Staufenberg: Doppelhaus statt Reihenhaus?

  • schließen

STAUFENBERG - (dge). Das Städtchen Staufenberg ist als Wohnort offensichtlich beliebt und die Nachfrage nach Baugrundstücken, Wohnhäusern oder Wohnungen groß. Auch im Bereich "Mohnstrauch" soll gebaut werden. Ursprünglich sollten hier zwei Mal vier Reihenhäuser entstehen, doch der Investor hat umgeplant und möchte lieber vier Doppelhaushälften bauen.

Diese Planung hatte das Architekturbüro Feldmann (Gießen) in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses (HFA) vorgestellt, nun stand der Punkt, die entsprechende Änderung des Bebauungsplans, auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung. Im HFA wurde vor allem die Firsthöhe moniert, auch hielt man die Bebauung für zu dicht und äußerte die Befürchtung, sie könne sich nicht in die Umgebung einpassen. Bürgermeister Peter Gefeller gab im Parlament zu bedenken, dass der bestehende, rechtskräftige Bebauungsplan eine Reihenhausbebauung zulasse. Mit der Änderung - Doppel- statt Reihenhäuser - wolle der Investor das Ganze ein wenig "luftiger" gestalten. "Das ist eigentlich eine Verbesserung", so Gefeller. Trotzdem hielt man in der Stadtverordnetenversammlung am Vorschlag des HFA fest. Dieser besagt, dass das Thema im Geschäftsgang bleiben solle, das Architekturbüro solle die Pläne in Sachen Firsthöhe noch einmal überarbeiten und den Staufenberger Gremien erneut vorlegen.

Innenverdichtung

Im Zuge der Innenverdichtung soll in der Straße "Am Kies" in Mainzlar auf einem bereits bebauten Grundstück ein zweites Wohnhaus entstehen. Die Bauherrin hat sich bereit erklärt, die mit Planung und Erschließung verbundenen Kosten zu tragen. Das Parlament stimmte dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan zu. Zustimmung erhielt auch die Bauleitplanung zum Bebauungsplan "Dorferneuerung Treis", hier ging es um die zweite Änderung im "westlich der Bahnhofstraße". Der bereits rechtskräftige Bebauungsplan weist hier ein "Dorfgebiet" aus. Diese Nutzung soll nun auch in den neu aufzustellenden Bebauungsplan übernommen werden, der der Nachverdichtung und Erschließung rückwärtiger Grundstücke dienen soll. Eine neue Bebauung soll sich an der bereits vorhandenen orientieren und sich in das Gesamtbild einfügen. Diese Vorgaben sollen nun planungsrechtlich geregelt und gesichert werden. Mit der Änderung des Bebauungsplans soll eine Veränderungssperre einhergehen, zunächst für zwei Jahre. Sinn der Veränderungssperre ist es, sozusagen "Wildwuchs" zu verhindern, bis der neue Bebauungsplan Rechtskraft erlangt hat. Sowohl dem Aufstellungsschluss zum Bebauungsplan als auch der Veränderungssperre stimmten die Stadtverordneten einhellig zu.

Für Teile des Stadtteils Treis ist geplant, ein energetisches Quartierskonzept zu erstellen. Zwar will man sich laut Bürgermeister auf den alten Ortskern rund um die Kirche konzentrieren, doch sollen auch der nördliche Teil wie etwa die Buchwaldstraße mit ihren Häusern aus den 1960er und 1970er Jahren sowie der südliche Teil zur Bahnhof- und Weiherstraße hin einbezogen werden. Man habe sich bewusst für einen größeren Bereich entschieden, so Gefeller, damit später "keiner rausfällt". Zu beschließen war nun, die Verwaltung zu beauftragen, eine KfW-Förderung für die Erstellung des Konzepts zu beantragen und - unter Vorbehalt der positiven Förderbescheide - den Auftrag für die Erstellung eines energetischen Quartierskonzepts zu vergeben. Für den Investitionshaushalt 2022 sollen dafür Mittel in Höhe von 100 000 Euro vorgesehen und Fördermittel in Höhe von 95 000 einkalkuliert werden. Der Beschluss wurde einstimmig gefasst.

Zur Kenntnis nahmen die Parlamentarier einen Beschluss des Magistrats zur Beteiligung der Stadt Staufenberg an der Kampagne "Aufsuchende Energieberatung", einem Angebot für Bürger. Die Kampagne der Landesenergieagentur (LEA) Hessen richtete sich an die hessischen Kommunen. Hier können sich Hausbesitzer vor Ort - in den eigenen vier Wänden - kostenfrei in Sachen energetische Gebäudesanierung beraten lassen.

Junge Leute

Damit Staufenberg auch weiterhin für junge Leute ein attraktiver Wohnort ist, soll in Sachen Jugendarbeit noch mehr getan werden. In Zusammenarbeit mit dem Jugendpfleger der Stadt, Sven Iffland, wurde ein Konzept erarbeitet, das darstellt, wie Jugendliche verstärkt in Entscheidungsprozesse, auch auf kommunalpolitischer Ebene, eingebunden werden sollen. Den Parlamentariern lag nun ein Antrag des Jugendbeauftragten der Stadtverordnetenversammlung, Marian Moldenhauer, vor. Bereits im September vergangenen Jahres war beschlossen worden, eine Kooperation mit dem Landkreis Gießen in dem Projekt "Jugendgerechte Städte und Gemeinden und jugendgerechter Landkreis Gießen - Jugendpolitik für die guten Orte von morgen" anzustreben. Moldenhauer betonte, dass sich im Rahmen der Kooperation Projekte für und von Jugendlichen leichter umsetzen ließen, zudem könne man Fördergelder generieren. Bedingt durch die Pandemie stand nun erst der Beschluss an, der einstimmig gefasst wurde.

Ebenfalls einstimmig beschloss die Stadtverordnetenversammlung, ein Projekt an der Clemens-Brentano-Europaschule (CBES) zu unterstützen. Konkret geht es dabei um das Projekt "Berufsorientierung an Schulen". Bund und Land haben sich aus der Förderung des Projekts zurückgezogen, sodass die Finanzierung für das kommende Schuljahr nicht gesichert ist. Schulleiter Andrej Keller hat sich an die Städte Lollar und Staufenberg gewandt und diese um Unterstützung gebeten. Im darauffolgenden Schuljahr gebe es wiederum eine Förderung aus dem europäischen Sozialfonds. Einzig für das anstehende Schuljahr müssten nun die beiden Kommunen einmalig mit jeweils 15 000 Euro einspringen. Um die Deckung im Haushalt zu gewährleisten, können Minderaufwendungen aus Zinsen herangezogen werden. Einstimmig votierten die Staufenberger Stadtverordneten für die Bewilligung der 15 000 Euro und somit für die Unterstützung des Berufsorientierungsprojekts.

Das könnte Sie auch interessieren