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Mitbestimmen und Demokratie gestalten

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Landrätin Anita Schneider und Hauptamtlicher Kreisbeigeordneter Hans-Peter Stock übergaben die Urkunden über die Kooperationsvereinbarung an Vertreter von sieben Städten und Gemeinden sowie des Landkreises. Foto: Schu © Schu

Kreis Gießen (jüs). Die Generation der Zwölf- bis 27-Jährigen hat viele Ideen, von denen auch Städte und Gemeinden im Landkreis Gießen profitieren können. Mitwirken, Gestalten und Engagieren gehören nicht nur zum Erwachsenwerden, sondern sind auch Grundpfeiler des demokratischen Zusammenlebens und der politischen Meinungsbildung. Junge Menschen wünschen sich gute Möglichkeiten zur Beteiligung an Entscheidungsprozessen und Mitgestaltung.

Deshalb hat der Landkreis die Initiative »Jugendgerechte Städte und Gemeinden, jugendgerechter Landkreis Gießen« ins Leben gerufen. Am Freitag wurden die Kooperationsvereinbarungen an die Vertreter aus Buseck, Laubach, Linden, Lollar, Pohlheim, Rabenau und Staufenberg übergeben.

»Der Anteil älterer Menschen steigt und gleichzeitig werden junge Menschen weniger. Eine Kommune gestaltet sich auch mit Kindern und Jugendlichen. Je früher man Erfahrung macht mit Themen und diese umzusetzen, desto mehr Freude hat man an der Demokratie. Kommunen profitieren von diesem Projekt«, hob Landrätin Anita Schneider (SPD) hervor.

Hauptamtlicher Kreisbeigeordneter Hans-Peter Stock (Freie Wähler) zeigte sich froh und stolz über den Erfolg des Vorhabens, das er 2017 zu Beginn seiner Amtsperiode vorgestellt und das der Kreistag im Dezember 2018 beschlossen hatte. »Wir sind mit dem Projekt, das man sonst in Hessen nicht kennt, auf einem guten Weg. Man braucht eine gewisse Beharrlichkeit, um dranzubleiben - die Arbeit lohnt sich«, erklärte Stock.

Übergeordnete Ziele der Kooperationsvereinbarung sind:

- Das demokratische und tolerante Miteinander wird durch gesellschaftliche Beteiligung über die Wahlen hinaus gestärkt.

- Junge Menschen werden in gelebter Demokratie ernstgenommen, gestärkt und wertgeschätzt.

- Es wird eine jugendgerechte und jugendfreundliche Gesellschaft und Politik in den Kommunen vor Ort und im Landkreis Gießen verankert und sichergestellt.

- Die Partizipation junger Menschen wird als demokratisches Lernfeld und als Bestärkung verstanden, um auch als Erwachsene Verantwortung übernehmen zu können.

Konkret sollen vor Ort Strukturen für Selbstorganisationen und Partizipationsmodelle entwickelt werden. Für die kommunalen Gremien werden Wege und Möglichkeiten eröffnet, wie die Anliegen und Interessen junger Menschen in Planungen miteinbezogen werden können. Angebote der Kinder- und Jugendarbeit werden sichergestellt sowie gute lokale Rahmenbedingungen für das Aufwachsen von jungen Menschen gefördert. Der Landkreis unterstützt diese Maßnahmen finanziell.

Im Nachgang der Kommunalwahlen haben viele Kommunen Jugendbeauftragte benannt. Laut Ingrid Macht (Teamleiterin vom Fachbereich »Jugend und Soziales«) gibt es bislang 29 Beauftragte in 13 Kommunen.

Als Beispiel für den bisherigen Verlauf des Projekts berichtete Lukas Budak (Stadtverordneter und Jugendbeauftragter), dass sich Pohlheim 2021 beim Projekt »Jugend entscheidet« beteiligt hat und deutschlandweit zu den 15 Kommunen (darunter zwei aus Hessen) gehört, die gemeinsam mit der gemeinnützigen Hertie-Stiftung neue Wege gehen. Jugendliche sollen durch ein eigens konzipiertes Beteiligungsformat lernen, dass es sich lohnt, sich vor Ort für die Demokratie einzusetzen - und Kommunalpolitiker sollen Methoden erproben, junge Menschen für ihre Arbeit zu begeistern. Bei »Jugend entscheidet« werden Kommunen dabei begleitet, gemeinsam mit Jugendlichen Entscheidungen zu treffen und somit vor Ort die Demokratie zu stärken. Dabei werden die Kommunalpolitik und die Verwaltung von erfahrenen Prozessbegleitungen beraten.

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