Große Sorge

Unmut über Verschiebung

Birklarer und Muschenheimer Ortsbeiräte senden eine klare Botschaft an die Kommunalpolitik. Das Regenrückhaltebecken soll sofort gebaut werden, nicht erst nach 2023.

Lich (red). Mit großer Sorge haben die Ortsbeiräte von Birklar und Muschenheim die Entscheidung von CDU, BfL, Grünen und FDP zur Kenntnis genommen, dass die Planungen für den Bau der Außengebietsentwässerung inklusive des Baus eines Regenrückhaltebeckens in das Jahr nach 2023 zu verschieben, erklären die zwei Gremien in einem offenen Brief.

»Bereits seit über fünf Jahren ist die Erneuerung der Außengebietsentwässerung und der Bau eines Regenrückhaltebeckens in Birklar ein Thema«, betont Sebastian Schäfer, Birklars Ortsvorsteher. Auch für Muschenheims Ortsvorsteher Josef Benner ist der Antrag nicht nachvollziehbar. »Außer bei der BfL sind in den anderen Fraktionen viele Stadtverordnete dabei, die sich bereits in der Vergangenheit mit der Außengebietsentwässerung beschäftigt haben und um die Notwendigkeit sowie Dringlichkeit dieser Schutzmaßnahme wissen.« Laut Schäfer gehe es um 50 Hektar im Außengebiet von Birklar, die vom Kanalnetz im Ort entkoppelt werden müssen, damit bei Starkregenereignissen der Siedlungsraum geschützt ist. »Einen Zusammenhang zum geplanten Baugebiet herzustellen, ist somit willkürlich und vor allem fachlich nicht korrekt.«

Auch für Muschenheim ist die Außengebietsentwässerung von Birklar von großer Bedeutung. »Sollten die Birklarer Wassermengen bei einem Starkregenereignis nicht über ein Regenrückhaltebecken gedämpft werden, ist die Gefahr sehr groß, dass diese auf ihrem Weg zur Wetter mit großer Wucht im Bereich des Kirchbodens ins Dorf strömen. Wir alle haben noch die schrecklichen Bilder der Überschwemmungen infolge der Wetterkapriolen im Kopf. Daher muss der Bau des Regenrückhaltebeckens unverzüglich angegangen werden«, fordert Ortsvorsteher Benner.

»Nach jetzigem Stand ist die Realisierung des Baugebietes in Birklar in weite Ferne gerückt, dennoch muss die Erneuerung der Außengebietsentwässerung zügig angegangen werden. Wir Ortsbeiräte möchte nicht, dass die Bevölkerung in Birklar und Muschenheim Angst vor vollgelaufenen Kellern, Schäden an Gebäuden und schlimmstenfalls vor Personenschäden haben muss«, hebt Ortsvorsteher Schäfer hervor.

In Muschenheim habe sich der Ortsbeirat bereits 2019, mit der Ausweisung des Neubaugebietes Kirchboden II. intensiv mit dem Problem der Außengebietsentwässerung beschäftigt. Dem Investor sei auferlegt worden, einen Bauplatz für die Errichtung einer eigenen Regenrückhaltung zu opfern. Auch müssten die Bauherren auf ihren Grundstücken mit Retentionszisternen einen wichtigen zusätzlichen Beitrag zum Hochwasserschutz leisten. Auch sei die Oberflächenentwässerung vom Schmutzwasserkanal getrennt worden, um das bestehende innerörtliche Kanalnetz zusätzlich zu entlasten. »Hierzu wurden im Vorfeld auch auf Drängen des Muschenheimer Ortsbeirates entsprechende Gutachten eingeholt. Diese belegen, dass wir in Birklar dringend handeln müssen. Es gab viele Anwohner im Bereich des Klosterwegs und der Schulstraße, die bereits in der Vergangenheit Opfer von Starkregenereignissen waren, die im Rahmen der Beratungen ihre Bedenken vorgetragen hatten. Diese Sorgen nehmen wir ernst und fordern den zügigen Bau noch 2022«, so Benner.

Das könnte Sie auch interessieren