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»Sozialquote vereinbaren«

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Linden (red(. Im Zuge des umstrittenen Neubauprojektes »Am Bahnhof« in Linden in der Sudetenstraße stellt sich dem Mieterverein Gießen die Frage, ob die dort geplanten Wohnungen überhaupt bedarfsgerecht sind.

In einem Verkehrsgutachten aus dem Jahre 2020 sei die Rede von einem Bedarf von 130 Wohnungen, davon über 100 Kleinwohnungen (Ein- und Zweizimmerapartments).

Doch die Fortschreibung des Wohnraumversorgungskonzeptes sehe kein Erfordernis dafür. Vielmehr würden in Linden preisgebundene größere Wohnungen für Familien benötigt, heißt es in einer Presseerklärung.

Dem widerspreche nun die Planung für das Bauprojekt am Bahnhof. Der Investor Revikon will dort viele kleine Wohnungen errichten. Das verspricht ihm eine größere Rendite.

Hier wird also der städtebauliche Vertrag zwischen der Stadt und dem Investor von großer Bedeutung sein.

Dieser müsste die bisherigen Planungen widerlegen und sich am tatsächlichen Bedarf orientieren. Es erscheint auch notwendig, wenn die Stadt Linden im Vertrag mit dem Bauträger eine Sozialquote vereinbart, mit der anteilig 25 Prozent Sozialwohnungen entstehen, die zu bezahlbaren Mietpreisen vermietet werden können.

Was den Standort des Bauvorhabens angeht, direkt neben der stark befahrenen Bahnstrecke von Gießen nach Frankfurt, bliebt es dabei, dass er dem Wohnen nicht zuträglich ist, heißt es weiter.

»Grundsätzlich stellt sich für den Mieterverein die Frage, ob private Investoren für die Versorgung der Bürger mit preisgünstigem Wohnraum die Richtigen sind. Die Erfahrung zeigt, dass sich ihr Interesse auf den Bau und gewinnbringenden Verkauf von Eigentumswohnungen richtet. Dagegen sind öffentliche Wohnungsunternehmen und Wohnungsgenossenschaften besser geeignet, weil sie öffentlich geförderte Wohnungen bauen und sie dauerhaft in ihrem Bestand halten. Dafür besteht auch in Linden eine Nachfrage«, sagt der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers.

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