"Pusteblume" in Oppenrod: Erste Pläne für Neubau vorgestellt

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OPPENROD - (ebp). Weil der Platz in der Oppenröder "Pusteblume" knapp ist, soll bekanntlich ein Neubau her. Wie dieser aussehen könnte, präsentierte Andreas Schneider (Architekturbüro Schmitt und Kollegen, Gießen) in einer gemeinsamen Video-Sitzung von Bau- und Sozialausschuss. In Stein gemeißelt sei dabei jedoch noch nichts, betonte der Planer. Zunächst sei es darum gegangen, ein Raumprogramm für die Kostenschätzung zu entwickeln.

In der Vergangenheit habe man so geplant, dass möglichst viele Gruppen Räume gemeinsam nutzen können, so Schneider. Angesichts der Corona-Pandemie müsse man umdenken, und so planen, "dass jede Gruppe auch autark funktioniert". Da jede der Gruppen - im Neubau sollen künftig vier, statt bislang drei betreut werden - über einen eigenen Schlaf- und Differenzierungsraum sowie eigene Sanitäranlagen verfügen sollen, seien mehr Nebenräume notwendig. Schneiders Präsentation ging von rund 770 Quadratmetern Nutzfläche aus, verteilt auf zwei Geschosse. Dies sei "nicht übermäßig üppig, aber auch nicht zu sparsam".

Als "kleinen Luxus" habe man einen Raum für Elterngespräche und eine Bibliothek vorgesehen. Letztere könnte als Mehrzweckraum für gruppenübergreifende Veranstaltungen genutzt werden, ohne dass man im Speiseraum Tische rücken oder im Bewegungsraum Matten beiseiteräumen müsse. Das Gebäude hätte eine Größe von circa 23 mal 29 Metern und würde die Gemeinde rund 3,1 Millionen Euro kosten.

Wer die neue Kita letztendlich plant, steht noch nicht fest. Bauamtsleiter Michael Thelen verwies darauf, dass ein Architektenwettbewerb notwendig ist, wenn die Gemeinde Fördergelder beantragen will. CDU-Fraktionsvorsitzender Frank Müller sprach sich dafür aus, den Neubau "nicht nur quadratisch, praktisch, gut" zu entwerfen, sondern wünschte sich mehr "Innovation". Zudem müsse man sich überlegen, wie das Bestandsgebäude künftig genutzt werden soll. Einen Abriss befürworte man nicht. Alexander Zippel, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler (FW), gab zu bedenken, dass das vorhandene Gebäude einen "erheblichen Investitionsstau" aufweise.

Bei einer möglichen Nutzung in der Zukunft solle man die benachbarte Freiwillige Feuerwehr im Hinterkopf behalten, regte Claire Blaschke (CDU) an. Diese habe bereits ein Platzproblem und könne in der alten "Pusteblume" etwa Sanitäranlagen oder Räume für die Jugendfeuerwehr unterbringen. Ein Problem ist laut Blaschke zudem die Parksituation rund um den Kindergarten: "Jeden Morgen parken Eltern alles zu. Die Busse kommen nicht mehr durch."

Entstehen soll der Neubau auf der Grünfläche rechts neben der Feuerwehr, unterhalb der Rahberghalle. Das Gelände gehört der Gemeinde, derzeit stehen hier mehrere Obstbäume. Ob diese umgesiedelt werden können, müsse man noch klären, sagte Bürgermeister Dirk Haas (SPD). Auch wenn ein Ausgleich nicht nötig ist, wolle man dennoch einen schaffen - möglichst nah bei der Kita, "damit die Kinder den Äpfeln beim Wachsen zuschauen können". Bevor es mit dem Bau losgehen kann, muss noch der Bebauungsplan geändert werden. Gegen einen Neubau an alter Stelle spricht laut Architekt Schneider auch, dass das größere Gebäude die Rahberghalle verschatten würde. Zudem böte das neue Grundstück eine um fast ein Drittel größere Außenfläche.

Zur Frage, ob der Festplatz in die Planungen für eine neue Kita einbezogen werden kann, sagte der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Norbert Weigelt (SPD): "Oppenrod will den Festplatz auf keinen Fall aufgeben." Gegebenenfalls könne man ihn aber als Spielfläche einplanen, wenn der Festplatz nicht für Veranstaltungen gebraucht wird.

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