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TSG Reiskirchen weiht "Sportplatz Rebstatt" ein

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Von: Eva Pfeiffer

REISKIRCHEN - (ebp). Eigentlich wollte die TSG Reiskirchen ihren 110. Geburtstag in diesem Sommer auf dem neuen Sportplatzgelände feiern. Doch die Fertigstellung dauerte länger als anvisiert - erst am gestrigen Donnerstag konnte die Anlage offiziell eröffnet werden. Davon lässt sich die TSG aber nicht die Laune verderben. "Wir sind ja einfallsreich", so Martin Schäfer, TSG-Vorsitzender Verwaltung, "wir feiern hier im nächsten Jahr den 111.

Geburtstag."

6600 Quadratmeter Kunstrasen wurden in den vergangenen Wochen verlegt, erste Trainingsstunden darauf bereits absolviert. Die große sportliche Eröffnung folgt am 30. Oktober - und zwar mit einem Derby zwischen der Spielgemeinschaft Reiskirchen/Bersrod/Saasen und den Sportfreunden Burkhardsfelden. Zwischen 200 und 250 Besuchern erwartet der Sportverein zur Premiere. "Das erste Spiel sollte ein Besonderes sein", betonte Heiko Haas, TSG-Vorsitzender Sport, im Gespräch mit dem Anzeiger.

Neben dem 95 Meter langen und 60 Meter breiten Kunstrasenplatz hat der Sportverein ein neues, 122 Quadratmeter großes Vereinsheim bauen lassen. Hier sind die Arbeiten noch nicht ganz abgeschlossen. Bis zum kommenden Frühjahr und der erwähnten 111-Jahr-Feier soll aber auch hier alles abgeschlossen sein. Um die Kosten gering zu halten, erledigt der Verein vieles in Eigenleistung.

1,2 Millionen Euro hat sich der Verein den "Sportplatz Rebstatt" kosten lassen. Der Großteil des Geldes - nämlich 826 000 Euro - kam durch den Verkauf des ehemaligen Sportplatzgeländes in der Jahnstraße zustande. Dort sollen im kommenden Jahr Ein- und Mehrfamilienhäuser entstehen. Die Bauarbeiten zur Erschließung haben im August begonnen. "Das ist eine win-win-Situation für beide Seiten", sagte Michael Seipp-Wallwaey, Vorsitzender der Gemeindevertretung. In der Kerngemeinde könne so der dringend notwendige Wohnraum geschaffen werden.

Weitere 200 000 Euro steuerte das Land Hessen bei. Der Rest sind Eigenmittel und -leistung der TSG. Bis zuletzt habe man alle Arbeiten ohne Kredit erledigen können, so Schäfer sichtlich stolz: "Wir schließen mit einer dicken, schwarzen Null ab."

"Dass neue Fußballplätze eingeweiht werden, erlebt man heute selten", sagte Sportkreisvorsitzender Professor Heinz Zielinski. Man dürfe jedoch nicht nur sanieren, sondern müsse auch neu schaffen, denn "Fußball wird weiter gespielt." Der TSG wünschte Zielinski, dass mit der neuen Anlage auch ein sportlicher Schub kommt.

"Was hier geleistet wurde, ist vor allem das Verdienst der TSG", lobte Bürgermeister Dietmar Kromm, der die Bedeutung von Vereinen für die Gemeinde herausstellte. Als Geschenk hatte der Rathauschef einen Fußball dabei - kunstrasengeeignet und mit einer Schleife im TSG-Blau verziert. Ebenfalls in der Vereinsfarbe gehalten ist die vierspurige, 110 Meter lange Laufbahn. Denn, so Haas, "rot kann ja jeder".

Auf dem Gelände gibt es darüber hinaus einen Kleinfeld-Rasenplatz (60 mal 45 Meter), eine Sprunggrube für Weit- und Dreisprung sowie einen Wurfring für Kugelstoßer. Die Zuschauer stehen am Spielfeldrand leicht erhöht. "Für den Arenacharakter", unterstrich Planer Armin Uhrig (Ingenieurgesellschaft Müller). Einen Namensvorschlag für das Vereinsheim hatte Uhrig auch parat: "Zum Bläuling". Der Wiesenknopf-Ameisenbläuling, eine geschützte Schmetterlingsart, musste kostenintensiv umgesiedelt werden und hatte dem Sportverein dadurch zwischenzeitlich das eine oder andere graue Haar beschert.

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