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Rekord bei Wildschweinjagd

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Kreis Gießen (red). In ganz Hessen haben Jäger und Jägerinnen in der Jagdsaison 2021/2022 weniger Wildschweine erlegt als in der Vorjahressaison. Der Landkreis Gießen erzielte allerdings eine Rekordstrecke und liegt deutlich über dem Hessentrend, teilt Dieter Mackenrodt, der Vorsitzende des Jagdbeirats für den Kreis Gießen, in einem Resümee des Jagdjahres 2021/2022 mit.

4390 (gesamt mit Fallwild 4563) Wildschweine sind in der Jagdsaison 2021/2022 im Landkreis Gießen erlegt worden. Damit wurde sogar der Schwarzwildrekord 2018 übertroffen. Demnach wurden von April 2021 bis März 2022 laut aktueller Jagdstatistik für Schwarzwild 4390 Sauen erlegt - das sind 1813 Tiere mehr als noch in der Saison 2020/2021.

Laut Rückmeldung der Jägerinnen und Jäger im Kreis Gießen wurden in den vergangenen Jahren allgemein auch mehr Wildschweine gesichtet und auch Wildschweinschäden festgestellt.

Das Thema Afrikanische Schweinepest spiele im Kreis Gießen noch keine Rolle.

Im Kreis Gießen habe die Corona-Pandemie wenig Einfluss auf die Jagd genommen. Experten hätte eine niedrigere Strecke erwartet. Umso überraschender sei jetzt das Ergebnis.

Um der Afrikanische Schweinepest vorzubeugen, seien im Kreis diverse Maßnahmen ergriffen worden, erklärt das Veterinäramt des Kreises Gießen. Da die Hauptgefahr der Einschleppung weggeworfene infizierte Lebensmittel seien, die die Wildschweine fressen würden, seien Warnschilder auf Auto-Rastplätzen und Autobahntankstellen aufgehängt worden.

Außerdem sei ein Früherkennungssystem für die ASP in Hessen installiert worden. Dieses bestehe in einer Melde- und Untersuchungspflicht für sogenannte Indikatortiere. Das sind tot aufgefundene, verunfallte oder mit Krankheitserscheinungen erlegte Wildschweine. Probesets mit Tupfer und Formularen seien im Veterinäramt erhältlich.

Zudem hätten sich die Veterinärämter in Zusammenarbeit mit dem Katastrophenschutz auf einen Seuchenfall vorbereitet. Der Jagdbeiratsvorsitzende ist dem Landkreis Gießen dankbar, dass er die Gebühren zur Beprobung von Wildschweinen auf Trichinen aufgehoben habe. Durch massive Wildschäden müsse die Bejagung auf hohem Maße unter Beachtung des Elternschutzes aufrechtgehalten werden, um die Feld- und Wiesenschäden im Maße zu halten, erklärt Mackenrodt weiter. Gerade in den nächsten Wochen werde mit einer »Flut« an Frischlingen zu rechnen sein.

Die besondere Stellung der Jagd ergebe sich aus der Mitwirkung der Tierseuchenprävention, hier speziell in der verstärkten Bejagung der Wildschweine, um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu verhindern.

Als weiteren Aspekt nannte Mackenrodt die Bejagung des Reh- und Rotwildes. Durch eine engagierte Jagd unterstützten die Jäger die Maßnahmen zur Aufforstung wie Neuanpflanzungen sowie die Entwicklung der Naturverjüngung.

Zugleich erhöhe man in diesem Zusammenhang die Widerstandsfähigkeit der Wälder gerade im Hinblick auf den Klimaschutz, so Mackenrodt, der auch Vizepräsident im Landesjagdverband Hessen ist. Der Artenschwund in der Natur werde öffentlich nur bedingt wahrgenommen, bedauerte er. Feldhasen und Rebhühner seien als Schlüsselarten bekannte Opfer des Strukturwandels in der Landwirtschaft. Hier sollten Jäger und Landwirte aktiv die Lebensbedingungen des Niederwildes verbessern. Dazu sei bereits ein Rebhuhnhegering Gießen-Wetterau vor zwei Jahren gegründet worden. In diesem Zusammenhang forderte Mackenrodt auch die verstärkte Bejagung der Beutegreifer, besonders nannte er hier Waschbären, Fuchs aber auch Elstern.

Nachtzielhilfen einsetzen

Die Abschusszahlen beim Rehwild seien in den im Zuständigkeitsbereich liegenden Hegegemeinschaften steigend. Die Abschusspläne habe man allerorts übererfüllt. Hohe Jagdstrecken hätten die Jäger bei Reh- und Rotwild sowie Nilgans erzielt. Eine Rekordstrecke gab es auch beim Waschbären, der Krankheiten und Parasiten einschleppe. Mackenrodt riet für die kommende Jagdzeit zu Schwerpunktbejagungen - insbesondere auf Verjüngungsflächen. Bei der ASP-Prävention verwies er auf den Einsatz von Nachtzielhilfen hin.

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