Neue Kita in Leihgestern eröffnet

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LEIHGESTERN - (ww). Der Erste Stadtrat Harald Liebermann (CDU) hat es gleich zu Eröffnung entdeckt. Es fehlt ein "s". An der Ostwand steht "Kindertagestätte Kinder(t)räume". Wo gehobelt wird, fallen bekanntlich auch Späne. Das zweite "s" wird jetzt nachinstalliert. Liebermann, der Bürgermeister Jörg König (CDU) im Urlaub vertritt, stellte am Freitag die neue Kita auf der Pauluswiese in Leihgestern vor.

Zusammen mit den Stadträten Uwe Markgraf (SPD) und Michael Wolter (Grüne) sowie Fachbereichsleiter Zentrale Dienste/Finanzen Florian Jochim, Stephanie Granzer vom Fachdienst Personal und Simone Müller, zukünftig zuständig für die Kindergärten, schaute er sich im schmucken Bau um.

Geplant war seitens der Stadt, den neuen Kindergarten im Bereich Pauluswiese bereits zum neuen Kindergartenjahr am 1. August zu eröffnen, doch schon vorher zeichnete sich ab: Der Termin ist nicht zu halten. Corona-bedingte Lieferverzögerungen traten auf und auch die Personalsuche gestaltete sich schwierig. Zum 1. Oktober wurde es jetzt offiziell.

Regel: Schuhe ausziehen

Die erste Regel für alle beim Betreten der Kita heißt "Schuhe ausziehen" und erinnert an japanische Gepflogenheiten, die in Linden aufgrund der Partnerschaft mit Warabi gut bekannt sind.

Die neue Leiterin Mahkameh Farahpour-Haghani und ihre Stellvertreterin Annika Klinger begrüßen das Tross. Liebermann freut sich zur Eröffnung über einen sonnigen Herbsttag. Er betont, dass es Schwierigkeiten mit Zulieferern gab. Wichtig sei gewesen, dass das Büro in der Kita gleich funktioniere.

5,34 Millionen Euro haben die "Kinder(t)räume" gekostet. An Zuschüssen landen über drei Millionen Euro vom Land auf dem Konto der Stadt, die damit nur rund zwei Millionen Euro selbst aufbringen muss.

Besonders fällt auf, dass das Außengelände des Kindergartens noch aus Gestrüpp besteht. Dazu betont der Bürgermeister-Vertreter, dass sich dieser Zustand in absehbarer Zeit ändern werde.

In dem Gebäude können 125 Kinder in fünf Gruppen betreut werden, einst war eine Gruppe weniger geplant. Die Gruppennamen stehen bereits fest. Es werden die "Sternenbande", die "Mondlichter", die "Glühwürmchen" und die "Traumfänger", aber auch die "Wolkenflitzer", eine Gruppe unter Dreijähriger, dort residieren.

Momentan betreut das Personal nur 48 Kinder. Weitere Anmeldungen werden Monat pro Monat erwartet, betonte Leiterin Farahpour-Haghani. Für November sind schon welche vorhanden. "Das wird sich füllen."

Derzeit sind 14 von 18 vorgesehenen Stellen besetzt, informierte die Personalleiterin der Stadt Linden, Granzer. Darunter finden sich zehn Stellen als Erzieherinnen. Eine Hauswirtschaftskraft und zwei Reinigungskräfte zählen ebenfalls zum Personal wie auch eine weitere pädagogische Fachkraft.

Farahpour-Haghani und Klinger stellen im Erdgeschoss in einem breiten Flur die pädagogische Konzeption vor. Im Kleinkinderbereich steht der Ansatz von Emilie Pikler, einer ungarischen Kinderärztin, im Vordergrund. Achtsamkeit und Warmherzigkeit werden hier gelebt, betont Klinger. Für die Größeren setzt Fourahpour-Hagani die Reggio-Pädagogik, benannt nach einer italienischen Stadt, um. Hier geht es darum, den Forscherdrang zu wecken und Projekt bezogen zu arbeiten.

Die Kita-Räume sind in kräftigen, aber auch beruhigenden Farben gestrichen, allerdings noch kahl. Sie werden bald mit von den Kindern gemalten Bildern, die auf Tafeln mit Magneten befestigt werden, lebendiger.

Kletterwand fehlt noch

Im Turnraum fehlt noch eine Kletterwand. Möbel zum Zusammenbau stehen vor dem Büro der Leitung. Später sollen hier die Eltern vor Gesprächen mit der Leitung gemütlich warten können. Kartons befinden sich noch fein aufgestapelt und ungeöffnet im Eingangsbereich. Doch die Hauptsache für die Kinder sind Spielsachen, wie auch Tische und Stühle, aber auch Regale, die sich bereits in den Räumen finden. Gegessen wird im Erdgeschoss, hier liefert der Bio-Caterer Safran aus Hüttenberg die Menüs. Die "Wolkenflitzer"-Gruppe, die noch nicht besetzt ist, hat oben ihren Essraum und einen gesicherten Balkon, auf dem nach Herzenslust gespielt werden kann.

Die fehlende Außenanlage fangen die Erzieherinnen bei schönem Wetter mit Spaziergängen auf. Daher fanden sich am Freitag nur eine Handvoll Kinder im Obergeschoss, als die Offiziellen dort vorbeischauten. Dorthin gelangen gehandicapte Kinder auch mit einem barrierefreien Aufzug. Für die Heizung wird Fernwärme genutzt. Eine Lüftungsanlage mit Filtern ist verbaut, die man auch leise hört.

Vom Erd- führt in das Obergeschoss eine gewaltige Treppenkonstruktion. Wenn Theater gespielt oder eine Präsentation auf einem Beamer angeschaut wird, können hier Eltern, aber auch Kinder wie auf einer Tribüne Platz nehmen.

Ihre Feuertaufe hat die Kita bereits vor einer Woche bestanden, als die erste Gruppe einzog.

Der Unternehmer Kai Laumann zeichnete für die Umsetzung des Baus in 13 Monaten verantwortlich. Bereits 2016 hatte Bürgermeister Jörg König eine weitere Kita gefordert, vor dem Hintergrund der Umsetzung des Baugebietes "Nördlich Breiter Weg" durch die Hessische Landgesellschaft.

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