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Närrisches in Großen-Linden mitten im Sommer

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Gerhardt Weber Foto: Wißner © Wißner

Die Feier des Karnevalvereins Harmonien Großen-Linden wurde vom Tod des langjährigen Vorsitzenden und Sitzungspräsidenten Carsten Born getrübt.

Linden (twi). Tische und Bänke mussten noch aufgestellt werden, denn mit einem solch vollen Kirmeszelt hatte keiner gerechnet. 555 Besucher wollten sich nach 27-monatiger Durststrecke das närrische Spektakel des Karnevalvereins Harmonien Großen-Linden (KVH) zu dessen 70. Geburtstag nicht entgehen lassen.

Das Fest war getrübt durch den Tod des langjährigen Vorsitzenden und Sitzungspräsidenten Carsten Born (siehe nebenstehenden Nachruf). Beim Einzug des Senats in das Kirmeszelt ging Dominik Papoulis mit einem Foto des Verstorbenen vorneweg, um dieses auf einem an der Bühne stehenden Tisch aufzustellen. Alle Senatsmitglieder trugen Trauerschleife.

Der stellvertretende KVH-Vorsitzende Matthias Zörb gedachte des »wahren Karnevalisten«. Dieser habe während seiner Amtszeit den Ausbau der Kontakte zu den Karnevalsturnern Waltershausen, nach Hüttenberg sowie zur Gießener Fassenachts-Vereinigung (GFV) intensiviert. »Ich danke Carsten ›Bonni‹ Born von ganzem Herzen. Wir werden ihn stets in Erinnerung behalten. Bonni, das Ding heute Abend ist für Dich«, erklärte Zörb und rief zu einer Schweigeminute auf.

Danach begann das närrische Programm, denn die Jugendgarde zog ein und begeisterte mit ihrem Gardetanz. Diesen hatten Anne Briegel und Julia Bender einstudiert. »Als Karnevalisten feiern wir eigentlich keine runden Jubiläen. Aber um den Verein am Leben zu erhalten und wieder von der Couch weg zu kommen, hatten wir kurzfristig die Idee, 70 Jahre zu feiern. Dies jedoch ohne Helau und Alaaf, denn wir sind ja nicht in der fünften Jahreszeit. Und weil wir außerhalb der Kampagne sind, tragen auch Elferrat und Senat hier keine Mützen«, erklärte Sitzungspräsident Stefan Jung, der durch das Programm führte. Eine Ausnahme gab es jedoch bei der Narren-Sommer-Geburtstagsfeier, denn alle Mitwirkenden auf der Bühne wurden mit dem Kampagneorden 2021 belohnt. Erste Gastakteurin war Tanzmariechen Jasmin Kreußel (KFA Allendorf).

Gerhardt Weber, das einzige noch lebende Gründungsmitglied, blickte auf die ersten zehn Jahre zurück. Er war 16 Jahre alt, als der Verein aus der Taufe gehoben wurde. Nach seinem Rückblick ehrte ihn Vorsitzender Patrick Weihrauch für 70 Jahre Treue.

Bühne frei für den Nachwuchs war bei den Darbietungen der »Dancing Girls« und der »Space Girls« angesagt. Unter der Leitung von Selina Heußel, Marleen Mordeja und Anne Mangi ging es mit den »Dancing Girls« nach Mexiko und anschließend im fliegenden Wechsel mit den 13 »Space Girls« in die Welt der »Superhelden«. Yasmin Eise, Julia Bender und Anne Briegel hatten diesen Tanz einstudiert.

Nach der Garde aus Allendorf war mit dem »Jugend-Flashmob« der Höhepunkt des Abends angesagt. Allein schon der Einzug der 70 Kinder, die auf und vor der Bühne mit ihren grünen T-Shirts zur Musik »Von allein« ihre Begeisterung auf die Zuschauer überschwappen ließen, sorgte für donnernden Applaus. Alle Jugendgruppen - also die »Lollipops«, »Dancing Girls«, »Space Girls«, »Graffitis« und die Jugendgarde - hatten sich zu dieser besonderen Einlage zusammengefunden. Xenia Walezki, Johanna von Stoutz, Selina Heußel, Marleen Modeja, Anne Mangi, Yasmin Eise, Julia Bender, Vivian Strobl, Julia Bender, Anne Briegel und Heike Strobl zeichneten für den Flashmob verantwortlich.

Für Stimmung sorgte das »No names«-Quartett aus Allendorf, gefolgt von den Kadetten aus Heuchelheim. Den gesanglichen Schlusspunkt setzten »5mal5«. Anke Marny, Jessica Herr, Kai Herr, Matthias Zörb und der singende Sitzungspräsident Stefan Jung begeisterten mit Liedern wie »1000 Nächte«, »Komm, wir halten die Welt an« und »Es gibt kein Wort«.

Zum Finale versammelten sich die Mitwirkenden auf der Bühne und die Narrenfeier im Sommer ging zu Ende. Im Anschluss an das zweieinhalbstündige Fest spielte die vierköpfige Unplugged-Coverband »Sophisticated Butcher Fingers« auf.

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Zu einem »Flashmob« versammelten sich alle Jugendgruppen vor und auf der Bühne. Foto. Wißner © Thomas Wißner

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