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Verhütung soll nicht an Kosten scheitern

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Kreis Gießen (red). Auch dieses Jahr unterstützt der Landkreis Gießen finanzschwache Personen aus dem Kreisgebiet, die Hilfe rund um die Themen Verhütung und sexuelle Selbstbestimmung benötigen. 25 000 Euro umfasst der Empfängnisverhütungsmittelfonds, den Pro Familia zu diesem Zweck nutzen kann. Die Aufstockung um weitere 2500 Euro soll nach der Genehmigung des Haushalts einem erweiterten Personenkreis zufließen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Seit 2009 gibt es den Verhütungsmittelfonds. Personen, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz oder Arbeitslosengeld II beziehen, Sozialhilfeempfänger sowie Menschen, die Grundsicherung erhalten, können Unterstützung beantragen. Künftig sollen auch all diejenigen davon profitieren, die Bundesausbildungsbeihilfe (BAB) oder Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) beziehen.

»Über die Vergabe der Fördermittel stehen wir in engem Austausch mit Pro Familia. Dabei wurde in den vergangenen Jahren deutlich, dass es auch bei Auszubildenden, Schülern und Studierenden einen Bedarf gibt. Darauf wollen wir mit der Erhöhung des Fonds reagieren«, erklärt Landrätin Anita Schneider (SPD).

Der Fonds ist vor allem vor dem Hintergrund der fehlenden Finanzierung durch die Krankenkassen wichtig, wie Angelika Kämmler, Frauenbeauftragte im Landkreis Gießen, erläutert: »Nach dem 22. Lebensjahr müssen junge Menschen selbst für verschreibungspflichtige Verhütungsmittel aufkommen. Diejenigen, denen dazu das Geld fehlt, werden durch den Fonds aufgefangen. So wird Menschen trotz finanzieller Notlage eine selbstbestimmte Sexualität ermöglicht. Pro Familia steht uns von Beginn an als verlässlicher und vertrauenswürdiger Partner zur Seite.«

Der Fonds stellt die Übernahme der Kosten für ärztlich verordnete Verhütungsmittel sicher, darüber hinaus ist eine umfassende Beratung durch Pro Familia Bestandteil des Unterstützungsangebotes. Fragen nach geeigneten Verhütungsmethoden oder die Verhinderung ungewollter Schwangerschaften betreffen beide Geschlechter gleichermaßen.

Personen, die zu dem genannten Begünstigtenkreis zählen, müssen die Kostenübernahme vorab bei der Pro Familia-Beratungsstelle in Gießen vereinbaren. Dazu ist ein aktueller Bescheid über den Leistungsbezug, eine Kopie des Ausweises und ein von der jeweiligen Arztpraxis ausgestellter Kostenvoranschlag oder eine Kopie des Rezeptes nötig. Termine können unter 0641/77 122 vereinbart werden.

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