1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Kreis Gießen

Rumpelweg demnächst Geschichte

Erstellt:

gikrei_wwP1130828_110522_4c
Ab hier führt die Kreisstraße in den Wald. Die ersten Schäden sind hier schon sichtbar. © Waldschmidt

Der Kreis lässt die K 394 bis zum Abzweig Schmelz noch in diesem Jahr sanieren. Kostenpunkt: 2,1 Millionen Euro.

Kreis Gießen (ee). Einen wahren Schlagabtausch gab es im Kreistag, als es um die Sanierung des Rumpelwegs, die Kreisstraße 394, von Krofdorf-Gleiberg bis zum Abzweig Schmelz ging. CDU, Grünen und FW beschlossen zuletzt, die 2,1 Millionen Euro teure Sanierung der Kreisstraße 394 für den Teilabschnitt zwischen Krofdorf-Gleiberg bis zum Abzweig Schmelz. Seit November ist dieser Abschnitt für Zweiradfahrer gesperrt. Die Maßnahme soll noch in diesem Jahr erfolgen.

Einem von der SPD ins Gespräch gebrachten wassergebundenen Fahrradweg erteilte Breidenbach eine Ansage, weil dann trotzdem Holztransporter hier fahren würden. »Deshalb ist diese Rechnung falsch, denn so oder so müssen wir investieren, so oder so müssen dort Lkws durchfahren, das werden wir als Kreis nicht verhindern können. Es ist nicht richtig, hier nur Stückwerk zu machen. Wir müssen diese Straße endlich einer Lösung zuführen. Wir sind als Straßenbaulastträger verpflichtet, der Verkehrssicherungspflicht nachzukommen. Deshalb müssen wir etwas tun, um die Straße danach abstufen zu können und dann die Kommunen Lollar und Wettenberg entscheiden können. Wir wollen kein Stückwerk, keine Fantasien, die den Realitätstest nicht bestehen, sondern die Straße in den vorgeschriebenen ordentlichen Zustand versetzen.«

Hamel zog angesichts der Debatten um die Kreisstraße einen Vergleich zur Stadt Gießen und der Diskussion um den Anlagenring. Er warf den Grünen vor, hier dem zu folgen, was die CDU schon immer wolle, »von Anfang bis Ende zu teeren«. Sein Vorschlag nur bis zum Forsthaus zu asphaltieren, fand keine Zustimmung.

Wettenbergs ehemaliger Bürgermeister Thomas Brunner (SPD) bemängelte, dass es kein Konzept gebe, »und jetzt einfach asphaltieren und hoffen, die Stadt Lollar und Wettenberg übernehmen, dann erachte ich das als blauäugig. Am Forsthaus endet das Interesse Wettenbergs«.

Martin Hanika (CDU) verteidigte die geplante Sanierung »als technisch gut, zweckmäßig und angemessen und ökonomisch. Auch aus Sicherheitsaspekten ist dies erforderlich. Es gibt nichts nachhaltigeres als dies zu tun«.

Der SPD-Fraktionsvorsitzender Dirk Haas kritisierte die Beschlussvorlage. »Da fehlt vieles. Wir kennen nicht den Unterbau der Straße, die ist nicht von selbst kaputtgegangen.«

Haas wünschte sich eine Voruntersuchung und beantragte eine Zurückstellung bis diese Angaben vorliegen. Breidenbach zeigte sich verärgert, dass hier eine Vorlage schlecht geredet werde. »Erst haben Sie das ganze Projekt in Frage gestellt und nun versuchen Sie es mit einer mangelhaften Vorlage«, warf er Haas vor und monierte einen fehlenden Lösungsvorschlag der SPD. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Kerstin Gromes, verteidigte die Entscheidung ihrer Fraktion. »Wir habe uns das sehr schwer gemacht, sehr intensiv darüber gesprochen und ausgetauscht. Es ist nicht so, dass es darum geht, das einer mit dem Pkw zur Schmelz fährt. Der Wald wird von Holz-Schwerlastern sehr stark genutzt. Da wird es bei einer wassergebundenen Straße dazu kommen, dass diese dann nur noch von einem Mountainbike befahren werden kann.«

Stilllegung in Sicht!?

Dem hielt Brunner entgegen, dass schon seit längerem in Wiesbaden ein Antrag auf Flächenstilllegungen in diesem Wald vorliege. »Es könnte sein, dass in wenigen Jahren diese intensive Waldwirtschaft nicht mehr stattfindet. Da bin ich doch erstaunt, dass sie beim Thema Krofdorfer Forst nicht auf der Höhe der Zeit sind«.

Auch interessant