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Nicht alles darf in den Bach

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Kreis Gießen (red). »Nicht überall wird alles Abwasser optimal entsorgt«, sagt Christian Zuckermann, hauptamtlicher Kreisbeigeordneter und Umweltdezernent im Landkreis Gießen. Dabei sei die richtige Abwasserentsorgung ein wesentliches Standbein zur nachhaltigen Sicherung der lebensnotwendigen Ressourcen Wasser und Boden.

Der Landkreis klärt daher Kommunen über Anforderungen und Einhaltung der ordnungsgemäßen Abwasserentsorgung auf, heißt es in einer Pressemitteilung.

Hierzu gab es kürzlich eine virtuelle Arbeitstagung, um über bestehende Regeln und deren praktische Einhaltung zu informieren. Die Abwasserbeseitigungspflicht sei nach dem Hessischen Wassergesetz von den Kommunen zu tragen.

In der Regel werde das häusliche Abwasser vorbildlich entsorgt, bescheinigt Zuckermann. In einigen wenigen Fällen würden aber private Kleinkläranlagen oder Sammelgruben nicht korrekt betrieben. Oft sei dies historisch bedingt und geschehe aus Unwissenheit, was mitunter der Umwelt schade und regelwidrig sei.

Nicht alle Haushalte sind an einenen kommunale Kanal angeschlossen. Dies betreffe vor allem außenliegende Wohnhäuser. Klärschlämme und Grubeninhalte müssten dem Abwasserverband oder der Kommune überlassen werden.

Mit wasserrechtlicher Sondergenehmigung dürfe an solchen Anwesen eine Kleinkläranlage betrieben werden. Darin behandeltes und gereinigtes Abwasser darf zum Beispiel in einen Bach eingeleitet werden, was aber nicht für die anfallenden Klärschlämme gelte. Der beim Betrieb einer Kleinkläranlage anfallende Klärschlamm sowie das Abwasser, welches in überlaufsicheren dichten Gruben gesammelt werde, müssten kostenpflichtig in einer kommunalen Kläranlage entsorgt werden.

Allerdings werden in der Praxis Klärschlämme und Abwässer aus Sammelgruben mitunter zusammen mit Gülle und Abwasser aus der Tierhaltung zur Düngung auf Feldern ausgebracht. Eine landwirtschaftliche Verwertung des häuslichen Abwassers sei allerdings unzulässig. Der Fachdienst Wasser- und Bodenschutz habe eine Bestandserhebung gemacht, die örtlichen Kommunen und Abwasserverbänden zur Verfügung steht.

Einzelne Anlagenbetreiber könnten jetzt gezielt angesprochen und überprüft werden.

Sollten Betreibende einer solchen Anlage fachliche oder wasserrechtliche Fragen zum Anlagenbetrieb haben, werden diese vom Fachdienst Wasser- und Bodenschutz - am besten über das Funktionspostfach uwb@lkgi.de - beantwortet.

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