Staufenberg: Shatha Alshoufi neue FSJ´lerin im Jugendbüro

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STAUFENBERG - (dge). Shatha Alshoufi ist das neue Gesicht im Staufenberger Kinder- und Jugendbüro. Sie absolviert hier ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) und ergänzt das Team um Jugendpfleger Sven Iffland und Jessica Smolkiewicz.

Die 29-Jährige hat 2018 ihre Heimat Syrien verlassen und ging zum Studium nach Florenz (Italien). Den Schwerpunkt ihres Studiums zur Bauingenieurin (Master of Geoengineering) hat sie auf Geologie und insbesondere den Umwelt- und Klimaschutz gelegt. Gerade das Thema Nachhaltigkeit will sie der jungen Generation nahebringen. "Kinder sind die Zukunft", erklärte sie ihre Motivation im Gespräch mit dieser Zeitung. Schon in Syrien war sie freiwillig in der Kinder- und Jugendarbeit tätig. "Diese Erfahrungen will ich auch in Deutschland einbringen." Über das Europäische Solidaritätskorps kam der Kontakt mit der Staufenberger Jugendpflege zustande. Hier suchte man Verstärkung. 30 Bewerber habe es gegeben, mit vieren habe man über Skype gesprochen, erinnerte sich Jessica Smolkiewicz. Bei Shatha Alshoufi habe sofort "die Chemie gestimmt, alles gepasst".

Von Florenz nach Staufenberg - der Start zog sich etwas in die Länge. Zunächst galt es, drei Monate auf das Visum zu warten, und dann kam noch eine zehntägige Quarantäne hinzu. "Aber jetzt ist alles gut", schmunzelt Alshoufi. Und ihr erstes Projekt hat sie auch schon gestartet: die Gläsersuche, eine Art Schnitzeljagd. "Das geht ab", freute sich Bürgermeister Peter Gefeller über den Erfolg der Aktion. Die Kinder seien sehr froh über Corona-konforme Spiele und es gebe viele positive Rückmeldungen. Ihre Muttersprache Arabisch kommt ihr zugute, erreicht sie doch so auch junge syrische Flüchtlinge, die in Staufenberg leben. Zur Zeit läuft die Verständigung überwiegend auf Englisch, aber es wird fleißig Deutsch gepaukt, und wenn die Pandemie es zulässt und die Lockdown-Maßnahmen wieder entschärft werden, soll es verstärkt an die praktische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gehen. Die Staufenberger Ferienspiele und auch der Internationale Jugendaustausch stehen vorsorglich schon auf der Agenda, die FSJ'lerin ist hier mit eingebunden. Aber auch Projekte mit der Initiative "Staufenberg nachhaltig" sind geplant. Kräuter- und Blumenkästen oder Mülltonnen bauen, nennt die 29-Jährige. Mülltonnen? Zum Hintergrund: Während der Umweltaktionstage in den Herbstferien haben die jungen Teilnehmer in Zusammenarbeit mit "Staufenberg nachhaltig" eine Tonne entwickelt, in der der Müll direkt getrennt wird. Dieser Prototyp soll weiterentwickelt werden.

Seit einem Monat ist Shatha Alshoufi verheiratet, ihr Mann wohnt in Bergisch-Gladbach. Das sei nicht immer einfach, auch ein Besuch der Familie in Syrien gestalte sich nicht gerade leicht, bekannte sie. Allerdings gefällt es ihr in Staufenberg so gut, dass sie ihm schon geraten hat, auch hierher zu kommen. Sie selbst fühlt sich in dem Burgstädtchen außerordentlich wohl und findet es schön, dass hier jeder jeden zu kennen scheint. "Jeder sagt 'Hallo', auch wenn man sich gar nicht persönlich kennt." In der Gastfamilie, in der sie momentan wohnt, gebe es reichlich Abwechslung auf der Speisekarte. "Da kommen deutsche, syrische und italienische Küche zusammen", sagte sie augenzwinkernd.

Im Kinder- und Jugendbüro läuft vieles online. Da reiht sich eine weitere Idee von Shatha Alshoufi sehr gut ein. "Youngagiert", ein Wortspiel aus jung und engagiert, heißt der Podcast, den die Staufenberger Jugendpflege gestartet hat. Hier kommen in Interviews junge Menschen zu Wort, die sich engagieren.

Das einzig Gewöhnungsbedürftige ist wohl der Winter in Deutschland. "In Syrien schneit es auch, aber ich habe noch nie so viel Schnee an so vielen aufeinanderfolgenden Tagen gesehen."

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