Schnellbus fährt ab Montag von Laubach nach Gießen

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KREIS GIESSEN - (ww). In 35 Minuten von Ost nach West, aber auch umgekehrt, das ist im Landkreis ab 13. Dezember möglich. Landrätin Anita Schneider (SPD) stellte am Mittwoch in Laubach den neuen X-Bus vor. Dieser wird als Schnellbus wochentags im Stundentakt von Laubach nach Gießen und umgekehrt fahren.

Starthaltestelle ist der ehemalige Bahnhof in Laubach in Höhe Sparkasse, Ziel die Licher Straße in Gießen, hier Haltepunkt Friedensstraße. Die neue Linie GI-39 wird auch am Samstag fahren, allerdings dann im Zwei-Stunden-Takt. Von Gießen her startet die letzte Fahrt 23.10 Uhr nach Laubach. Sonntags sind keine Fahrten vorgesehen.

Der Schnellbus des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) hält nicht überall. Er fährt von der Haltestelle Busbahnhof der ehemaligen Residenzstadt über Wetterfeld, Münster, Nieder- und Ober-Bessingen mit einem Zwischenhalt an der Kreisverwaltung wochentags zum Endpunkt in die Licher Straße, wo Anbindung an die Bahn besteht. Es sind elf Haltepunkte bis Freitag und 13 am Samstag, da hier als Endstation der Bahnhof angesteuert wird. Kinobesuch und ein Abschlusstrunk in einer Gaststätte, wenn sie dann wieder geöffnet hätten, wären dadurch möglich, gerade für junge Leute eine Verbesserung im Nahverkehr, erklärten Anita Schneider und Anette Henkel (SPD), die Vorsitzende der interfraktionellen Arbeitsgruppe öffentlicher Nahverkehr des Kreistags ist, vor Ort.

6.21 Uhr ist die erste Fahrt montags bis freitags, am Samstag geht es um 8 Uhr von Laubach aus los. Die letzte Fahrt von Laubach nach Gießen ist um 17.54 Uhr wochentags und am Samstag um 22 Uhr.

Die Landrätin erklärte allerdings ausdrücklich, dass es sich um ein Pilotprojekt handele, das zunächst bis zum 30. Juni 2021 befristet ist. Mit der Durchführung unter der Regie der Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO) wurde die BSE GmbH aus Staufenberg um deren Geschäftsführer Udo Erletz und Markus Schwalb beauftragt.

Platz für 20 Personen

Schwalb betonte bei der Linienvorstellung, dass im barrierefreien Minibus derzeit 20 Personen stehend und sitzend Platz finden würden. Die Landrätin hofft nun, dass das Angebot so gut angenommen wird, dass ein normaler Bus ab Jahresmitte eingesetzt werden kann. Rund 140 000 Euro netto lässt sich der Landkreis das Pilotprojekt vorab kosten. Die VGO, die von Pressesprecher Sven Rischen vertreten wurde, ist wiederum Auftragnehmer des Linienbetreibers RMV. Im Nachbarkreis Marburg-Biedenkopf gebe es seit dem Wochenende vier X-Buslinien, erklärte Udo Erletz.

Vor eineinhalb Jahren wurde die Idee der Schnellbuslinie Laubach-Gießen geboren. Dank der interfraktionellen Arbeitsgruppe des Kreistages und der anderen Beteiligten konnte sie schnell umgesetzt werden, erläuterten Henkel und Schneider. Natürlich gibt es noch offene Wünsche, lachte die AG-Vorsitzende. Die Reaktivierung der Horloff- und Lumdatalbahn sowie ein zweites Gleis auf der Strecke der Vogelsbergbahn nannte sie beispielhaft.

Es gibt weitere Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr im Kreis, die mit Zahlungsübernahmen verbunden sind. Der Landkreis hat die VGO beauftragt, das Anruflinientaxi (ALT) zwischen Pohlheim und Linden vollständig zu finanzieren. Zuvor trugen die zwei Städte und die VGO gemeinsam die Kosten. Durch das ALT werden beide Städte erstmals im Nahverkehr verbunden. Das ALT Biebertal-Gießen (ALT GI-44) wird in ein stetes Busangebot zum Fahrplanwechsel überführt. Die Nachfrage sei hier in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Die VGO wird jetzt die Kosten von 25 000 Euro im Jahr tragen.

In Wettenberg soll das "Bussi" 2021 aufgewertet werden. Die Kosten in Höhe von 25 000 Euro für die Linie GI-82 würde im nächsten Jahr die VGO tragen. Die Elektrifizierung des bisherigen Angebotes für die Ortsteile ist angestrebt sowie die Ausweitung des Fahrplans mit Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, gegebenenfalls mit einer Anbindung an Biebertal.

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