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Vor Geisterfahrern schützen

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Bei diesem schweren Unfall auf der A 5 bei Frankfurt starben am 19. September 2021 unter anderem zwei junge Menschen aus dem Landkreis Gießen. Ihr Tod war Anlass für eine Resolution, die im Kreistag behandelt wird. Archivfoto: dpa © DPA Deutsche Presseagentur

Kreis Gießen (vb). Es war einer der schlimmsten Verkehrsunfälle in Hessen in den vergangenen Jahren: Am frühen Morgen des 19. Septembers 2021 kollidierte ein Geisterfahrer auf der Autobahn 5 bei Friedberg mit einem Renault. Darin saßen vier junge Menschen aus dem Landkreis Gießen, zwei von ihnen starben. Diese Tragödie war Anlass für eine Resolution an die Autobahn GmbH, die der Kreistagsausschuss für Wirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz, Digitalisierung und Mobilität einstimmig verabschiedete.

CDU, Grüne und Freie Wähler hatten den Antrag eingebracht.

Neongelbe große Schilder

Die Autobahn GmbH wird gebeten, regelmäßig die Autobahnen in Bezug auf besondere Gefahrenstellen für Geisterfahrer zu überprüfen und verstärkt Maßnahmen anzugehen, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Denkbar wären neongelbe große Schilder, die die falsche Richtung aufzeigen und auch bei schlechtem Wetter zu erkennen sind. Sie sollten an Ein- und Ausfahrten sowie auf der Strecke in umgekehrter Fahrtrichtung aufgestellt werden. Auch geeignete Markierungen im Bereich der Auf- und Abfahrten werden vorgeschlagen.

Dass Stergios Svolos (Grüne) den Antrag begründete, hat einen persönlichen Grund. Eines der Todesopfer gehörte zu seinem Schuljahrgang, der in diesem Jahr Abitur macht. Er sprach von dem »Schmerz,. den man fühlt, wenn eine nahe stehende Personen aus dem Leben gerissen wird«. Er habe sich angesichts der Trauer seiner Mitschüler verantwortlich gefühlt und habe sich mit der Frage konfrontiert gesehen, warum die Polizei nichts tue gegen Geisterfahrer.

»Es ist kein Unfall gewesen, der sie durch Selbstverschulden das Leben gekostet hat. Es ist ein Unfall gewesen, den man durch erhöhte Sicherheitsmaßnahmen womöglich hätte verhindern können«, betonte der junge Kreistagsabgeordnete.

Immer wieder führen Autofahrer unbeabsichtigt falsch auf Autobahnen auf. Es könne jeden treffen, jeder könne zum Falschfahrer werden, zum Beispiel, wenn man durch äußere Einflüsse abgelenkt ist. Doch bis heute gebe es keine auffälligen Sicherheitsmaßnahmen auf den deutschen Autobahnen.

»Dem Thema muss mehr Bedeutung gegeben werden«

Svolos bat seine Kreistagskollegen um Unterstützung. »Dem Thema muss mehr Bedeutung gegeben werden. Jedes Menschenleben zählt.« Die gedrückte Stimmung im Raum war spürbar. Ohne Diskussion wurde der Antrag einstimmig gebilligt. Wenn der Kreistag sich erwartungsgemäß anschließend, soll der Kreisausschuss den Wunsch an den Autobahn GmbH übermitteln.

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