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Spielpause bis Mai 2023

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Von: Volker Böhm

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Der Sportplatz in Trohe bleibt vorerst Baustelle. Die Probleme mit der Be- und Entwässerung sollen jetzt behoben werden, bevor die Spielfläche neu angelegt wird. Gekickt werden kann hier erst im Mai 2023. Foto: Böhm © Böhm

Der Troher Sportplatz wird wieder zur Baustelle. Die Firma trägt die Kosten und zahlt eine Entschädigung an die Sportvereine.

Buseck. Der Sportplatz in Trohe wird vermutlich erst Anfang Mai 2023 wieder bespielbar sein - zehn Monate nach der feierlichen Einweihung. Bekanntlich musste die Gemeinde den für 800 000 Euro gebauten Platz kurz danach wieder sperren, da Probleme bei der Be- und Entwässerung aufgetaucht waren (der Anzeiger berichtete). Diese sind so massiv, dass die beauftragten Firmen nun grundlegende Dinge erneuern müssen. Dies geschieht im Rahmen der Gewährleistung und kostet die Gemeinde Buseck somit keinen Cent. Zudem sagte Jürgen Preuß, Geschäftsführer von Schmitt-Sportstättenbau aus Langgöns, der SG Trohe und der TSG Alten-Buseck eine Entschädigung zu, die im Detail noch ausgehandelt werden muss. »Gut, dass wir jetzt eine Regelung haben, ohne dass es zum Rechtsstreit kam«, meinte Bürgermeister Michael Ranft (CDU) bei einem Pressetermin am Freitagmorgen.

Michael Thelen, der Fachbereichsleiter Bauen in der Gemeindeverwaltung, erinnerte an das »massive Problem bei der Bewässerungsanlage«. Unter anderem gab es eine zweistellige Zahl an undichten Dichtungen, sodass immer wieder die Anlage ausfiel. Da es auch dann feuchte Stellen im Rasen gab, wenn die Bewässerung ausgeschaltet war, wurde offensichtlich, dass auch die Entwässerung nicht funktionierte.

Für die Bewässerung wurde laut Preuß die Firma Friesecke aus Niedersachsen als Subunternehmer beauftragt, die über 30 Jahre Erfahrung verfüge. Deren Mitarbeiter würden ab kommendem Montag alle Druck- und Steuerleitungen austauschen. »Der Firma ist bewusst, was auf dem Spiel steht«, meinte Preuß.

Um die Staunässe zu beseitigen, werden zudem neue Entwässerungsschlitze ausgefräst und mit Kies verfüllt. Dadurch werde das Wasser »mit Sicherheit« der Drainage zugeführt. Der Geschäftsführer verwies auf den »sehr schwierigen Baugrund« mit Lößlehm und Schotter, entschuldigte sich aber dafür, dass die Entwässerungsschlitze nicht tief genug gezogen wurden. »Wir bauen seit 1970 Sportplätze, inzwischen über 1600 Stück. Sowas ist noch nie passiert.«

Und schließlich wird der Rasen komplett erneuert, die alte Grasnarbe abgefräst und entsorgt. Die vier Zentimeter hohe neue Tragschicht wird mit einem schnell keimenden Saatgut eingesät und mit einem Wurzelaktivator behandelt. So erhofft man sich, dass der Rasen schnell wächst.

Doch während man im Oktober noch damit rechnen kann, dass sich das neue Grün entwickelt, dürfte es ab November mit der Vegetation vorbei sein. Da der Platz bis zum Winter dreimal gedüngt werden muss und bis zum Beginn des Spielbetriebs sechs oder sieben Mal gemäht werden soll, geht Geschäftsführer Preuß davon aus, dass erstmals im Mai 2023 wieder gekickt werden kann. »Wenn wir sehr viel Glück haben, können wir den Platz Ende November oder Anfang Dezember an die Gemeinde übergeben.«

Er bezifferte die Kosten für sein Unternehmen mit rund 80 000 Euro. »Aus Kulanz« würden zudem Entschädigungen an die beiden Sportvereine gezahlt. Preuß entschuldigte sich erneut: »Es tut mir sehr leid, dass wir die Probleme nicht vier Wochen vorher erkannt haben.« Planer Michael Dorlas von BPG Landschaftsarchitekten ergänzte, dass viel Aufwand bei der Fehlersuche betrieben worden sei.

Aus Sicht von Bürgermeister Michael Ranft ist die Situation für die Fußballer bedauerlich, aber es sei wichtig, dass die Mängel im Rahmen der Gewährleistung abgestellt würden.

Bruno Endrejat, der Vorsitzende der TSG Alten-Buseck, wollte den Blick nach vorne richten. »Fehler können passieren, es ist gut, wenn sie jetzt behoben werden.« Wenn erst im Mai oder Juni 2023 auf dem Platz gespielt werden könne, sei die Runde allerdings fast rum.

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