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Silberstreif am Horizont?

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Trotz weiter steigender Inzidenz hält das Staatliche Schulamt am Präsenzunterricht fest. Die Folgen für die Entwicklung der Kinder wären bei einer erneuten Schulschließung schwerwiegender als die Auswirkungen der Omikron-Welle, meint Schulamtsleiter Norbert Kissel. Symbolfoto: dpa © Ingo Berghöfer

Der Leiter des Staatlichen Schulamts Gießen, Norbert Kissel gibt sich im Hinblick auf den Präzensunterricht optimistisch.

Gießen. Rund 50 000 Schüler in den Kreisen Gießen und Vogelsberg sowie in allen Erwachsenenschulen in Hessen fallen in die Zuständigkeit des Schulamts Gießen. Von diesen sind in der Vorwoche bei einer Inzidenz von 1600 rund 1000 positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Damit hätten - eine mögliche aber eher kleine Dunkelziffer nicht eingerechnet - zwei Prozent der Schüler Pandemie-bedingt im Unterricht gefehlt, schätzt der Leiter des Staatlichen Schulamts Gießen, Norbert Kissel.

Seit Beginn der Omikron-Welle habe es in seinem Zuständigkeitsbereich nur punktuelle Klassenschließungen gegeben, sagte Kissel gestern im Anschluss an die wöchentliche Videoschalte mit den anderen Schulämtern und dem hessischen Kultusministerium. Ganz schließen musste noch keine Schule in diesem Winter. Dass die Schulen in dieser Woche erst am Mittwoch öffnen, liegt nicht am Virus, sondern an einem beweglichen Ferientag.

Eine explosive Ausbreitung des Virus sei in den Schulen glücklicherweise ausgeblieben, freut sich der Schulamtsleiter: »Ich bin ein Befürworter des Präsenzunterrichts.« Die Erfahrungen des ersten Corona-Jahres hätten nämlich gezeigt, dass die Nachteile für die seelische Entwicklung der Kinder weit schlimmer gewesen seien, als die Pandemie selbst. »Und da habe ich den versäumten Unterrichtsstoff noch gar nicht eingerechnet.«

Die Schulen seien im zweiten Corona-Winter ein besonders sicherer Ort meint Kissel, weil hier dreimal die Woche getestet werde und man bislang erfolgreich größere Ausbrüche verhindert habe. Obwohl die Fallzahlen noch immer stiegen, sei nirgendwo ein exponenzielles Wachstum zu erkennen.

Die Schulen sind für ihn ein guter Spiegel der pandemischen Situation im ganzen Land. Kissel meint deshalb auch, dass man bei aller gebotenen Zurückhaltung von einem »ersten Silberstreif am Horizont« sprechen könne.

Das Schulamt setzt auf die Trias aus Maskenpflicht, Testpflicht und regelmäßigem Lüften. Mehr könne man im Moment nicht tun. »Wir haben aber auch nach wie vor eine Situation, in der wir uns immer wieder neu auf das Virus einstellen müssen«, meint er, »wir müssen immer wieder reagieren, obwohl wir doch viel lieber agieren würden.«

Das Pandemie-Geschehen entziehe sich unserer Kontrolle. Dies zu akzeptieren falle aber vielen Menschen schwer. Wir seien eine Gesellschaft geworden, die verlernt habe, zu akzeptieren, dass unser Leben eben auch von Dingen bestimmt werde, die aus der Natur und nicht aus der Politik kämen, so der Schulamtsleiter.

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