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Sanierungskosten verfünffacht

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Von: Thomas Wißner

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Die Lahnbrücke vor Wißmar muss saniert werden. Foto: Wißner © Wißner

Die Erneuerung der Lahnbrücke vor Wißmar kostet den Kreis jetzt 1,75 Millionen Euro.

Kreis Gießen (twi). Was 2020 noch 350 000 Euro (brutto) kosten sollte, das verschlingt jetzt 1,75 Millionen Euro. Der Kreisbauausschuss beschäftigte sich mit der Lahnbrückensanierung über der Kreisstraße 25 bei Wißmar.

In der Sitzung des Kreis-Schulausschusses stellte Katja Mink von Hessen Mobil die jetzt aktualisierte Planung aus dem 2020 vor. Nach einer erneuten Bauwerksuntersuchung wurden weitere Mängel festgestellt, die zu der verfünffachten Summe führen.

Die Stahlbetonbrücke wurde vor fast genau einem halben Jahrhundert, 1973, ihrer Bestimmung übergeben. Das Bauwerk weist eine Spannweite von 92 Metern auf. Mit einer Erweiterung 1991 wurde neben den Fahrbahnen ein Radweg angelegt. Diese Maßnahme ist der Grund vieler Schäden. So ist etwa die Übergangskonstruktion schadhaft, die Kammerwand des Widerlagers auf Gießener Seite durchfeuchtet. Der Fahrbahnbelag auf dem Bauwerk weist zahlreiche Schäden auf. Auch das Geländer ist verdrückt. Die Entwässerung verstopft. In einem 2021 erstellten Instandsetzungsgutachten sind die Schäden dokumentiert.

Wie Mink erläuterte, gibt es ein Entwässerungsproblem, das nur durch die vollständige Erneuerung der Kappen und der Brückenentwässerung zu beheben ist. Eingehend muss auch die Fahrbahn der K 25 auf einer Länge von etwa 20 Metern im Bereich der Brücke erneuert werden.

Der Zustand der Übergangskonstruktionen erfordert statt des ursprünglich angedachten Austausches der Dichtprofile einen Austausch der gesamten Übergangskonstruktion. Für die Betoninstandsetzungsmaßnahmen an der Brückenunterseite werden Gerüste erforderlich. Die Bereiche unter dem Bauwerk sind nicht über Wege anfahrbar, sodass hier Baustraßen geschaffen werden müssen.

Die Gießener Seite des Bauwerkes liegt im Landschaftsschutzgebiet »Auenverbund Lahn-Dill«. Für die Herstellung der Baustraßen ist deshalb eine landespflegerische Begleitplanung erforderlich. Für die Kanufahrer auf der Lahn muss die Wasserstraße offengehalten werden.

Für Hängegerüst 400 000 Euro nötig

Ein hoher Kostenpunkt ist das für die Sanierung benötigte Hängegerüst, das allein mit rund 400 000 Euro zu Buche schlägt.

Im nächsten Nachtragshaushalt sollen die fehlenden Mittel in Höhe von 1,4 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Es erfolgte eine einstimmige Beschlussempfehlung für die anstehende Kreistagssitzung. Noch keine Kostenermittlung konnte für die anstehende Sanierung oder den Neubau einer Sporthalle an der Adolf-Reichwein-Schule (ARS) in Watzenborn-Steinberg vorgelegt werden.

Nach den Worten von Kreisschuldezernent Christopher Lipp (CDU) bestehe aufgrund einer Sportstättenuntersuchung im Landkreis »ein erheblicher Sanierungsbedarf« der kreiseigenen Liegenschaften. Der Kreis erhofft sich eine Förderung durch das im August neu aufgelegte Förderprogramm des Bundes »Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur« zumindest für die Sporthalle in Pohlheim.

Nach einer ersten groben Kostenschätzung würden rund sechs Millionen Euro für eine Dreifeld-Halle fällig, nur hochgerechnet. »Wir sind noch nicht in die Planung eingestiegen. Alles ist eine »Näherungsgröße« anhand von vergleichbaren Projekten, sagte Lipp. Am Ende stehe die Frage Sanierung oder Neubau. Erst dann gebe es verlässliche Zahlen.

Für den bis zum 30. September zu stellenden Förderantrag sei es unerheblich, ob es sich um eine Sanierung oder einen Neubau handelt. 45 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten würden durch das erst im August veröffentlichte Förderprogramm des Bundes übernommen. Dabei handele es sich um ein zweistufiges Interessenbekundungsverfahren, bei dem noch in diesem Jahr eine Mitteilung erfolgen soll, ob die zweite Runde vom Kreis erreicht werde oder nicht.

476 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt stehen für dieses Programm zur Verfügung. Das Förderprogramm sieht neben einem Bundeszuschuss von maximal 45 Prozent Zuschusshöhe eine Komplementärfinanzierung vor. Der Anteil des Landkreises an den Projektkosten würde sich demnach auf mindestens 55 Prozent belaufen.

Bei Kosten von sechs Millionen könne ein Zuschuss von 2,7 Millionen Euro erwartet werden. »Eine weitere Einnahme ergibt sich aus der Kostenbeteiligung der Kommune in Höhe von 25 Prozent«, da diese auch die Hallen für Vereinsaktivitäten nutze. »Es ist recht sportlich bis Ende des Monats einen Antrag zu stellen«, gab Schuldezernent Christopher Lipp zu. Der Ausschuss stimmte jedenfalls für die Einreichung.

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