Reiskirchen soll weiteren Kindergarten bekommen

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REISKIRCHEN - (ebp). Kindergarten-Plätze sind in der Gemeinde Reiskirchen knapp, insbesondere der Bedarf für Kinder unter drei Jahren ist laut Bürgermeister Dietmar Kromm (parteilos) groß. Um hier zeitnah Abhilfe schaffen zu können, will die Gemeinde das Gebäude in der Siemensstraße 3 anmieten und hier auf zwei Stockwerken eine dreigruppige Kita unterbringen.

Über den Abschluss des Mietvertrages, der zudem die Option für eine vierte Gruppe enthält, soll die Gemeindevertretung in der kommenden Woche entscheiden.

Am Donnerstagabend stand das Thema bereits auf der Tagesordnung im Haupt- und Finanzausschuss. "Es ist uns daran gelegen, dass der Vertrag zustande kommt", betonte Ausschussvorsitzender Gerhard Albach (Freie Wähler). Da jedoch noch einige Punkte im Vertragsentwurf überarbeitet werden müssten, hatten alle vier Fraktionen vorab ein gemeinsames Schreiben an die Gemeindeverwaltung geschickt. Bürgermeister Kromm verwies auf die knappe Vorlaufzeit, weshalb an manchen Stellen noch nachgearbeitet werden müsse. Der Umbau des Gebäudes sei "im Sinne aller, insbesondere der Eltern".

Angemietet werden circa 420 Quadratmeter Gebäudefläche und circa 550 Quadratmeter Außenfläche. Pro Jahr werden dafür rund 113 000 Euro fällig. Die Gemeinde trägt die Kosten für Spielgeräte und Co. für draußen sowie für die Küche und das gesamte bewegliche Mobiliar. Läuft alles nach Plan, könnte es ab August 2021 mit der Betreuung losgehen. Eine mögliche Verzögerung bis Dezember wird jedoch bereits im Mietvertrag berücksichtigt. Der Landkreis hat bereits "grünes Licht" gegeben.

Kritik an den Plänen kam vom Grünen-Fraktionsvorsitzenden Rolf Tobisch. "Wir hätten ein oder zwei Waldkita-Gruppen einrichten können, dann wäre der Druck aus dem Kessel. So wird mit sehr heißer Nadel gestrickt, das ist kein gutes Vorgehen." Kromm verwies darauf, dass vor allem U3-Plätze benötigt würden. In der Siemensstraße sollen künftig zwei Gruppen für jeweils bis zu 24 Kinder unter drei Jahren sowie eine altersübergreifende Gruppe mit maximal 25 Kindern untergebracht werden. "Im Wald wird das schwierig", sagte Kromm. Zudem schließe die neue Kita nicht aus, dass zu einem späteren Zeitpunkt auch noch eine Waldkita entstehen könnte. "Eine Waldkita würde Platz für U3-Kinder in anderen Einrichtungen schaffen", hielt Tobisch dagegen. Zudem sei die Betreuung im Wald schneller zu realisieren als ein Umbau.

CDU-Fraktionsvorsitzende Petra Süße begrüßte dagegen die Pläne: "Ein Neubau dauert, das hätte bei den Eltern für enormen Unmut gesorgt." Da das Gebäude für die Nutzung als Kindergarten vom Vermieter umgebaut werden muss, bekomme man eine "neuwertige Einrichtung". Zuvor war im vergangenen Jahr auch über eine Container-Kita im Fliederweg diskutiert worden. "Ob wir damit glücklicher wären, wage ich zu bezweifeln", sagte Süße.

"Eine dritte Kita in der Kerngemeinde ist auf keinen Fall verkehrt", befand Frank Arnold (SPD) und verwies auf mehrere Baugebiete. Die angepeilte Mietlaufzeit von 15 Jahren - mit der Option für die Gemeinde, um weitere 15 Jahre zu verlängern - sei zwar ein langer Zeitraum, "aber Reiskirchen wächst". Zudem müssten Eltern die Wahl haben, ob sie ihr Kind in eine Waldkita oder doch einen klassischen Kindergarten schicken wollen.

FW-Fraktionsvorsitzender Albach verwies auf das Kindergartenkonzept für die Gemeinde, das sich noch in der Ausarbeitung befindet. "Die Praxis hat uns überholt, wir brauchen jetzt die Plätze. Der Umbau hilft uns, den Eltern zu helfen." Einstimmig sprachen sich die Ausschussmitglieder für den Abschluss des Mietvertrages aus. Die Grünen enthielten sich.

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