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Nabu-Kreisverband gründet Stiftung

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Tim Mattern (l.) und Bodo Fritz (r.) zeichneten Robert Parr (2.v.l.) und Harald Fritzges mit der Silbernen Ehrennadel aus. Foto: Nabu-Kreisverband © Nabu-Kreisverband

Kreis Gießen (red). Bei der Vertreterversammlung des Kreisverbands des Naturschutzbundes (Nabu) in Langd wurden Robert Parr und Harald Fritzges mit der Silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. Harald Fritzges ist seit 1994 stellvertretender Vorsitzender des Nabu Langd. Parr war von 1998 bis Anfang 2022 Schriftführer, seitdem zeichnet er in Langd für die Kassenführung verantwortlich.

Bodo Fritz, Vorsitzender von Nabu Langd und VNULL, hatte zuvor eine Rückschau anlässlich des 40-jährigen Bestehens im Vorjahr gehalten.

Vor den Vorstandswahlen wurden Peggy Schneeweiß und Anja Ute Wölm mit Dank verabschiedet, die nicht zur Wiederwahl antraten. Schneeweiß war seit 2003 im Kreisvorstand, die meiste Zeit als Koordinatorin für die Naturschutzjugend, aber auch als Pressesprecherin. Wölm kam 2006 als Schriftführerin in den Vorstand und war seit 2008 Beisitzerin.

Bei den Vorstandswahlen ergaben sich somit mehrere Wechsel. Klaus-Peter Emrich, Dr. Tim Mattern und Dr. Achim Zedler wurden als Vorstandssprecher bestätigt. Neue Vorstandssprecherin ist die bisherige Beisitzerin Lioba Krämer. Neue Besitzer sind Ernst Brockmann und Eckhard Richter. Manfred Heller, Oliver Tschirschnitz, Hans-Erich Wissner und Martin Wenisch wurden als Beisitzer bestätigt.

Der Nabu-Kreisverband ist mit seinen Vorstandsmitgliedern in verschiedenen Gremien vertreten, wie dem Bundesfachausschuss Ornithologie des Bundesverbandes, dem Naturschutzbeirat des Kreises und im Vorstand der Landschaftspflegevereinigung Gießen.

Neben zahlreichen Stellungnahmen zu Bauleitplanungen war die Erarbeitung einer umfangreichen Eingabe zum Entwurf des Regionalplans Mittelhessen herausragend. Zedler nannte das Interesse der Bevölkerung an der Fortschreibung des Plans überwältigend im Vergleich zu den vorigen Planungen. Bei der Erarbeitung der über 40-seitigen Stellungnahme habe sich ein breites Bündnis aus verschiedenen Gruppen gebildet, die gegen die weitere Versiegelung von Flächen gemeinsam Position bezogen.

Ein besonderes Ereignis im vergangenen Geschäftsjahr war auch die Herausgabe einer Avifauna für den Kreis Gießen. Der neue vogelkundliche Jahresbericht (Band 31) ist fertiggestellt und werde in Kürze ausgeliefert, kündigte Zedler an. Inzwischen wurde auch die Stiftung »Naturerbe des Kreises Gießen« gegründet. Wie Pressesprecherin Lioba Krämer auf Nachfrage erläuterte, kauft der Nabu-Kreisverband Flächen, um diese für Naturschutz zu erhalten und zu pflegen.

Zu den praktischen Tätigkeiten gehörten Biotoppflegemaßnahmen im Brunnental in Grünberg und den Steinbacher »Annawiesen«. Für die kommende Saison sind unter anderem Arbeitseinsätze in Steinbach an den »Annasteichen« und auf den angrenzenden Streuobstwiesen sowie in Treis im Nabu-Schutzgebiet »Alte Sandgrube« geplant. Ohne die Unterstützung einer Gruppe Geocacher war und ist das Arbeitspensum nicht zu schaffen. Man hoffe auf jüngere Unterstützung auch aus den eigenen Reihen des Nabu.

Simon Thorn stellte sich bei der Versammlung als neuer Leiter der Staatlichen Vogelschutzwarte vor. Die ursprünglich dem Umweltministerium unterstellte Fachbehörde wurde unlängst an das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie angebunden und ist nach Gießen umgezogen. Thorn stellte die neue Gliederung und die künftigen Aufgaben vor. Neben der Vermittlung zwischen Wissenschaft und Praxis hob er vor allem die Beratung von Politik und Behörden hervor.

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