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SPD: Klares Votum für Melanie Haubrich

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Von: Volker Böhm

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Unterbezirksvorstzender Felix Döring (r.) und Versammlungsleiter Norbert Weigelt (l.) gratulierten Melanie Haubrich und Istayfo Turgay (2.v.r.) zur Wahl und dankten Stefan Bechthold für seine Kandidatur. Foto: Böhm © Böhm

Die 39-jährige Richterin Dr. Melanie Haubrich ist die Direktkandidatin der SPD im Landtagswahlkreis 19. Sie setzte sich klar gegen ihren Mitbewerber Stefan Bechthold durch.

Kreis Gießen. Dr. Melanie Haubrich ist die Direktkandidatin der SPD bei der Landtagswahl 2023 im Wahlkreis 19. Bei einer Wahlkreiskonferenz am Samstag im Busecker Kulturzentrum erhielt die Juristin aus Gießen 58 von 74 gültigen Stimmen. 14 Delegierte unterstützten ihren Gegenkandidaten, den früheren Fernwalder Bürgermeister Stefan Bechthold. Es gab zwei Enthaltungen und eine ungültige Stimme. Ersatzkandidat ist Istayfo Turgay aus Linden, der 58 Ja-Stimmen erhielt. Neun Delegierte votierten mit Nein, sechs enthielten sich.

Der SPD-Vorstand hatte sich Mitte September unter mehreren Bewerbern einstimmig für Haubrich ausgesprochen. Bechthold, der zu den anderen Bewerbern gehörte, hatte Mitte Oktober seine Kandidatur bekanntgegeben.

Die 39-jährige Haubrich, Richterin am Verwaltungsgericht Gießen, gehört seit ihrem 18. Lebensjahr der SPD an, unter anderem war sie Fraktionsvorsitze im Kreistag. Mit Blick auf die Corona-Pandemie, den Krieg gegen die Ukraine, die Unsicherheit bei der Energieversorgung und den Klimawandel beschrieb Haubrich einen andauernden Krisenmodus. Die Angst vor dem sozialen Abstieg sei für viele Menschen bittere Realität geworden. Die SPD sei die einzige Partei, die dafür sorge, dass es sozial gerecht zugehe. Doch auch in Krisenzeiten müsse man den Menschen »Lust auf Zukunft« machen.

Ein besonderes Anliegen sei ihr, für gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land zu sorgen. Politische Debatten würden zu sehr aus städtischer Perspektive geführt. Beispielhaft nannte Haubrich das 49-Euro-Ticket. »Eine gute Sache, aber es nützt mir nichts, wenn bei mir zuhause kein Bus fährt.«

Die Kandidatin kritisierte, dass die Landes-CDU »Skandale sammelt wie andere Panini-Sticker«, während die Grünen »alles mitmachen und knallhart durchregieren«. Zudem versage die Landesregierung bei der finanziellen Ausstattung der Kommunen.

»Ich will, dass wir die CDU vom Thron stürzen. In Wiesbaden, und auch hier bei uns vor Ort«, gab sie sich mit Blick auf ihre Wahlchancen kämpferisch. Sie stehe mit beiden Beinen im Leben, sei aber jung genug, um langfristig etwas zu bewegen,

Stefan Bechthold bescheinigte der schwarz-grünen Landesregierung zunächst, auf allen entscheidenden Politikfelder nicht geliefert zu haben. Die SPD habe gute Chancen, den Regierungswechsel zu schaffen, denn »23 Jahre CDU-Regierung sind genug«. Er trete an, um den Wahlkreis 19 direkt zu gewinnen - »aus dem Kreis, für den Kreis«.

Bechthold ist 56 Jahre alt, kommt aus Daubringen und lebt seit seiner Wahl zum Bürgermeister 2010 in Fernwald. Nach zwei Amtsperioden entschied er sich gegen eine dritte Kandidatur. Aktuell ist er ehrenamtlicher Kreisbeigeordnete. In seiner Rede beschrieb er ausführlich seinen Werdegang und die verschiedenen Ämter in Partei, Verbänden und im Ehrenamt. Als Landtagsabgeordneter wolle er »bürgernah, innovativ und engagiert« die Probleme ansprechen und lösen. Bechthold nannte Schwerpunktthemen wie Bildung, den Ausbau des ÖPNV oder Investitionen in preiswerten Wohnraum.

Er habe einen »sehr hohen Bekanntheitsgrad im Wahlkreis«, bringe umfangreiche Erfahrung und Kompetenz mit und habe gezeigt, dass er erfolgreich wahlkämpfen könne. »Mit Euch gemeinsam kann ich das Direktmandat gewinnen«, warb der Fernwalder bei den Delegierten um ihre Stimmen.

Während sich Dr. Robert Horn (Fernwald) und Sebastian Schwarz (Allendorf/Lda.) für Bechthold aussprachen, setzten sich Unterbezirksvorsitzender Felix Döring, der Licher Bürgermeister Dr. Julien Neubert, die Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Sabine Scheele-Brenne, und Landrätin Anita Schneider für Haubrich aus.

Zu Wahlkreis 19 (Gießen II) gehören Allendorf/Lda., Buseck, Fernwald, Grünberg, Hungen, Langgöns, Lich, Linden, Pohlheim und Reiskirchen. Ein Termin für die Landtagswahl steht noch nicht fest.

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