Nabu Steinbach wirbt für mehr Rücksicht in der Natur

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STEINBACH - (ebp). Ein Hund, der einen Fahrradfahrer ins Bein beißt, eine Halterin, die ihren Vierbeiner trotz entsprechender Bitte nicht von Rebhühnern auf der Wiese fernhält oder befüllte Kotbeutel, die auf eine Pferdeweide geworfen werden - das sind nur einige der Erfahrungen, die Luise Klee mit Hundehaltern in der Gemeinde Fernwald gemacht hat.

Klee ist Vorsitzende des Nabu Steinbach, der sich derzeit intensiv mit dem Thema "Naturnutzung" auseinandersetzt - und mit der Frage, wie ein gutes Miteinander in der Natur gelingen kann.

Dabei dränge sich "der Bereich 'Hund' massiv in den Vordergrund", berichtet Klee. Man wolle aber keinesfalls alle Hundehalter über einen Kamm scheren, betont die Steinbacherin im Gespräch mit dieser Zeitung. Denn neben den beschriebenen Beispielen gebe es beispielsweise auch die Halterin, die nicht nur die Hinterlassenschaften ihres eigenen Hundes, sondern auch die, fremder Vierbeiner beseitigt.

Um für mehr gegenseitiges Verständnis zu werben, verteilt der Nabu Steinbach derzeit den "Feld- und Flur-Knigge" - eine Broschüre der Abteilung für den ländlichen Raum für den Kreis Gießen und den Lahn-Dill-Kreis. Rund 4000 Stück sollen über das "Blättchen" verteilt sowie bei der Gemeindeverwaltung und in Tierarztpraxen ausgelegt werden. "Der Knigge ist sehr gut, weil er nicht nur Hundehalter anspricht", findet Klee. Unter dem Motto "Rücksicht macht Wege breit" wird etwa auch darauf hingewiesen, Landwirte nicht bei ihrer Arbeit zu behindern - etwa durch zugeparkte Wirtschaftswege. In Fernwald habe sich ein Landwirt bereits an die Gemeinde gewandt, da er aufgrund zahlreicher Gassigänger sein Land nicht wie gewohnt nutzen könne. "So kommt mancher auf die Idee, dieses Stück Land, das in Wirklichkeit eine Futterwiese ist, sei Allgemeingut, wunderbar geeignet, um die Hunde rennen und ihren Spaß haben zu lassen. Und die Hinterlassenschaften seien ein Naturprodukt, das dem natürlichen Kreislauf dient", schildert der Nabu Steinbach die Probleme.

"Wir haben die Hoffnung, dass der eine oder andere sein Verhalten überdenkt", sagt Klee. Für Hundehalter seien drei Regeln wichtig: Auf den Wegen bleiben, den Hund wenn nötig anleinen - insbesondere während der Brut- und Setzzeit von März bis September - sowie die Beseitigung des Kots in den dafür vorgesehenen Müllkörben. "Wünschenswert wäre eine Hundewiese, die von der Gemeinde betrieben wird, um körperliche Auslastung und Sozialkontakte sowie Spaß und Spiel vor Ort zu ermöglichen, ohne dass andere Schaden nehmen", regt der Nabu-Ortsverein an.

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