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Neues Rückhaltebecken am Wißmarer Bürgerhaus

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Bauamtsleiter Kai Mandler, Bürgermeister Marc Nees und der kaufmännische Bereichsleiter der Gemeindewerke, Ralf Schmitz (v.l.), vor dem Kanaleingang, der zum Regenrückhaltebecken am Wißmarer Bürgerhaus führt. Foto: Theis © Theis

1,3 Millionen Euro hat das Regenrückhaltebecken am Wißmarer Bürgerhaus gekostet, das jetzt in Betrieb genommen wurde.

Wettenberg (lth). In der Vergangenheit kam es in Wettenberg, allen voran im Ortsteil Wißmar, bei Starkregenereignissen immer wieder zu Hochwasser und Überschwemmungen. Besonders die Anwohner der Marburger Straße hatten mit vollgelaufenen Kellern und dadurch resultierenden Wasserschäden zu kämpfen. Nachdem im vergangenen Jahr bereits kleinere Rückhaltebecken in östlicher Ortslage in Betrieb genommen wurden, wurde am Montag der Startknopf zur Inbetriebnahme des größten Regenrückhaltebeckens am Wißmarer Bürgerhaus betätigt.

2019 beklagten die Wißmarer Bürger nach teils heftigen Überschwemmungen einen Gesamtschaden von rund 250 000 Euro. Als Konsequenz leitete die Gemeinde erste Schritte ein, um Pufferbecken für Regenwasser zu bauen. So wurden bereits 2021 an der östlichen Lohrbach zwei kleine Becken sowie ein Niederschlagswasserentlastungskanal in der Marburger Straße mit Gesamtkosten von rund 850 000 Euro fertiggestellt. Der zusätzliche Kanal in der Marburger Straße führt zu einer deutlichen Entlastung des Hauptkanals und soll verhindern, dass überhaupt Wasser in der Marburger Straße ankommt.

Das Rückhaltebecken am Wißmarer Bürgerhaus hat nach Angaben von Ralf Schmitz, Leiter des Fachbereiches Finanzen und kaufmännischer Betriebsleiter der Gemeindewerke, ein Fassungsvermögen von rund 550 Kubikmetern. Gekostet hat es in etwa 1,3 Millionen Euro. Bei Starkregen soll es die Wassermassen auffangen, bevor sie in den Ortskern fließen können. Carsten Schön und Jan-Philipp Menz vom Ingenieurbüro Zick-Hessler hatten das mehrstufige Hochwasserschutzkonzept der Gemeinde Wettenberg erarbeitet.

Bislang sind die Kanalsysteme in den Straßen »Auf dem Stiel« und »Am Bürgerhaus« an das neue Rückhaltebecken angeschlossen. Doch im nächsten Schritt soll schon bald das Kanalnetz so umstrukturiert und geändert werden, dass die Kanäle in den Straßen »Katzensprung«, »In den Wiesen« sowie ein kleiner Teil des Hainerwegs ebenfalls ins Auffangbecken am Bürgerhaus fließen, wie Schmitz erklärte.

Verzögerungen bei weiteren Becken

In diesem Jahr sei man glücklicherweise von Starkregenereignissen verschont geblieben, doch die Weichen für die Zukunft seien gestellt und man befinde sich in Wettenberg in Sachen Hochwasserschutz auf einem »guten Weg«, sagte Bürgermeister Marc Nees.

Allerdings ärgert er sich darüber, dass es bei weiteren Becken, die am Westrand von Wißmar geplant sind, zu massiven Verzögerungen kommt. »Wir als Gemeinde wollen gerne mehr tun, aber kommen nicht voran, da es bei den zuständigen Behörden stockt«, schilderte der Bürgermeister. So befinden sich derzeit die vorgesehenen Flächen »Steinborn« an der Lohrbach, »Grubenberg« sowie am »Gierndbach« in der Warteschleife, da es unter anderem noch naturschutzrechtliche Prüfungen abzuwarten gilt.

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Tief unter der Erde wurde das Auffangbecken gebaut, damit in Zukunft die Wassermassen bei Starkregenereignissen aufgefangen werden können. Foto: Gemeinde Wettenberg © Gemeinde Wettenberg

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