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Schulbauten im Landkreis Gießen werden teurer

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Die Wiesengrundschule Leihgestern soll einen zweigeschossigen Erweiterungsbau für 3,2 Millionen Euro erhalten. Ob dieser auf der aktuell als Parkfläche vor der alten Mensa genutzten Fläche errichtet wird oder das Schulsportfeld dafür weichen muss, steht noch nicht fest. Foto: Wißner © Wißner

Mehrere Schulprojekte im Landkreis Gießen werden teurer und die Fertigstellung verzögert sich. Dies hat der Erste Kreisbeigeordnete Lipp im Ausschuss mitgeteilt.

Kreis Gießen (twi). »Wir haben aufgrund der aktuellen Situation erhebliche Probleme und Verzögerungen bei einzelnen Gewerken unserer Baumaßnahmen«, berichtete Erster Kreisbeigeordneter Christopher Lipp (CDU) den Mitgliedern des Kreistagsausschusses für Schule, Bauen, Planen und Sport, der im Bürgerhaus Wißmar tagte.

Dem Sachstandsbericht zu Maßnahmen innerhalb des Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) ist zu entnehmen, dass der Austausch der defekten Gasturbine gegen ein Blockheizkraftwerk an der Clemens-Brentano-Europaschule Lollar für 165 000 Euro abgemeldet werden musste, weil eine Umsetzung bis zum Jahresultimo 2021 nicht möglich war. Dies soll nun bis Ende September erledigt werden.

Mehrkosten: rund eine Million Euro

Beim Neubau der zentralen Grundschule Staufenberg muss das Gewerk »Innentüren« ein zweites Mal ausgeschrieben werden. Der Bauzeitenplan musste aufgrund von Lieferengpässen für bestimmte Materialien und daraus folgenden veränderten Bauabläufen angepasst werden. Aufgrund der aktuell gestiegenen Marktpreise im Bereich Metall und Holz sowie der erhöhten Energiekosten haben unterschiedlichen Firmen Mehrkosten in Höhe von rund einer Million Euro angemeldet, so dass von Gesamtkosten von 16,6 Millionen Euro und einer Fertigstellung zum Schuljahresbeginn 2023/24 auszugehen ist.

Weil die Elektroarbeiten und auch die Schlosserarbeiten für die Limesschule in Watzenborn-Steinberg zum zweiten und die Elektroarbeiten bereits zum dritten Mal ausgeschrieben wurden, sind bei dem 7,8-Millionen-Euro teuren Projekt »Bauzeitverzögerungen sowie enorme Preissteigerungen absehbar«, berichtete Lipp. Begründet wird dies unter anderem mit Lieferengpässen bei Stahl sowie gestiegener Energiekosten.

An der Willy-Brandt-Schule in Gießen, der Kreisberufsschule, werden die Dächer über dem zweiten und dritten Obergeschoss mit einer Verzögerung von einem halben Jahr erst in diesem Monat fertiggestellt.

An Neubaumaßnahmen, die sich in den vergangenen Wochen und Monaten konkretisiert haben, kündigte der Erste Kreisbeigeordnete für Mitte 2023 eine mit geschätzten Kosten in Höhe von 894 000 Euro geplante Sanierung und Umgestaltung einer Bushaltestelle an der Theo-Koch-Schule in Grünberg an. Fast 3,7 Millionen Euro werden in den Schulstandort Linden investiert, wo an der Burgschule in Großen-Linden das ehemalige Gebäude der Lindenschule komplett saniert und modernisiert werden soll. Hier sollen nicht nur die vier Klassenräume saniert, sondern auch eine Lüftungsanlage eingebaut werden. Bei Gesamtkosten von 450 000 Euro bekommt der Kreis Fördermittel von 43 000 Euro. Ende Dezember soll mit der Sanierungsmaßnahme begonnen werden.

Zwei Standorte stehen zur Wahl

An der Wiesengrundschule Leihgestern soll für 3,2 Millionen Euro ein zweigeschossiges Gebäude in Modulbauweise mit fünf Klassenräumen und Differenzierungsräumen errichtet werden. Zwei Standorte kommen in Frage: Das Sportfeld oder eine aktuell als Parkplatz benutzte Fläche, die sich vor dem alten Mensaanbau vor dem Hauptgebäude befindet. Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres soll eine Projektgenehmigung vorgelegt werden, erklärte Lipp.

Auch an der Grundschule Krofdorf-Gleiberg soll die Außenanlage nach Abbruch eines alten Schulgebäudes für 680 000 Euro neu gestaltet und dabei ein Multifunktionssportfeld errichtet werden. »Das Ganze soll in Kooperation mit der Gemeinde umgesetzt werden. Wir steigen im Herbst in die weitere Planung ein. Das alte Schulgebäude soll noch in diesem Jahr abgerissen werden. Der Baubeginn ist für Anfang 2023 vorgesehen.

Noch in der Prüfung befindet sich die gewünschte Erweiterung der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Lich. Bisher war vorgesehen dieses erforderliche Gebäude auf einer der letzten Grün- und Freiflächen zu errichten. Doch mittlerweile gibt es eine weitere Option, wird doch ein unmittelbar an das Schulgelände angrenzendes Geschäftsgebäude renoviert. Hier könnte der Kreis geeignete Flächen anmieten, womit der zusätzliche Raumbedarf von 450 Quadratmetern für eine Mensa und drei Klassenräume abgedeckt werden könnte.

»Es ist eine Option, die prüfenswert ist und die könnte uns schon zum Schuljahr 2023/24 zur Verfügung stehen. Sollte es ein Neubau werden, dann wird dieser wohl erst 2025 realisiert. Wir sind noch in Verhandlungen und wenn die Wirtschaftlichkeitsprüfung abgeschlossen ist, wissen wir mehr«, erklärte der Erste Kreisbeigeordnete.

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