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Das Viadukt im Teufelswiesenweg in Lich. Im Hintergrund ist das Logistikzentrum zu erkennen.

Abriss

»Müssen aufs Gas treten«

Das Bahnviadukt über den Teufelswiesenweg in Lich soll bald für einen Regen- und Schmutzwasserkanal, weichen

Lich . Lange wurde um den Rückbau des alten Bahnviadukts über den Teufelswiesenweg in Lich gestritten und die Entscheidung darüber immer wieder aufgeschoben. Am 22. Dezember beschloss die Stadtverordnetenversammlung dann aber endgültig den Abriss. Dafür wurden 80 000 Euro in den Haushalt eingestellt. Doch wie geht es nun weiter?

»Wir müssen jetzt aufs Gas treten«, so Bürgermeister Dr. Julien Neubert (SPD) auf Anfrage, »denn bis zum 30. September 2023 müssen die Arbeiten abgeschlossen sein.« Gemeint ist der Regen- und Schmutzwasserkanal, der die alte Bahntrasse der Butzbach-Licher-Eisenbahn quert und für den zunächst das 1909 erbaute Bahnviadukt weichen muss. Wird der Kanal zu spät fertig, fallen die Fördergelder weg.

Der Zeitplan sei eng, rechnet das Stadtoberhaupt vor. »Wir warten bloß noch auf die Haushaltsgenehmigung, dann können wir den Abriss beauftragen.«

Insgesamt müsse man für die Arbeiten an dem Regen- und Schmutzwasserkanal sowie einer zusätzlichen Wasserleitung mit Investitionen von rund zwei Millionen Euro rechnen. Für das Viadukt, das ein Gleis der 1953 stillgelegten Strecke der Butzbach-Licher-Eisenbahn trug, hatte die Stadt Lich ein Gutachten erstellen lassen. Darin wird das dreibogige Bauwerk zwar »aus technischen und geschichtlichen Gründen als Kulturdenkmal im Sinne des Hessischen Denkmalschutzgesetzes« ausgewiesen. Allerdings wurden die Schäden am Brückenbau als so eklatant beschrieben, dass eine Sanierung mit erheblichen Kosten in Höhe von rund 355 000 Euro verbunden wäre.

Kein Denkmalschutz

Deshalb beantragte man bei der Bauaufsicht des Landkreises Gießen, die auch für den Denkmalschutz zuständig ist, den Abriss.

In einem Antwortschreiben des Kreisausschusses zum angedachten Abriss des Viadukts an die Stadt vom 23. November 2020 heißt es: »Die erforderliche Genehmigung wird im Einvernehmen mit dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen auf der Grundlage der vorgelegten Antrags- und Planunterlagen vom 19.11.2020 erteilt.«

Dennoch sorgte der geplante Abbruch des Brückenbaus für monatelange Diskussionen.

Nicht zuletzt erinnern sich Generationen von Lichern an den stillgelegten Bahndamm der Butzbach-Licher-Eisenbahn als Abenteuerspielplatz mit der schmucken Bogenbrücke als Treffpunkt.

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