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Nachhaltige Bauweise

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Die FDP-Kreistagsfraktion machte sich gemeinsam mit Kreis-Sozialdezernent Hans-Peter Stock (zweiter v. r.) und dem Teamleiter Migration beim Landkreis Norbert Flach (r.) ein Bild von der Flüchtlingsunterkunft in Heuchelheim. © Wißner

Die Kreis-FDP hat sich vor Ort über die Flüchtlingsunterkunft »Auf dem Pfannstiel« in Heuchelheim informiert.

Kreis Gießen/Heuchelheim (twi). Gemeinsam mit Kreis-Sozialdezernent Hans-Peter Stock (FW) besichtigte die FDP-Kreistagsfraktion mit Dennis Pucher und Harald Scherer an der Spitze die Flüchtlingsunterkunft »Auf dem Pfannstiel« in Heuchelheim. Die Wohncontainer wurden vor dem Hintergrund weiter benötigter Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge besucht, wobei es der FDP vor allem auf die zukünftige Nutzung der Container ankommt.

Wie Norbert Flach, Teamleiter Migration beim Landkreis Gießen, mitteilte, verfügt der Kreis aktuell über 17 Wohncontainer für jeweils 32 Personen. Überwiegend handelt es sich dabei um Vierbettzimmer. Die Grundfläche ist in Holzständerbauweise. Wobei die Idee hin zu einer Appartementstruktur und auch die Zimmergröße variabel sind. Ebenso wie auch eine zweistöckige Variante, welche sich anschließend auch für den sozialen Wohnungsbau genutzt werden kann. Obwohl die Hilfsbereitschaft der Einwohner des Landkreises sehr groß ist, stoßen die Unterbringungsmöglichkeiten für geflüchtete Menschen an ihre Grenzen. »Obwohl die Hilfsbereitschaft der Einwohner des Landkreises sehr groß ist, stoßen die Unterbringungsmöglichkeiten für geflüchtete Menschen an ihre Grenzen. Es gibt einen dringenden Bedarf, zusätzliche Unterkünfte zu erreichen. Wir haben nicht nur Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine, sondern auch weiterhin aus Syrien«, so Stock.

Um hier schnell handlungsfähig zu sein, besteht eine besondere Dringlichkeit. Dies gilt sowohl für die Ausgabeermächtigung, damit die Beschaffung und Vergabeverfahren kurzfristig eingeleitet werden können, als auch für die Erhöhung der Kreditaufnahme. Zudem werden mittlerweile auch Flüchtlingsunterkünfte in KfW-Bauweise errichtet. Im Nachtragshaushalt, welcher in der nächsten Kreistagssitzung am Montag verabschiedet werden soll, sieht der Landkreis hierfür 15 Millionen Euro vor. Die Preisschätzungen für eine Flüchtlingsunterkunft belaufen sich mittlerweile auf 1,4 Millionen Euro im Gegensatz zu jenen Modellen, welche 2015/16 in Form der im heimischen Raum errichteten »Laumann-Container« in Holzständerbauweise für 300 000 Euro erfolgten. Gerade um das Thema Nachhaltigkeit bei der Holzbauweise ging es der FDP-Fraktion, die deshalb das Gespräch mit Stock suchte. »Bei Gebäuden die 1,4 Millionen Euro kosten kann ich diese nach drei Jahren nicht wieder abreißen, weshalb wir uns schon einige Standorte angesehen haben, wo auch eine nachfolgende Nutzung in verschiedenster Art und Weise, ob nun als Kindergarten oder aber auch als Schule oder für den sozialen Wohnungsbau möglich ist. Bei allen Plätzen besteht Baurecht. Der Landkreis ist unterbringungspflichtig«, betonte Stock.

Ging man bei der ersten Baureihe, wie bei denen hier 2017 in Heuchelheim errichteten von einer Abschreibungsdauer von zehn Jahren aus, so erwartet man bei den künftigen Gebäuden eine Lebensdauer zwischen 20 und 25 Jahren. Auch in der Überlegung ist, wenn sich eine kommunale Nutzung anschließt, dann die Gebäude aus dem Kreisbestand zum Restbuchwert plus einem Abschlag für das zur Verfügung gestellten Grundstück bei Interesse auf die Kommunen zu übertragen.

Aktuell rund 3800 Flüchtlinge im Kreis untergebracht

Zur Unterbringung des Flüchtlingsstroms aus der Ukraine wurden Hallen- und Hotelanmietungen vorgenommen. Aktuell sind 3800 Flüchtlinge im Kreis untergebracht und damit doppelt so viele wie 2015/16. Das beschleunigte Ausschreibungsverfahren soll bei Zuschlag und anschließender dreimonatiger Lieferfrist dann dafür sorgen, dass die zehn Unterkünfte im Oktober errichtet werden können. »Es wird bei keinem Gebäude eine fragliche Anschlussnutzung mehr geben. Langfristig gedacht soll alles da bleiben wo es steht«, versicherte Stock und verriet, dass es auch bereits Überlegungen über einen Tiny-House-Park gibt, mit der Intention diesen später dann als Ausbildungscamp zu nutzen.

Bei der Besichtigung der Unterkunft gab es einmal mehr eine unliebsame Beobachtung, wurde doch umfangreicher Sperrmüll direkt am Zaun zum Friedhof abgelagert. »Hierbei handelt es sich nicht um Müll aus der Unterkunft. Es ist ein Phänomen, was wir immer wieder beobachten, dass Bürger an Flüchtlingsunterkünften ihren Müll illegal entsorgen«, verriet Flach und erntete dafür Kopfschütteln aus den Reihen der FDP.

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