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Während des Grenzgangs stärkten sich die Teilnehmer mit einem zünftigen Umtrunk.

»Grenzgang«

Nach »alter Väter Sitte«

Der Niederkleener Heimat- und Geschichtsverein hatte zu einem spannenden »Grenzgang« im südlichen Gemarkungsgebiet eingeladen

Langgöns (imr). Nach »alter Väter Sitte« hatte der Niederkleener Heimat- und Geschichtsverein unter Federführung von Hanni Langen-Röhrich zu einem spannenden »Grenzgang« im südlichen Gemarkungsgebiet eingeladen. Gewandert wurde unter den aktuellen Corona-Bedingungen auf Grenzwegen zwischen Niederkleen und den Nachbargemeinden Kirchgöns, Pohlgöns und Ebersgöns.

Unterwegs bestaunen die Wanderer insbesondere die alten Grenzsteine am Wegesrand. Sie markierten früher den Grenzverlauf zwischen dem Königreich Preußen (KP), zu dem Niederkleen, Oberkleen und Dornholzhausen gehörten, und dem Großherzogtum Hessen (GH), zu dem Kirchgöns, Pohlgöns und Ebersgöns gehörten.

Karl-Heinz Höringer konnte zur Auflockerung einige kurzweilige Geschichtchen und Vergleiche erzählen. So wurde früher KP für »kleine Portionen« und GH für »großen Hunger« abgekürzt. Das heißt die «…Gönser« hatten immer großen Hunger und bei den »Klieer« gab es eher recht sparsame Mahlzeiten.

In diesem Gemarkungsteil haben nur wenige Steine überlebt, da die meisten dieser markanten Grenzsteine der intensiven maschinellen Feldbearbeitung als auch den Kasernenmanövern zum Opfer gefallen sind.

Klein-Denkmäler

Dennoch sind noch einige dieser Klein-Denkmäler erhalten geblieben. Ganz nebenbei kamen den Teilnehmern auch die alten Flurnamen, wie beispielsweise Katzenbach, Auf dem Weinberg oder Am Steinköppel, um nur einige Beispiele zu nennen, wieder in Erinnerung.

Mit einem fantastischen Ausblick vom Weinberg ins Kleebachtal wurde zwischendurch ein zünftiger Umtrunk aus dem Rucksack von Doris Müller-Heinz genommen. Während der Wanderung fand ein reger Austausch über Vergangenes und Aktuelles in der Gruppe statt, bevor die Runde am neuen Feuerwehrgebäude in der Butzbacher Straße endete. Früher diente der Grenzgang einmal jährlich zur Kontrolle des Grenzverlaufs. Im Dezember 2021 haben alle Teilnehmer den »historischen Grenzgang« sichtlich genossen und den Grenzverlauf ohne Beanstandung akzeptiert. Ende dieses Jahres soll der Grenzgang in nord-östlicher Richtung fortgesetzt werden.

Für alle Bürger, die heimatkundlich interessiert wie auch wanderfreudig sind, wurde diese schöne Grenzstein-Tour mit einer Länge von circa fünf Kilometern in die Wander- und Radfahr-App Komoot gestellt: https://www.komoot.de/ tour/619174366?ref=itd. Neben dem historischen Rundgang durch das Fachwerkdorf Niederkleen ist dies die zweite Komoot-Tour, um Interessierten das schöne Kleebachtaldörfchen und seine Umgebung näher zu bringen.

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