Über 20 Hunde in 70-Quadratmeter-Wohnung

Kreis Gießen (red). Das Veterinäramt des Landkreises Gießen hat einer Frau, die zeitweise über 20 Hunde unter schlechten Bedingungen in ihrer Wohnung hielt, diese zurecht weggenommen. Die Vierte Kammer des Verwaltungsgerichts Gießen hat den Eilantrag der Frau abgelehnt, die sich gegen die Anordnungen wehrte.

Laut Pressemitteilung des Gerichts hielt die Antragstellerin in ihrer circa 70 Quadratmeter großen Wohnung im Landkreis zeitweise über 20 Hunde und weitere Tiere, und zwar überwiegend in Gehegen. Teilweise wurden die Hunde in den Garten gelassen, aber nicht regelmäßig ausgeführt. Das Veterinäramt stellte bei einer Überprüfung im Sommer 2021 einen schlechten Pflegezustand der Hunde fest. So hatten die Tiere nasse, uringetränkte Pfoten und aufgrund ihrer Ausscheidungen roch es in der Wohnung stark nach Fäkalien und Ammoniak.

Im August waren der Frau die Hunde weggenommen worden. Außerdem wurde ihr - mit Ausnahme von drei konkreten Tieren - untersagt, Hunde zu halten und zu betreuen. Es gab die Auflage, bei einer Hundeschule ein Training zu absolvieren.

Im Dezember stellte das Veterinäramt bei einer unangekündigten Kontrolle fest, dass die Antragstellerin inzwischen sechs Hunde hielt, davon fünf in einem Gehege im Wohnzimmer. Die Hundeschule war nicht besucht worden. Daraufhin nahm der Landkreis der Frau auch diese Hunde weg und teilte ihr mit, dass das Haltungs- und Betreuungsverbot uneingeschränkt gelte.

Die Frau betonte vor Gericht, dass sie die Grundbedürfnisse ihrer Hunde nicht in grober Weise vernachlässigt habe, so dass das Haltungsverbot unberechtigt sei.

Die Amtstierärztin des Landkreises betonte hingegen, dass der gezwungene dauerhafte Aufenthalt der Hunde in ihren eigenen Fäkalien und denen ihrer Artgenossen zu einem erheblichen und länger anhaltenden Leiden führe. Auch werde dem Bewegungs- und Erkundungsbedürfnis in keiner Weise entsprochen.

Das Verwaltungsgericht schloss sich dieser Einschätzung an. Das uneingeschränkte Haltungs- und Betreuungsverbot für Hunde gelte und die weggenommenen Hunde dürfen verkauft werden. Die Antragstellerin müsse sich an das Verbot halten.

Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Die Beteiligten können dagegen binnen zwei Wochen Beschwerde beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel einlegen.

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