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Vom Dirndl zum Brautkleid

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Am 21. April 2013 wurde Kim-Eileen Hartel aus Linden zur Dirndlkönigin gewählt. © Thomas Wißner

Was machen die Dirndlköniginnen Kim-Eileen und Monja heute?

Kreis Gießen . (twi). Wie das Leben so spielt, die eine hat geheiratet und die andere verkauft Brautmoden. Dirndlkönigin waren beide. Als das Licher Wiesnfest auf der Mockswiese in Watzenborn-Steinberg in seinen Anfangsjahren so recht Fahrt aufnahm, gehörte auch die Wahl einer Dirndlkönigin zum Programm, um damit auch jenem für Mittelhessen ungewöhnlichen Boom in Sachen Dirndl und Lederhose Rechnung zu tragen. Die Licher Brauerei war es, die bei der Wahl Pate stand und damit auch den Weg für unterschiedliche Karrieren ebnete. 2013 wurde Kim-Eileen Hartel aus Großen-Linden zur Dirndlkönigin gewählt. Sie fand sich kurz darauf mit ihrem Konterfei auf der Sommeredition von Gläsern der Licher Brauerei wieder und machte nach dem Abitur eine Ausbildung als Medienkauffrau beim Gießener Anzeiger.

Mittlerweile arbeitet sie hauptberuflich im Marketing bei einem Sportgerätehersteller und hat mitten in der Corona-Pandemie vor eineinhalb Jahren ein Brautmoden-Secondhandgeschäft auf die Beine gestellt. Den Anstoß dazu gaben Hochzeiten von Freundinnen, die sich schwer taten, das geeignete Kleid und Accessoires für »den schönsten Tag im Leben einer Braut« zu finden. »Dabei habe ich gemerkt, was es für einen Spaß macht, eine Braut auf ihrem Weg bis zur Trauung zu begleiten«, verrät Hartel, die - nach anfänglichem Onlinehandel - seit Mai mit einem Ladengeschäft namens »Love Again« in der Kirchstraße in Leihgestern vertreten ist.

Ihre Kundinnen können so Secondhand-Brautmode und Abendkleider im Ladengeschäft in Augenschein nehmen. Aber auch Brautkleider auf Kommissionsbasis nimmt Hartel hier an und bietet neben Braut- und Abendkleidern außerdem neue Accessoires im Bereich Schmuck, Taschen, Schleier und Headpieces.

Ausbildung und Beruf waren der Großen-Lindenerin von Anfang an wichtig, da blieb keine Zeit für weitere Auftritte bei Miss-Wahlen. Unter der »Haube«, wie es so schön heißt, ist sie noch nicht, aber »glücklich vergeben«.

Als Kim-Eileen Hartel 2014 den Schleier und das große Bierglas an ihre Nachfolgerin Monja Möser aus Ruppertenrod weiterreichte, war nicht abzusehen, welch erfolgreichen Weg die Schülerin einschlagen würde.

Bei der Wahl zur Dirndlkönigin 2014 sollte es nicht bleiben. Monja Möser hatte Freude daran und trat 2016 bei der Wahl zur Miss Gießen an, wo sie den dritten Platz belegte. Im Oktober des gleichen Jahres wurde sie zur Miss Marburg und einen Monat später in Gera gar zur Miss Mitteldeutschland gewählt. Damit verbunden war auch die Teilnahme an der Wahl zur Miss Germany 2017 im Europapark in Rust. Hier verpasste Möser jedoch dann knapp den Einzug ins Finale der acht schönsten Frauen des Landes.

Den Sprung ins Finale schaffte sie jedoch 2019 in München bei der Internationalen Wahl der Miss Universe Germany mit neun weiteren Bewerberinnen - und verpasste den Titel knapp.

Neben ihrem Modeljob absolvierte Monja Möser ein duales Studium der Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt auf Mittelstandsmanagement und schloss dieses mit »sehr gut« ab. Als Key Account Managerin geht sie bei einem Reiskirchener Großunternehmen ihrem Job nach. Inliner und Tandem, aber auch Singen und Backen zählen zu ihren Hobbys. Dass sie auch mit dem runden Leder bestens vertraut ist, stellte sie nach ihrer Trauung in der Fachwerkkirche ihres Heimatortes unter Beweis, als die Fußballer der Spielgemeinschaft Appenrod/Maulbach das Brautpaar Monja und Marcel empfingen und zur ersten Eheprüfung mit Schuss auf ein Minitor baten.

Ehemann Marcel ist nicht nur als Fußballer, sondern auch als Trainer aktiv und Firmeninhaber von Justus Engineering in Appenrod, wo die Eheleute auch wohnen. Musikalisch hatten die »Soulrockers« aus Gießen die Trauung umrahmt.

Etwas über eine Stunde harrte Schornsteinfegermeisterin Manuela Rühl geduldig mit zahlreichen Schaulustigen vor der Kirche aus, um als »Glücksbotin« dem Brautpaar für seinen gemeinsamen Lebensweg alles Gute zu wünschen.

Ein mittlerweile 55 Jahre alter VW-Käfer gehört ebenso zur großen Leidenschaft der Braut. Besagtes Auto zierte als Fotohintergrund mit dem Brautpaar auch die Trauhefte, stand doch die Hochzeit unter dem Motto eines Zitats des Schriftstellers Georg Bydlinski: »Einzeln sind wir Worte, zusammen ein Gedicht«.

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Monja Möser übernahm 2014 Scherpe und Bierglas von Kim-Eileen. Archivfotos: Wißner © Thomas Wißner
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In Leihgestern führt Kim-Eileen Hartel seit Kurzem ein Brautmodengeschäft. Foto: Wißner © Wißner
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Unter der Haube: Ex-Miss Mitteldeutschland Monja Möser mit Marcel Justus vor der Kirche von Ruppertenrod, wo sich die beiden das Jawort gaben. Auch die Karriere der jungen Frau aus Mücke begann als Dirndlkönigin in Pohlheim. Foto: Wißner © Wißner

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