"Otto" kommt nicht nach Gießen

  • schließen

GIESSEN - (olz). Kehrtwende vor wenigen Minuten: Das geplante Logistikzentrum von Onlinehändler "Otto" kommt - entgegen anders lautender Informationen des Konzerns Mitte der Woche - nicht nach Gießen. Das haben das Hamburger Unternehmen, Revikon und Bürgermeister Peter Neidel soeben bestätigt.

Der Onlinehändler argumentiert mit Überlegungen zur Wirtschaftlichkeit, insbesondere in Zeiten der Corona-Krise. "Revikon wird den Kopf nicht in den Sand stecken", sagt Geschäftsführer Daniel Beitlich im Gespräch mit dieser Zeitung. Gemeinsam mit der Stadt werde man sich nun auf die Suche nach einem neuen Interessenten für das ehemalige AAFES-Areal machen mit dem Ziel, so viele Arbeitsplätze wie möglich nach Gießen zu holen (ausführlicher Bericht folgt).

Am Freitagmorgen hatten wir ursprünglich folgenden Artikel zum Thema veröffentlicht:

„Otto“-Logistikzentrum: „Gerade jetzt ein wichtiges Signal“ für Gießen

Schritt für Schritt zum "Otto"-Logistikzentrum: Seit einigen Tagen ist der maßgebliche Bebauungsplan "Am alten Flughafen III" rechtskräftig. "Wir haben uns sehr gefreut, dass das so schnell ging", teilt die "Otto"-Pressestelle mit. "Gerade jetzt ist das ein wichtiges Signal für die Zukunftsperspektive unserer Stadt", bewertet Bürgermeister Peter Neidel die fortschreitende Entwicklung auf dem und um das ehemalige AAFES-Areal.

Noch seien die Vorbereitungen des Geländes nicht abgeschlossen, informiert die Unternehmenskommunikation des Hamburger Versandhändlers. Bis "Otto" selbst aktiv werden und im nächsten Schritt einen Bauantrag stellen könne, werde es noch einige Zeit dauern. "Aber die Bodenarbeiten schreiten voran", teilt der Konzern mit.

Mit dem Verkauf des Grundstücks an "Otto" habe man einige Parameter vereinbart, die seine Firma erfüllen müsse, erklärt Revikon-Geschäftsführer Daniel Beitlich. Diese Maßnahmen, zu denen unter anderem der Abriss der alten AAFES-Gebäude gehört, arbeite man alle sauber ab. Vieles sei bereits erledigt, aber beispielsweise die Schaffung der sogenannten Bauhöhen des Bodens für die Neubauten seien noch nicht fertig. Beitlich verweist aber darauf, dass es für diese Maßnahmen einen Zeitplan gibt, an dem sich seine Firma bei der Vorbereitung des Geländes für den Bau des Logistikzentrums orientiert. "Wir haben den Erschließungsvertrag abgeschlossen, sodass nun auch die Erschließung des Areals voranschreiten kann", berichtet der Bürgermeister.

Rund 300 Millionen Euro will Onlinehändler "Otto" in sein neues Logistikzentrum in Gießen investieren. Geplant sind etwa 1300 Arbeitsplätze auf dem Gelände, von dem aus der "Army & Air Force Exchange Service (AAFES)" über Jahrzehnte Zivilgüter in alle Welt geschickt hat. Baubeginn für das Zentrum auf dem 340 000 Quadratmeter großen Gelände, das die Hamburger erworben haben, könnte Ende diesen oder Anfang kommenden Jahres sein. Neben dem Zentrum selbst entstehen auf dem Grundstück unter anderem auch Abstellplätze für Lastwagen. Zudem ist eine Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr vorgesehen.

Das könnte Sie auch interessieren