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Überlebenswichtig und einfacher, als man denkt

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Samstag ist der Tag der Ersten Hilfe. Eine Notärztin der Asklepios-Klinik in Lich erläutert, worauf es im Ernstfall ankommt.

Kreis Gießen (red). Der Tag der Ersten Hilfe wurde 2000 von der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Halbmondgesellschaften initiiert. Seitdem wird er in über 150 Ländern von Rot-Kreuz-Organisationen und Assoziierten jeweils am zweiten Samstag im September begangen.

Aus diesem Anlass erläutert die ärztliche Leiterin der Zentralen Notaufnahme der Licher Asklepios Klinik, Dr. med. Daniela Heß, in einer Pressemitteilung das richtige Verhalten im Notfall.

»Das Hessische Rettungsdienstgesetz legt fest, dass jeder Verletzte oder schwer Erkrankte innerhalb eines zeitlich eng gesteckten Rahmens medizinische Hilfe durch geschultes Rettungsdienstpersonal oder einen Notarzt erhalten muss«, erläutert Heß die Grundlagen im Rettungsdienst.

Rettungsdienst und Notarztwesen sind so gut organisiert, dass diese gesetzlichen Ansprüche zu einem hohen Prozentsatz erfüllt werden können. Bis zum Eintreffen der Rettungsdienste ist der Verletzte oder Erkrankte aber unter Umständen auf die Hilfe von Laien angewiesen.

Doch wie kann der Laie im Notfall Hilfe leisten? Zunächst einmal sollte man Ruhe bewahren und sich einen Überblick verschaffen. In diesem Zusammenhang muss man unbedingt auf die eigene Sicherheit achten, zum Beispiel bei Verkehrsunfällen. Im optimalen Falle bezieht man weitere anwesende Personen in die Erste Hilfe-Maßnahmen mit ein. Eine Person sollte den Notruf unter 112 kontaktieren und alle relevanten Informationen übermitteln.

Weiteres Vorgehen

Die geschulten Mitarbeiter in der Leitstelle können dem Laien Anweisungen zum weiteren Vorgehen geben, sodass die nächsten Schritte koordiniert verlaufen. Währenddessen sollte eine weitere Person bereits mit Erste-Hilfe-Maßnahmen wie der stabilen Seitenlage beginnen. Ist man bei einem Notfall allein, wird zuerst der Notruf gewählt und dann mit Erster Hilfe begonnen. Je nach Zustand des Verletzten können eventuell Wiederbelebungsmaßnahmen erforderlich sein.

»Im Notfall ist Erste Hilfe oft überlebenswichtig. Sie zu leisten, ist meist einfacher, als man denkt. Die Mitarbeiter der Notrufzentrale stehen in solchen Fällen dem Laien mit Instruktionen zur Seite«, betont Expertin Heß, die selbst als Notärztin im Landkreis unterwegs ist.

Viele Menschen schrecken davor zurück, weil sie Sorge haben, etwas falsch zu machen. Dazu gibt es laut Dr. Heß keinen Anlass. »In den meisten Fällen kann man als Laie sehr gut erkennen, welche Hilfe notwendig ist. Eine verletzte oder offensichtlich schwer erkrankte Person im wahrsten Sinne des Wortes links liegen zu lassen, entspricht nicht den zwischenmenschlichen Ansprüchen unserer Gesellschaft. Sicherlich erfordert es manchmal Mut, selbst Hand anzulegen und die wenigen Minuten bis zum Eintreffen von Fachkräften zu überbrücken. Jeder muss sich im Klaren darüber sein, dass er selbst schnell einmal in die Rolle des Hilfsbedürftigen kommen kann«, berichtet die erfahrene Notfallmedizinerin und empfiehlt Erste-Hilfe-Kurse, die von den Rettungsdiensten angeboten werden, um sein Wissen aufzufrischen und in Notsituationen reagieren zu können.

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