Sechs Kommunen stellen gemeinsames Tourismuskonzept auf die Beine

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STAUFENBERG - (dge). Begibt man sich auf Schatzsuche, so dringt man zumeist in unbekannte Gefilde vor. Alles andere als unbekannt sind indes den Bürgermeistern des Teilraums Nord die Gefilde vor ihrer Haustür. Nicht nur das, Peter Gefeller (Staufenberg), Dr. Bernd Wieczorek (Lollar), Thomas Benz (Allendorf/Lda.), Florian Langecker (Rabeau), Dirk Haas (Buseck) und Dietmar Kromm (Reiskirchen) wissen auch, welche Schätze hier verborgen liegen.

Viel Natur, kulturelle Angebote, Sehenswürdigkeiten und Gastronomie gibt es reichlich. Dies auch als touristische Schätze zu heben, hatten sich die sechs Kommunen auf die Fahne geschrieben. Dies in Zusammenarbeit mit dem Verein Region Gießener Land. Unterstützt wurden sie von Hannes Werner Busse, Kirsten Steimel und Stefan Gothe (Bietergemeinschaft pro regio, regio Trend und kommunare).

Im März 2018 war die Kick-off-Veranstaltung, knapp 18 Monate später stellten die Beteiligten im gut gefüllten Sitzungssaal der Staufenberger Stadthalle die ersten Ergebnisse vor. "Sechs Kommunen unter einen Hut zu bringen, ist schon eine Leistung", so Peter Gefeller in seiner Begrüßung. Einen Namen hat das Kind auch schon: Als "Gießener Lahntäler" sollen Lumdatal, Wiesecktal, Salzbödetal und Lahntal künftig zu einem Begriff werden, den es lohnt, zu erkunden. Kurt Hillgärtner (Vorsitzender Region Gießener Land) wies darauf hin, dass ein Tourismuskonzept nicht nur Touristen anlocken, sondern auch die Leute vor Ort für die Attraktivität ihrer Umgebung sensibilisieren solle. Im Übrigen sei dies auch ein Standortfaktor etwa für die Ansiedlung von Gewerbe. "Wer sich hier wohlfühlt, bleibt oder zieht hierher."

Elke Hochgesand (stellvertretende Regionalmanagerin Gießener Land) hob als weiteres Ziel die regionale Wertschöpfung hervor, die sich wiederum positiv auf die demografische Entwicklung auswirken könne. Anette Kurth (Regionalmanagerin Gießener Land) erklärte, man müsse den Teilraum Nord als gemeinsame Region verstehen, nur so könne sie auch touristisch vermarktet werden. An Mitteln stehen dafür 58 315 Euro mit einer Förderung aus dem Leader-Programm in Höhe von 35 000 Euro zur Verfügung.

Soviel zur Theorie. Was aber ist in den vergangen anderthalb Jahren geschehen und welche ersten Angebote gibt es? Dirk Haas erklärte, dass es im Bereich schon eine große Zusammenarbeit gegeben habe, und nannte den autofreien Sonntag im Lumdatal als Beispiel. Das Lumdatal und das Wiesecktal trenne nur eine Hügelkette, man habe festgestellt, dass es viele Gemeinsamkeiten gibt. Das sah sein Reiskirchener Kollege Dietmar Kromm genauso und ergänzte: "Wir haben hier alles, was Tourismus braucht." Um den Beweis anzutreten, haben sich die Bürgermeister nicht nur getroffen und gearbeitet, sondern einiges selbst erprobt. Hier die ersten Teststrecken der Rathauschefs: Eine Segway-Tour Reiskirchen "Golf und Genuss" bietet sich mit dem Golfpark Winnerod vor der Haustür geradezu an. Dirk Haas hatte sich auf Angebote für Familien konzentriert und so entstand die Segway-Tour Buseck. Thomas Benz erklärte, er habe auf Vorhandenem aufgebaut und sich aufs Fahrrad geschwungen. Rund zwölf Kilometer lang ist die Bürgermeisterlieblingstour Allendorf/Lda.. Zudem wurde eine Teststrecke mit Rad und E-Bike gefahren. Elke Hochgesand betonte, dass die Region kein klassisches Wanderland sei, also wolle man Spazierwege kreieren, auf das bereits vorhandene Radwegenetz bauen und dies möglichst mit einer Einkehr verbinden. Florian Langecker meinte, das alles klinge zunächst in der Projektphase abstrakt, er zeigte sich aber überzeugt, dass es funktionieren werde. Spazierwandern, Radtouren und Segway-Touren - so lässt sich erste Schatzkiste, die das Projekt gehoben hat, zusammenfassen.

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