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Peter Fay nur für eine Amtsperiode Kreislandwirt

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Peter Fay vom Hof Obersteinberg tritt das Amt des neuen Kreislandwirtes an. © Wißner

Der 55-jährige Peter Fay vom Watzenborner Hof Obersteinberg wurde zum neuen Kreislandwirt gewählt und tritt damit die Nachfolge von Manfred Paul an.

Kreis Gießen (twi). Während die erneute Wahl von Anita Schneider für eine dritte Amtszeit als Landrätin im vergangenen Jahr wohl »das« Ereignis im Kreis war, so verlief die Wahl von Peter Fay zum neuen Kreislandwirt ohne großes Aufsehen ab. Nach zwölf Jahren und zwei Amtsperioden trat der zugleich auch als Vorsitzende des heimischen Kreisbauernverband fungierende Manfred Paul (Villingen) nicht mehr für eine weitere Amtszeit an.

In vierter Generation

Mit Peter Fay vom Hof Obersteinberg in Watzenborn-Steinberg übernahm der »Dino« die Nachfolge. Die Wahl des Kreislandwirts erfolgt durch die Mitglieder des Gebietsagrarausschuss (GAA) und diesem Gremium gehört der 55-jährige bereits seit Jugendzeiten an, als er 1984 Vorsitzender der heimischen Landjugend war. Aktuell gehört er dem GAA als Vorsitzender des Vereins für landwirtschaftliche Fortbildung an, die er einst besuchte. Als Techniker mit Fachrichtung Agrar führt Fay in vierter Generation den 1906 gegründeten und weit über die Pohlheimer Stadtgrenzen hinaus bekannten Hof Obersteinberg. Bundesweite Aufmerksamkeit erlangte der Hof, als 2017 die sich über drei Generationen erstreckende Betreiberfamilie zur »Agrarfamilie des Jahres« gewählt wurde. »Der Papa wird’s schon richten« - jener Titel eines Liedes von Peter Alexander beschreibt den neuen Kreislandwirt und sein Wirken auf dem heimischen Hof wohl am besten und wird auch so auf der Homepage des Hofes mit Hofladen verwendet.

Bei seiner Wahl machte Fay klar, dass er lediglich für eine Amtsperiode zur Verfügung steht und 2028 das Amt in jüngere Hände abgeben will. Auch hatte er bereits bei seiner letzten Wahl als Beisitzer im Vorstand des Bauernverband Gießen/Wetzlar/Dill angekündigt, das dies seine letzte Amtsperiode sei. Im März bei den anstehenden Vorstandsneuwahlen wird der neue Kreislandwirt somit nicht mehr kandidieren.

Sein Ehrenamt versteht Fay als Zwischenstelle der insgesamt 74 Ortslandwirte im Landkreis Gießen und dem in Wetzlar angesiedelten und für die Landkreise Gießen und Lahn-Dill zuständigen Amt für den ländlichen Raum. Der Flächenverbrauch ist aktuell das größte Thema, das die heimischen Landwirte umtreibt. Darüber hinaus sind auch Gespräche mit dem Veterinäramt und Regierungspräsidium Gießen an der Tagesordnung.

Als Vorsitzender der Landjugend hatte er noch den späteren Präsidenten des hessischen Bauernverbandes, Karl Stumpf (Harbach) als Kreislandwirt erlebt, der dieses Amt ebenso wie auch zuletzt Manfred Paul als Vorsitzender des Bauernverbandes bekleidete. 1990 hatte Stumpf das Amt des Kreislandwirst an Heinz Becker (Muschenheim) abgegeben, dessen Nachfolge dann Paul antrat. Zu Zeiten von Stumpf und Becker wurde der Kreislandwirt noch von den Ortslandwirten gewählt.

Hof vor 30 Jahren übernommen

Fay bringt viel Erfahrung beim Vollzug des Wandels der Landwirtschaft mit. Vor genau 30 Jahren übernahm Fay den Hof Obersteinberg, der mit Ackerbau, Hühner-, Schweine- und Rinderhaltung und Direktvermarktung mit einem Hofladen und Automaten breit aufgestellt und so auch in vielen Fragen direkter Ansprechpartner ist. Die neue Aufgabe wird ihm auch dadurch erleichtert, dass bereits die fünfte Generation Teile des Hofes betreibt. Der neue Kreislandwirt ist keiner, der sich aufdrängt, seine Stimme erhebt und vieles erzählt und nichts sagt, sondern einer, der seine Arbeit mit Rat und Tat eher in leisen Schritten vollzieht. Genau dies schätzen die heimischen Ortslandwirte an Fay, der seine ehrenamtliche Aufgabe, die in keinster Weise finanziell vergütet wird, nun neben der Hofarbeit angeht.

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