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Nicht »er« oder »sie«, sondern Gott

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Der Weltgebetstag der Frauen wurde auch in der Kirche Leihgestern begangen. © Wißner

Kreis Gießen (twi). »Ich werde euer Schicksal zum Guten wenden....« (Jeremia 29,14) war am Freitag das Thema zum Weltgebetstag aller Konfessionen.

In diesem Jahr hatten Frauen aus England, Wales und Nordirland dazu eingeladen den Spuren der Hoffnung nachzugehen. Was wird aus uns werden? Wie wird es weitergehen - im alltäglichen Leben aber auch mit unserer Welt im Ganzen?

Verunsicherung und Angst

Selten haben so viele Menschen mit Verunsicherung und Angst in die Zukunft geblickt wie in der Zeit der Pandemie. Christinnen glauben an die Rettung dieser Welt, nicht an ihren Untergang.

In der evangelischen Kirche Leihgestern waren Frauen der beiden evangelischen Kirchengemeinden Großen-Linden und Leihgestern wie auch der katholischen Christkönigspfarrei Linden zusammengekommen und brachten sich in der Gestaltung des Gottesdienstes mit ein.

»Wir können Gott nicht begreifen. Deshalb beschreibt die Bibel Gott mit einer Vielzahl von Vergleichen. Manche dieser Bilder sind sogar gegensätzlich. In Jesaja 40 wird Gott zuerst als mächtiger Krieger dargestellt, dann als zärtlicher Hirte. Es ist wichtig, diese Bilder zusammen zu sehen, um ausgewogen von Gott zu sprechen. Ebenso finden wir in der Bibel männliche und weibliche Bilder für Gott - auch wenn Gott weder Mann noch Frau ist. Denn wenn wir über Gott sprechen, verwenden wir Eigenschaften, die oft als besonders mütterlich oder väterlich gelten. Eine rein männliche Sprache für Gott ist nicht biblisch und verliert das facettenreiche Gottesbild, das wir in der Bibel finden, aus dem Blick«, so Pfarrer Edwin Tonn. »Gott, unsere Mutter und unser Vater« werde nicht in der Absicht gebetet, um zu provozieren, sondern um einen kleinen Schritt in Richtung eines umfassenden Verständnissen von Gott jenseits des Geschlechts zu tun.

»Wir sprechen auch von Gott nicht als ›er‹ oder ›sie‹. Wir wollen durch dieses Gleichgewicht der Gottesbilder Frauen und Männer dazu ermutigen, offen zu sein für neue und tiefere Erfahrungen der Liebe, die Gott für die ganze Schöpfung hat. Die einzigen Texte im Gottesdienst, die »er« und »ihm« verwenden, sind Linas und Emilys Geschichten, wo wir die Worte beibehalten, die sie selbst benutzt haben.«

Weil die Corona-Pandemie ein anschließendes Beisammensein verhinderte, bekamen die Teilnehmerinnen jeweils ein Päckchen mit typisch britischen Inhalt überreicht.

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