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Sieben Lkw dürfen nicht weiterfahren

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Mitarbeiter des Polizeipräsidiums, des Regierungspräsidiums, des Bundesamtes für Güterverkehr und des Veterinäramtes kontrollierten einen Tag lang schwerpunktmäßig Abfall- und Tiertransporte. Foto: Regierungspräsidium Gießen © Regierungspräsidium Gießen

Mitarbeiter verschiedener Behörden kontrollierten schwerpunktmäßig Abfall- und Tiertransporte. Mehr als die Hälfte wurde beanstandet.

Kreis Gießen (red). 25 und damit mehr als die Hälfte der 45 kontrollierten Lastkraftwagen wurden beanstandet und sieben durften nicht weiterfahren. Das ist laut Pressemitteilung das Ergebnis einer gemeinschaftlichen Aktion an der Raststätte der A 5 bei Reinhardshain in Richtung Kassel. Das Polizeipräsidium Mittelhessen hatte zusammen mit dem Regierungspräsidium (RP) Gießen, dem Bundesamt für Güterverkehr und dem Veterinäramt des Landkreises einen Tag lang Lkw mit dem Schwerpunkt auf Abfall- und Tiertransporte überprüft.

Einer der 45 war ein Autotransporter auf dem Weg von Paris nach Krakau, voll beladen mit Unfallfahrzeugen. Wie sich bei der Messung herausstellte, war er mit 4,18 Meter zu hoch beladen. Erlaubt sind vier Meter. Dieses Problem war nach kurzer Zeit gelöst, indem der Fahrer die vielen variablen Plattformen vor-, zurück-, hoch- und herunterfahren ließ. Außerdem waren einige der Haltegurte so beschädigt, dass sie nicht mehr verkehrstauglich sind. Auch diese wurden schnell ausgetauscht.

Beim Auslesen der Fahrdaten stellte sich heraus, dass der Mann einer von sechs Fahrern an diesem Tag war, die wegen geringer Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten mit jeweils 50 Euro bar verwarnt wurden.

31 der kontrollierten Lkw waren mit Abfall beladen. Fünf davon waren grenzüberschreitend unterwegs. Die fünf Fachleute für industrielle Abfälle vom RP Gießen überprüften Papiere und Ladungen. Lediglich zwei Verstöße mussten geahndet werden.

Ein Lkw transportierte mehrere Stahlplatten von Belgien in die Tschechische Republik. Die Ladung überschritt allerdings die zulässige Breite. Deshalb musste zuvor eine Ausnahmegenehmigung vom Landkreis erteilt werden. Diese enthielt aber Unstimmigkeiten. Erst nach Rücksprache mit dem Auftraggeber und einer erweiterten Genehmigung auf digitalem Weg durfte der Mann seine Fahrt fortsetzen, die ihn persönlich teuer zu stehen kam. Denn vorher musste er noch einen abgefahrenen Reifen seines Anhängers tauschen und für einen Verstoß gegen die Lenk- und Ruhezeiten ein Sicherungsentgelt von 458 Euro hinterlegen.

Am Ende der Gemeinschaftsaktion summierten sich die Auffälligkeiten: Mangelhafte Ladungssicherung in drei Fällen, bei sieben Lkw waren die Verstöße so schwerwiegend, dass diese Anzeigen nach sich ziehen. Zwei ausländische Fahrer mussten wegen solcher Verstöße eine Sicherheitsleistung in Höhe von 610 Euro bezahlen. Ein anderer erhält sogar ein Bußgeld in Höhe von 3000 Euro. Bei einem Fahrzeug war ein Reifen bis zur Karkasse abgefahren, weshalb er vor Ort gewechselt werden musste. Zudem wurden noch zwei Verfahren wegen Verstoßes gegen das Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz eingeleitet. Auch werden die beiden abfallrechtlichen Verstöße wegen fehlender oder unvollständiger Unterlagen Ordnungswidrigkeitsverfahren nach sich ziehen.

Polizeipräsident Bernd Paul und Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich würdigten die Zusammenarbeit der Behörden. »Wir wollen die ,schwarzen Schafe‹ herausziehen und damit die Risiken verringern, die mit schweren Verkehrsunfällen verbunden sind.«

Nicht nur die Ladung ist ein Thema. Drei ausländische Fahrer mussten wegen erheblicher Überschreitung der Geschwindigkeit eine Sicherheitsleistung von 545 Euro bezahlen. Spitzenreiter war ein spanischer Fahrer, der nach Abzug der Toleranz mit 108 Stundenkilometern in einer Gefällstrecke unterwegs war. Fünf Fahrer wurden wegen Geschwindigkeitsverstößen mit zusammen 265 Euro bar verwarnt.

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