdings eine ärgerliche Nebensache. »Die Runde war solide. Leider ist mein letzter Putt aus sechs Metern erst in die Ketten rein- und dann wieder rausgesprungen.« Mit etwas Abstand betrachtet war Serafin aber glücklich mit seiner Leistung. Stolz war er auch auf seinen Rüsselsheimer Verein, der das ganze Event organisiert und die Sportart damit auch einem breiteren Publikum bekannt gemacht hat.

Für Serafin ist die Saison nach dem Großereignis noch nicht ganz zu Ende. In Kürze wird er noch an einem weiteren Turnier teilnehmen. Im Laufe dieser Spielzeit hat er bereits an 13 Turnieren teilgenommen. Seit einem Auslandsaufenthalt in den USA 2017 ist er von der Sportart Disc-Golf begeistert.

Ähnlich wie die Golfer absolvieren die Disc-Golfer einen Parcours und versuchen dabei, mit möglichst wenig Versuchen die Fangkörbe am Ende der Bahnen zu erreichen. Für die Bahnen haben sie verschiedenen Scheiben mit extra dafür entwickelten Flugeigenschaften zur Verfügung. »Jeder Spieler entwickelt hierfür seine eigene Taktik«, weiß der Hüttenberger. Auch die Wurfvarianten sind vielfältig: Ob mit der Vorhand, über Kopf oder mit links entwickeln die Scheiben ihre eigenen Flugeigenschaften. Insgesamt gibt es in Deutschland etwa 1200 Spieler.

Auch interessant