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Rund 200 Ukrainer werden untergebracht

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Kreis Gießen (red). Der Landkreis Gießen wird Ende dieser Woche die ersten rund 200 ukrainischen Geflüchteten unterbringen, die das Land zuweist. »Die Menschen benötigen unsere Unterstützung und Solidarität«, betont Landrätin Anita Schneider (SPD) in einer Pressemitteilung.

Die Flüchtlinge werden von Ausländerbehörde des Landkreises registriert und in Zusammenarbeit mit den Kommunen in Unterkünfte gebracht. Über die zentrale Wohnraumbörse sind bisher Plätze für mehr als 1500 Personen angeboten worden.

Die Kommunen weisen dann den Wohnraum vor Ort zu, erklärt Sozialdezernent Hans-Peter Stock (Freie Wähler). Der Fachdienst Migration der Kreisverwaltung übermittelt den Rathäusern die einzelnen Unterkunfts-Angebote. Die Kommunen prüfen die Bedingungen und stimmen Zeitpunkt und Details der Unterbringung mit den Anbietern ab. Sie kümmern sich auch um die Beförderung der Menschen von der Kreisverwaltung zu den Quartieren. »Dieses Vorgehen haben wir gemeinsam mit den Städten und Gemeinden vereinbart. Ihnen gilt ebenso wie den vielen Menschen, die privat helfen, ein großes Dankeschön für diese Zusammenarbeit«, sagt Schneider. Der Landkreis sammelt weiter zentral alle Wohnraumangebote per E-Mail an gemeinschaftsunterkuenfte@ lkgi.de

Die Kreisverwaltung hat zugleich Kapazitäten aufgebaut, damit die Menschen aus der Ukraine an den Zuweisungstagen die Registrierung durch die Ausländerbehörde am Riversplatz durchlaufen können. Die Stadt Gießen hat dem Landkreis für einen Tag in der Woche die Rivers-Sporthalle überlassen, die tagsüber als zentraler Aufenthaltsbereich für wartende Personen zur Verfügung steht. Für andere Tage dient ein Zelt diesem Zweck, dessen Aufbau das THW übernimmt - denn auch unabhängig von der regulären Zuweisung durch das Land suchen mittlerweile täglich rund 70 bis 80 ukrainische Geflüchtete die Ausländerbehörde auf.

Bei der Registrierung wird auch die Möglichkeit zur Eröffnung eines Kontos berücksichtigt. Flüchtlinge aus der Ukraine können Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen.

Der Verwaltungsstab bereitet ebenfalls die Situation vor, dass kurzfristig eine großen Zahl von Menschen untergebracht werden soll. Nachbarlandkreise haben bereits Einsatzbefehle des Landes zur Unterbringung von jeweils 1000 Menschen erhalten. Dabei handelt es sich um zusätzliche Quartiere der Erstaufnahmeeinrichtung. Für den Landkreis Gießen gibt es noch keinen solchen Einsatzbefehl.

Zusätzlich prüft der Verwaltungsstab die Einrichtung einer Betreuungsstelle für den Fall, dass die vorhandenen Wohnangebote nicht mehr ausreichen. Mögliche Standorte könnten die Sporthallen der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Lich oder der Theo-Koch-Schule in Grünberg sein.

»Die Sporthallen müssen unter anderem über eine bestimmte Mindestgröße, ausreichend sanitäre Einrichtungen und über eine gute Belüftung verfügen«, erklärt Erster Kreisbeigeordneter Christopher Lipp (CDU) zur Auswahl. »Derzeit wissen wir nicht, ob die Belegung einer Sporthalle nötig wird. Wenn ja, wird sich der Landkreis mit den Schulen, den Kommunen sowie den Vereinen, die die betroffene Halle nutzen, abstimmen und um Ausweichhallen für den Schul- und Vereinssport bemühen.«

Der Fachdienst Migration des Landkreises sucht Sprachmittler, die Ukrainisch und/oder Russisch sprechen, und bei der Zuweisung von Menschen unterstützen können. Angebote nimmt Fachdienstleiter Achim Szauter entgegen, E-Mail Achim.Szauter@lkgi.de, Telefon 0641/9390-9761.

Weitere Infos rund um die Aufnahme von Menschen aus der Ukraine gibt es unter https://www.lkgi.de/gesundheit-und-soziales/3861-informationen-zur-aufnahme-von-menschen-aus-der-ukraine. Der Landkreis verweist auch auf die Integreat-App. Sie ist kostenlos verfügbar über den Google Play Store und den Apple Store.

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