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Poesie und Parkplatz

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Wo sonst Autos stehen, kann man offenbar auch prima tanzen. Foto: Thiemo Roth © Thiemo Roth

Dutenhofen (red). Seit fünf Jahren gibt es die Tanzschule Balletto und in jedem Sommer gehört seitdem auch ein besonderes Highlight dazu. Seien es eigens choreografierte Vorstellungen, die alle - von den Dreijährigen bis zu den Ü-70-Tänzerinnen - einschließen und in der Zeit vor Corona in der Kongresshalle Gießen zu bejubelten Aufführungen wurden, oder seien es Tanzvideos, wie das »Project C« mit über 9000 Zuschauern im Internet.

Tarantella als Inspiration

In diesem Jahr riefen die Zwillinge Giuseppe und Michele De Filippis, die Lehrer und Inhaber von Balletto, ein neues Format ins Leben. Und zwar das Balletto-Sommerfest, ein von der süditalienischen Tarantella geprägtes Fest für alle - Schülerinnen und Schüler, Angehörige, Neugierige und Tanzbegeisterte. Der am Wochenende ungenutzte, große Parkplatz hinter dem Supermarkt Globus bot die Kulisse für Tanz, Gespräch und Kulinarisches.

Auf diese Weise wurde das Fest auch ein Nachbarschaftstreffen: Das Modehaus Schäfer versorgte die eigens beschaffte - und von einer Schar von Kindern sofort in Herz geschlossene - Hüpfburg mit Strom, das Catering mit Burgern und Bratwurst übernahm M&K, und auch andere Nachbarn, wie die Wohnwelt Dutenhofen, steuerten Tische und Bänke bei. Es kamen über 300 Gäste, Schülerinnen und Schüler, Eltern, Großeltern, ganze Familien und Balletto-Verbundene der ersten Stunde. Ein großes Wiedersehen, ein Fest für alle, die Muße hatten, einen ungewöhnlich warmen Sommertag mit Gleichgesinnten zu verbringen.

So wurde natürlich auch getanzt - und wie! Zunächst zeigten die erwachsenen Schülerinnen eine mit Folkwang-Elementen versetzte Abstraktion der apulischen »pizzica«. Darauf folgte eine Darbietung der Kleinen, die erst einmal auf den Asphalt brachten, was sie im vergangenen Jahr gelernt hatten, und daraus dann einen Flashmob machten, der selbst anfangs tanzunwillige Väter und Großväter überzeugte, mitzutanzen.

Schließlich sah man ein ungewöhnliches Trio der Balletto-Zwillinge mit einer langjährigen Schülerin - eine Hommage an Momix, eine profilierte amerikanische Compagnie, mit denen Giuseppe und Michele De Filippis in ihrer Zeit in Rom eng zusammenarbeiteten. Italienische Gastfreundschaft führte dazu, dass sich alle wohlfühlten und sich wieder in Erinnerung riefen, dass man überall tanzen kann, und dass Poesie und Parkplatz keine Gegensätze sind.

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