Reiskirchens Jugendpfleger zieht Bilanz des Corona-Jahres

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REISKIRCHEN - (ebp). Die Corona-Maßnahmen haben auch weitreichende Folgen für die Kinder- und Jugendarbeit in den Kommunen. Welche Angebote in diesem Jahr möglich waren und wie die derzeitige Situation aussieht, erläuterte Jugendpfleger Sebastian Stumpf im Reiskirchener Sozialausschuss. Das ganze Jahr sei geprägt gewesen von den veränderten Rahmenbedingungen, man habe geplant, gehofft und bei Bedarf umgestaltet.

Es galt, Distanz zu wahren und Regeln einzuhalten. "Die Kinder haben sehr gut mitgemacht", lobte der Jugendpfleger.

Mit den steigenden Infektionszahlen und den verschärften Kontaktbeschränkungen sei es jedoch unmöglich, die gewohnten Angebote anzubieten. "Es dürfen sich nur Menschen aus zwei Haushalten treffen, und da zähle ich als Betreuer bereits dazu", sagte Stumpf. Im Sommer hatte man dagegen noch Glück: Die Ferienspiele seien sehr erfolgreich verlaufen, auch der Jugendaustausch mit der französischen Partnergemeinde Muttersholtz fand wie geplant statt. Zwei Wochen lang stand auf dem Sportplatz in Saasen alles im Zeichen der projektorientierten Ferienspiele - wenn auch diesmal wegen der Corona-Beschränkungen mit einer geringeren Teilnehmerzahl. Auch der Kinderclub konnte nach dem ersten Lockdown im Frühjahr wieder starten. "Wir haben bis zur letzten Minute versucht, das Angebot aufrecht zu erhalten, und den Kinderclub nach draußen verlegt." Mit den verschärften Regeln sei aber auch das ab November nicht mehr realisierbar gewesen. Auch die Jugendzentren sind geschlossen. Weil im Moment wenig möglich ist, plant der Jugendpfleger bereits die projektorientierten Ferienspiele für das kommende Jahr: Erste Betreuer hätten sich bereits angemeldet, der Sportplatz sei reserviert. Ebenfalls für 2021 strebt Stumpf eine Vernetzung mit der Reiskirchener Grundschule an - hier will die Jugendpflege künftig verschiedene Bildungsangebote stellen, etwa zu den Themen Konfliktmanagement und Umwelt.

Außerdem soll der Onlineauftritt der Jugendpflege ausgebaut werden. Nötig sei zudem eine bessere technische Ausstattung. Derzeit gäbe es für die Jugendpflege weder Lautsprecher noch eine Kamera, um beispielsweise digitale Treffen per Video zu realisieren. Kontakt mit den Jugendlichen hält Stumpf derzeit vornehmlich per Whatsapp. Langfristig seien Versuche, die Jugendarbeit digital zu stemmen, aber keine realistische Lösung. Im benachbarten Grünberg habe eine Umfrage unter den Jugendlichen ergeben, dass der Nachwuchs Wert auf den direkten Kontakt legt und wenig Interesse an digitalen Treffen hat. Insbesondere auf die Wiedereröffnung der Jugendzentren hofft der Nachwuchs: "Das ist der drängendste Punkt auf meiner Liste", so der Jugendpfleger. Einstimmig hat sich der Sozialausschuss zudem für den CDU-Antrag ausgesprochen, 5000 Euro für die Einrichtung und Unterstützung eines Jugendparlaments oder andere Aktivitäten im Bereich der Demokratiebildung in den Etat für 2021 einzustellen. Bereits Ende 2020 hatte sich die Gemeindevertretung für die Teilnahme an der Landkreis-Initiative "Jugendgerechte Städte und Gemeinden" ausgesprochen. Ziel ist es, junge Menschen in alle sie betreffenden Entscheidungsprozesse einzubeziehen.

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