SPD Laubach für Impfung des Wahlvorstands

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LAUBACH - (ww). Eine gute Idee hatte die Laubacher SPD, aber sie wäre nur mithilfe der Landesregierung umsetzbar. Daher brachte Hartmut Roeschen im Notausschuss der Stadt nur eine Resolution ein. Hier ging es um das Impfen von Mitgliedern in den Wahlvorständen ab dem 65. Lebensjahr. Sie sollten vor der Kommunalwahl am 14. März einen Schutz gegen Corona erhalten, sinnig, weil sich gerade auch hochansteckende Corona-Mutationen ausbreiten.

Viele kommunalpolitisch Aktive in den ländlichen Gegenden Hessens hätten bereits das Rentenalter erreicht, trotzdem würden sie als Wahlvorstände gebraucht. Für die Märzwahl sei zu befürchten, dass sich viele Erfahrene dem Ehrenamt im Wahllokal verweigern werden, weil sie um ihre Gesundheit fürchteten. Geordnete Wahl- und Auszählungsabläufe wären dann in vielen Städten und Gemeinden nicht oder kaum zu erreichen, heißt es im Antrag.

In den Wahlvorständen gebe es viele Ältere, die das Gemeinwesen in allen möglichen Bereichen tragen würden. Daher befürchte ich Schwierigkeiten, wenn sie zuhause bleiben, betonte Roeschen. "Ich will nicht gegen die SPD-Gesundheitsreform in Laubach sprechen", sagte Bürgermeister Peter Klug: "Die Einschläge kommen näher". Gerade hat es einen Kommunalpolitiker und seine Familie hart getroffen, dennoch riet er zu einem "Stück weit Zurückhaltung." Der Christdemokrat Björn Erik Ruppel, selbst einst an Corona erkrankt, betonte, dass man bei den Wahlhelfern nicht spekulieren sollte. Er lehne so etwas klar ab, da es ein falsches Signal aussende, dass kommunalpolitisch Aktive Vorrechte hätten.

Hans Georg Teubner-Damster (Grüne) rief: "Ich bin mit 64 Jahren der Älteste im Wahlvorstand. Wir haben sogar 20-Jährige als Mitglieder." Aus dem Hintergrund musste er sich den Kommentar der Ersten Stadträtin Isolde Hanak gefallen lassen, dass sie ja wohl die Älteste in einem Wahlvorstand sei. Ulf Häbel (FW) meinte jedenfalls in der Impfdiskussion: "Dann melde ich mich und werde vorzeitig geimpft. So kann das auch ausgelegt werden."

Roeschen meinte daraufhin, dass er nicht an dieser Idee hänge, es aber auch nicht um Bevorrechtigung gehe. Letztlich stimmten nur zwei Sozialdemokraten dafür, alle anderen dagegen. Michael Köhler von den Grünen hatte sich wegen eines anderweitigen Termins da schon entschuldigen lassen.

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