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»Ort der Begegnung«

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»Schaller Architekten« aus Stuttgart sehen viel Grün für den Quartiersplatz vor. Visualisierunng: Schaller Architekten © Red

Der Ideenwettbewerb zum »Rinn & Cloos«-Gelände in Heuchelheim ist abgeschlossen. Es gibt zwei gleichberechtigte Gewinner.

Heuchelheim. Der Wettbewerb für das »Rinn & Cloos«-Gelände ist entschieden. Und er hat mit den Ideen von »Artec Architekten« aus Marburg sowie von »Schaller Architekten« aus Stuttgart zwei gleichwertige Erstplatzierte hervorgebracht. »Zusätzlich zu den guten Ideen von Faber & Schnepp sollte dieser Wettbewerb, dessen Initiative aus der Gemeindevertretung stammt, einen kreativen Touch bringen. Die Verwaltung lobt die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Bauunternehmen und Mitarbeiter Carsten Sann«, sagt Erster Beigeordneter Dr. Manfred Ehlers (Freie Wähler) im Gespräch mit dem Anzeiger. Im September können die Beiträge im »Rinn & Cloos«-Carré besichtigt werden.

Wohnen, Arbeiten und Einkaufen

»Ein Ort der Begegnung aller Heuchelheimer und der Umgebung mit einer Kombination aus Wohnen, Arbeiten und Einkaufen mit höchster Lebensqualität soll in Heuchelheim entstehen. Zudem werden möglichst viele Bestandsmaterialien wiederverwendet, Verkehr reduziert und CO2 eingespart«, informiert die »R&C Heuchelheim Entwicklungs-GmbH« in einer Mitteilung über Hintergründe des Wettbewerbs. Wichtiges Ziel sei insbesondere der Erhalt des historischen Ensembles, das sowohl durch dasselbe Material als auch in Form und Höhenentwicklung als das Herz des Areals beibehalten werden solle. Ziel des Wettbewerbs sei es gewesen, das Gelände auf dieser Basis in einer ganzheitlichen Nutzung neu zu denken und entsprechende Ideen und Perspektiven zu generieren. Sie sollten die Historie des Industriestandorts und den Charme des Geländes in die Entwicklung einbinden.

Von den Teilnehmern seien konkret städtebauliche und architektonische Ideen inklusive eines Konzepts für fahrenden und ruhenden Verkehr gefordert worden. Auch die Alltagstauglichkeit habe eine erhebliche Rolle gespielt. Die Konzepte sollten sich sowohl an der tägliche Nutzung etwa durch Mobilität und Anlieferung und räumlicher Nähe ausrichten als attraktiv für ein breites Spektrum von Nutzern wie Familien, Singles oder Senioren sein. Letztlich musste die bauliche Umsetzbarkeit des zu erstellenden Konzepts im Sinne von Genehmigungsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit und in separaten Bauabschnitten möglich sein. »In mehreren Beurteilungsrunden wurden die Arbeiten anhand vordefinierter Kriterien bewertet, kritisch betrachtet und intensiv diskutiert. Kriterien für die Grundlage der Auslobung und die Basis für die Bewertung des Preisgerichts waren unter anderem die Leitidee und die konzeptionelle Umsetzung, die städtebauliche Qualität mit der Aufenthaltsqualität und der Vermeidung monotoner Bebauung im Speziellen, das Verkehrs- und Mobilitätskonzept, die denkmalpflegerische Qualität und Sicherstellung des Ensembles sowie die Berücksichtigung weiterer Nachhaltigkeitskriterien«, so die »Entwicklungs-GmbH«.

»Identität des Ortes wird gewürdigt«

»Der Entwurf von ›Schaller Architekten‹ überzeugt durch eine klare Teilung zwischen dem historischen Bereich und der kleinteiligeren Wohnbebauung. Die Identität des Ortes wird angemessen gewürdigt und fortentwickelt, so dass eine qualitätvolle Neuinterpretation des Areals möglich erscheint, erklärt die Jury. Die Arbeit des Marburger Architekturbüros besteche besonders durch seine großförmige, städtebauliche Figur sowie die große Grünfläche im Süden. Auch die Platzierung der Kindertagesstätte wird als sehr bereichernd für das gesamte Quartier gesehen«, heißt es in der Mitteilung weiter. Die Jury habe sich zusammengesetzt aus Architekten, Ingenieuren, Stadtplanern, Verkehrsplanern, Vertretern der Gemeinde sowie der Entwicklungs-GmbH. Vertreten gewesen seien unter anderem Stadtplanerin Elisabeth Schade aus Gießen, Diplom-Restaurator Hanno Born aus Eberstadt sowie Bürgermeister Lars Burkhard Steinz (CDU).

Konzipiert habe den Wettbewerb Prof. Maik Neumann auf Basis einer Potenzialanalyse der TransMIT GmbH. Sechs Architekturbüros seien aufgefordert gewesen, ein nachhaltiges und praktikables Entwicklungskonzept zu erstellen. »Die Vorgaben der Potenzialanalyse in Abstimmung mit der Gemeinde und der ›R&C Heuchelheim Entwicklungs-GmbH‹ galt es in einer Mischung aus städtebaulichen und architektonischen Entwürfen umzusetzen«, fasst die GmbH abschließend zusammen. Die Ideen aus dem Wettbewerb sollen in die Entwicklung des Areals einfließen.

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So sehen »Artec Architekten« den Marktplatz auf dem »Rinn& Cloos«-Gelände. Visualisierung: Artec Architekten © Red

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