Pohlheim: "Den Würfel rausgeholt"

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POHLHEIM - (ww). Udo Schöffmann (CDU), Rucks Vorgänger, irritieren die Debatten um die Groß-Kita Ein Kostenrahmen von 6,8 Millionen Euro sei nie beschlossen worden. Die Zahl resultiere aus einer Schätzung durch die Verwaltung anhand vorhandener Zahlen des Landkreises, der die Kindergartenaufsicht innehat. Es seien Baukosten realisierter Projekte pro Gruppe hochgerechnet worden.

Darauf beruhe die Grobschätzung. Danach sei erst mit der Kindergartenleitung, dem Landkreis und der Verwaltung das genaue Raumprogramm für den Architektenwettbewerb aufgestellt worden. In dessen Bewertungskommission seien Reimar Stenzel für die Grünen, Fabian Schäfer für die FDP, Michael Wagner für die CDU, Andreas Schuch für die FW und Horst Biadala für die SPD und Ewald Seidler als damaliger Erster Stadtrat entsandt worden. In den Ausschreibungsunterlagen für den Wettbewerb sei die Grobschätzung als Rahmen verankert worden. Die Bewertungskommission habe den Vorschlag des Planers einstimmig für gut befunden. Zwischen den unterschiedlichen Entwürfen gab es auch kaum Abweichungen bei den Kosten. Schon damals sei klar gewesen, dass die Raumplanung die gesetzlichen Vorgaben weit übererfüllt habe. Anstelle von 45 Quadratmetern Gruppenraum-Größe seien 50 Quadratmeter eingeplant gewesen. Kindergartenleitung und -aufsicht seien einbezogen worden. Vorwürfe diesbezüglich könne er nicht verstehen. Zu jedem Gruppenraum gebe es auch Schlafmöglichkeiten, die an sich nur für die unter Dreijährigen festgeschrieben seien. Je Gruppe ist auch ein eigenständiger Differenzierungsraum vorgesehen. Auch eine Kinderwerkstatt, ein Forscherraum und ein Sprachraum seien für je vier Gruppen einbezogen worden. Dem Mehrzweckraum für die Vereine seien Umkleideraum und Toiletten zugeordnet. Im Hinblick auf zukünftige Erfordernisse wurden Schlafplätze für Erzieher aufgenommen, um dem zukünftigen Bedarf für eine 24-Stunden-Betreuung abzudecken. Dieses Gebäude sollte mindestens für die nächsten 25 Jahre einen Maßstab in Bezug auf Raumkonzept und zukünftigen Bedarf darstellen. Die jetzt vorgelegten 19 Millionen Euro entbehrten jeder Grundlage. "Für diese Zahlen hat wohl jemand den Würfel herausgeholt, um das Projekt schlecht zu rechnen." Es habe auch keine Beauftragung zu seiner Amtszeit gegeben, die Groß-Kita für 10,7 Millionen Euro zu bauen.

Die Beauftragung sei auf Grundlage der Architekten-Honorarverordnung Zone drei erfolgt. Die Gesamtsumme des Projektes ergebe sich zunächst nach dem Ende der Planungsphase 4 (Baugenehmigungsreife), die wohl jetzt erreicht sei und an deren Ende eine realistische Kostenschätzung des Architekten von 10,4 Millionen Euro stehe. "Es war immer klar, dass eine verlässliche Zahl erst zu diesem Zeitpunkt feststehen kann und alles andere ein Blick in die Glaskugel gewesen wäre. Wenn man den Kindergarten billiger bauen will, dann muss man Räume streichen".

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