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Über 200 Mal Wohnraum angeboten

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Kreis Gießen (red). Die Hilfsbereitschaft für geflüchtete Menschen aus der Ukraine ist enorm: Mehr als 200 Personen haben sich bis Mittwochvormittag in der Kreisverwaltung gemeldet, weil sie bei Bedarf hilfesuchende Menschen unterbringen möchten. Der Landkreis hatte am Montag einen Aufruf für eine Wohnungsbörse gestartet.

»Die Resonanz ist riesig«, freut sich Sozialdezernent Hans-Peter Stock (Freie Wähler) in einer Pressemitteilung. »Allen, die Unterstützung und Hilfe angeboten haben, gilt ein großes Dankeschön für ihre Solidarität. Wir werden nun zunächst alle Angebote sortieren und bewerten, damit wir bei Bedarf darauf zurückkommen oder an andere Anlaufstellen weitervermitteln können.« Bevor Adressen und Kontaktdaten von privaten Anbietern weitergegeben werden, bekommen diese nochmals eine Rückmeldung.

Die meisten Angebote betreffen Wohnraum: »Teilweise werden einzelne Zimmer auf Zeit angeboten, teilweise ganze Wohnungen oder sogar Plätze in einer WG«, berichtet Achim Szauter, Leiter des Fachdienstes Migration beim Landkreis Gießen. Angebote kommen aus allen Teilen der Bevölkerung und allen Altersgruppen - von über 80-Jährigen bis zu Studenten. Auch Kommunen bieten Plätze an - etwa in derzeit nicht genutzten Freizeiteinrichtungen. Elf Angebote für neue Gemeinschaftsunterkünfte liegen vor, die der Landkreis möglicherweise auch für andere Gruppen geflüchteter Menschen nutzen könnte. »Hier muss allerdings noch das jeweilige Angebot im Einzelfall näher geprüft werden«, erklärt Szauter. Weitere Rückmeldungen kommen von Personen, die dolmetschen können oder Unterstützung im Alltag geben möchten.

Ob und in welchem Umfang alle Angebote genutzt werden, ist noch unklar. Bislang musste der Landkreis noch in keinem einzigen Fall Menschen aus der Ukraine unterbringen. Lediglich einzelne ukrainische Staatsangehörige, die durch eine Privatperson betreut wurden, meldeten sich in der Kreisverwaltung, um Leistungen zum Lebensunterhalt und die Sicherstellung des Krankenschutzes zu beantragen. Es gelte nun, die Situation zu verfolgen und vorbereitet zu sein, wenn eine große Zahl von Menschen ankommen sollte, bilanziert Stock.

Wer Wohnraum anbieten will, kann weiterhin eine E-Mail an Gemeinschaftsunterkuenfte @lkgi.de schicken. Das Land stellt zudem Informationen für Hilfs- und Spendenwillige sowie für Menschen bereit, die direkt vom Krieg in der Ukraine betroffen sind: https://innen.hessen.de/hessen-hilft-ukraine

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