1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Kreis Gießen

Quo vadis Kloster Arnsburg?

Erstellt:

gikrei_klk_Arnsburg_Klos_4c_1
Die Zukunft des Freundeskreises Kloster Arnsburg ist noch ungewiss. Archivfoto: Kächler © Klaus Kächler

Der Freundeskreis Kloster Arnsburg sucht nach der Kündigung des Mietvertrages neue Wege. Eigentümer Graf zu Solms-Laubach hält sich zu seinen Plänen noch bedeckt.

Kreis Gießen . 62 Jahre lang haben sich die Mitglieder des Freundeskreises Kloster Arnsburg um den Erhalt der mittelalterlichen Klosteranlagen gekümmert. Doch weil der Eigentümer Karl Georg Graf zu Solms-Laubach dem Verein bereits im Februar den Mietvertrag kündigte, ist damit nun zum Jahresende endgültig Schluss,

Aus Enttäuschung über die Entscheidung des Grafen hatte der Verein sich im Sommer bereits auflösen wollen. Bei der entscheidenden Sitzung wurde allerdings das notwendige Quorum der Mitglieder für eine Entscheidung nicht erreicht. Stattdessen regte die Vorsitzende, Landrätin Anita Schneider, an, eine Arbeitsgruppe zur Frage einzurichten, unter welchen Voraussetzungen es für den Freundeskreis weitergehen könnte. Dieser Antrag wurde damals einvernehmlich angenommen.

Karl Georg Graf zu Solms-Laubach bestätigte dem Gießener Anzeiger, dass die Kündigung zum 1. Januar 2023 rechtskräftig wird. Auf die Frage, was er zukünftig mit dem Areal der Klosteranlage Arnsburg vorhat, sagte der Graf: »Es ist was am Entstehen. Wir haben in den vergangenen Monaten ein Team aufgebaut und ein Konzept ist bereits in Arbeit.« Was er genau plant, wollte er aber noch nicht verraten.

»Konstruktive Gespräche«

Landrätin Schneider sprach von »konstruktiven Gesprächen« in der Arbeitsgruppe. Sie betonte, dass sich der Verein - entgegen anderslautender Gerüchte - noch nicht aufgelöst hat. Einen Teil der Einrichtung wie Tische und Stühle zum Beispiel habe man aber schon ausgeräumt und an Vereine verschenkt oder eingelagert.

Die Bühne in der Kirchenruine ist abgebaut und vorerst bei der Kreisvolkshochschule (KVHS) in Lich eingelagert. Nun wird die KVHS ein Konzept erstellen, wie diese mobile Bühne künftig bei kulturellen Veranstaltungen im Landkreis zur Verfügung gestellt werden kann.

Die Arbeitsgruppe hat sich zweimal getroffen. Die Mitglieder wollen eruieren, ob ein neues Konzept den Fortbestand des Vereins sichern kann und ob eine weitere Zusammenarbeit mit dem Grafen hinsichtlich der Klosterruine möglich ist.

Es hat laut Schneider bereits Gespräche mit Karl Georg Graf zu Solms-Laubach gegeben, der sich eine weitere Zusammenarbeit durchaus vorstellen könne. Die Arbeitsgruppe werde sich mit dessen Konzept befassen und erst dann wolle der Freundeskreis eine Entscheidung treffen, wie es weitergeht. »Wir wollen jetzt nicht zu schnell handeln, sondern alles noch mal genau anschauen«, erklärte Schneider. Dazu wird eine Mitgliederversammlung einberufen, um über die Zukunft des Vereins zu beraten.

Hoffnung

Die Stimmung unter den Mitgliedern sei »unterschiedlich«, erklärte die Vorsitzende. »Die Kündigung des Vertrags durch den Grafen war für alle erst einmal ein Schock.« Es ginge ja nicht nur um die Arbeit, die die Mitglieder investiert hätten, sondern auch um die Spenden- und Fördergelder, die in der Vergangenheit eingeworben wurden, um dem Erhalt der Anlage zu dienen. Es sei nach wie vor große Enttäuschung da, aber auch Hoffnung auf den Fortbestand des Vereins in neuer Konstellation.

Die ehemalige Klosteranlage Arnsburg bei Lich gehört zu den herausragenden Kulturgütern der Region. Das Kloster blickt auf eine fast 850-jährige Geschichte zurück. Seit 1960 kümmerte sich der Freundeskreis Kloster Arnsburg mit viel ehrenamtlichem Engagement um den Erhalt der Ruine, organisierte viele Ausstellungen und Konzerte.

Auch interessant