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Nachwuchs aus dem Kinosessel

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Ein Luftretter der Johanniter-Unfallhilfe bringt eine Notfallpatientin (gespielt von einer Klinik-Mitarbeiterin) in die Notaufnahme. Die spektakuläre Szene ist Teil des neuen Image-Films der Asklepios-Klinik in Lich. Foto: Kächler © Kächler

Asklepios-Klinik wirbt mit Kinospot um Mitarbeiter, Spektakuläre Aufnahmen am Licher Hubschrauberlandeplatz.

Kreis Gießen . Der Pflegenotstand spitzt sich zu. Die Charité in Berlin nimmt nur noch akute Notfälle auf. Auch hierzulande macht sich der Fachkräftemangel an den Kliniken bemerkbar - aktuell verschärft durch die anhaltende Erkältungswelle. Die Suche nach Pflege- und Fachpersonal führt die Asklepios-Klinik in Lich nun ins Kino.

Mit einem Imagefilm und einem Trailer vor dem Hauptfilm will man Interesse für Berufe im Gesundheitswesen wecken. Eine spektakuläre Sequenz in dem Film: Die Landung der Luftretter. Der Helikopter setzt auf dem Hubschrauberlandeplatz an der Klinik auf und übergibt einen Notfallpatienten an das Klinikpersonal.

»Der Kinospot läuft bereits in den Kinos in Lich, Grünberg und Gießen als Vorfilm«, erläutert Patricia Rembowski, Asklepios-Projektkoordinatorin der Stabsstelle Marketing und Öffentlichkeitsarbeit Hessen. »Der Spot dient dazu, unsere Klinik kurz vorzustellen und zur Bewerbung einzuladen. Angesprochen seien dabei alle Berufsgruppen.

Sowohl im Kinospot als auch im Imagefilm spielen Mitarbeiter der Licher Klinik mit. Sie sollen dabei helfen, die Botschaften »Werde Teil unseres Teams« und »Wir sorgen für exzellente medizinische Versorgung auf universitärem Niveau« zu transportieren.

Unterstützt wird die Asklepios-Klinik beim Filmdreh von Hans-Günter Ulmer, der mit der Licher Produktionsfirma »One TV« auch internationale Projekte umgesetzt hat.

Bedeutung für Notfallversorgung

Im Film wird neben Stationsalltag, OP und Geburtshilfe auch die Zentrale Notaufnahme (ZNA) vorgestellt, die mit 20 000 Fällen jährlich, wöchentlichen Landungen des Rettungshubschraubers und der Eingruppierung in die erweiterte Notfallversorgung (Stufe II) nach den Vorgaben des Bundes einen existenziellen Baustein der Notfallversorgung in der Region darstellt.

Bei dem 2021 in Betrieb genommenen Hubschrauberlandeplatz handelt es sich um eine Landestelle im öffentlichen Interesse - »Public Interest Site« (PIS) genannt. Dies sind in Deutschland grundsätzlich alle Hubschrauberlandestellen an Krankenhäusern, die sich in schwierigen Umgebungsbedingungen und/oder dicht besiedelten Gebieten befinden.

Wie Michael Pieck, Leiter Organisation, Technik und Qualitätsmanagement bei der Asklepios-Klinik im Gespräch mit dem Anzeiger erklärt, gelten für solche Landeplätze besondere Genehmigungsverfahren mit einer einzelfallbezogenen Prüfung durch das Luftfahrt-Bundesamt.

Diese habe man durchlaufen und mit der Genehmigung zum Betrieb sei 2021 auch die Aufnahme in die aktuelle PIS-Masterliste für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland erfolgt. Regelmäßig führe das Luftfahrtbundesamt in Kooperation mit der Bundespolizei eine Revision der Genehmigung durch.

Wie der Geschäftsführer der Klinik, Fabian Mäser, betont, sei der neue Hubschrauberlandeplatz von enormer Bedeutung für den Gesundheitsstandort Lich. Auch für Verlegungen werde der Transport mit Helikoptern immer wichtiger.

Allerdings liegt noch immer ein Schatten über dem Landeplatz, der 2021 verlegt werden musste. Grund: Der von der Stadt Lich in Kooperation mit der Klinik eingerichtete Kindergarten lag nach Ansicht des Luftfahrtbundesamtes zu nah an der alten Landestelle. Seither streiten Stadt und Klinik um die Kosten für den Neubau des Landeplatzes. Nach Ansicht der Stadt war von einem Neubau beim Abschluss der Kooperationsvereinbarung zur Kindertagesstätte überhaupt keine Rede.

Asklepios und Stadt Lich vor Gericht

Konkret geht es um eine Forderung der Stadt über 587 000 Euro an die Klinik. Dabei handelt es sich unter anderem um die Erstattung von zweckgebundenen Fördergeldern, die die Klinik als Bauherrin aus dem Bundesinvestitionsprogramm Kinderbetreuungsfinanzierung erhalten hat und gemäß des Vertrags an die Stadt weiterreichen sollte.

Die Klinik macht jedoch ihrerseits höhere Aufwendungen geltend, die in erster Linie durch den Neubau des Hubschrauberlandesplatzes entstanden sind, der rund 450 000 Euro gekostet haben soll. In erster Instanz wies das Landgericht Gießen die Klage der Stadt ab. Wie Bürgermeister Dr. Julien Neubert (SPD) gegenüber dem Anzeiger bestätigte, habe man Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt und warte nun auf die Entscheidung des Oberlandesgerichts.

Die Asklepios-Klinik verfügt aktuell über 242 Betten. Mit 662 Mitarbeitern aus 31 Nationen zählt das frühere Kreiskrankenhaus zu den größten Arbeitgebern im Kreis.

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