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Vorfahrt für Zweiräder auf der K 29

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Zahlreiche Bürger ließen es sich nicht nehmen, bei der Eröffnung von Hessens erster Fahrradstraße auf der K 29 dabei zu sein. © Scherer

Der sechmonatige Verkehrsversuch auf der K 29, die Verbindungsstraße zwischen Lollar und Daubringen, läuft. Hier haben ab sofort Fahrräder offiziell Vorfahrt vor dem motorisierten Verkehr.

Lollar (sle). Es war ein großes Aufgebot an Bürgern, die mit ihren Rädern gekommen waren, um dabei zu sein, als am Samstagvormittag ein sechsmonatiger Verkehrsversuch begann, bei dem die erste außerörtliche Fahrradstraße im Landkreis Gießen frei gegeben wurde.

Es ist dies die K 29, die Verbindungsstraße zwischen Lollar und Daubringen, bei der nun im kommenden halben Jahr Radfahrer offiziell Vorrang vor dem motorisierten Verkehr haben. Das Radeln auf der Strecke zwischen der Großgasse und der Einmündung Ostendstraße in Lollar war bisher mit Gefahren verbunden, da es immer wieder zu bedrohlichem Begegnungsverkehr und riskanten Überholmanövern gekommen ist. Und das, obwohl die geringe Fahrbahnbreite Autos das Überholen von Zweirädern verbietet, da der notwendige Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden konnte. Ein Umstand, den aber einige Autofahrer überhaupt nicht störte. Außerdem wurde oft viel zu schnell gefahren, obwohl es unübersichtliche Kurven auf dieser Straße gibt, die das Überholen eigentlich verbieten.

Staufenbergs Bürgermeister Peter Gefeller betonte in seinem Grußwort, dass das Projekt nicht kritiklos gesehen werde. »Wir sollten aber weiter denken. Ja es ist eine gefahrenreiche Strecke mit Kurven, deshalb wird jeder gezwungen, vorsichtig zu fahren«, sagte er und auch, dass »wir das kontrollieren werden, denn es geht um Sicherheit«.

»Derzeit ist es nur ein Versuch, aber geben wir der Fahrradstraße eine Chance«, rief er auf. »Immer weiter so wie bisher ist keine Alternative, einer muss anfangen«, betonte er unter dem Beifall der zahlreichen Anwesenden, die fast alle mit Rädern gekommen waren.

Lollars Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek schloss sich den Worten seines Amtskollegen an. »Ich hoffe dass der Versuch gelingt, wir wollen den Radverkehr sicherer machen«, sagte er. Nochmals wies er darauf hin, dass auf der nun ersten außerordentlichen Fahrradstraße Räder die Vorfahrt haben, und ein Überholen der Räder durch Autos nicht erlaubt sei.

Anfang ist gemacht

Der Landkreis hat dazu eine Beschilderung angeordnet, die beteiligten Städte haben sie installiert. Die neuen Regeln sind verdeutlicht durch ein Schild, darauf ein weißes Fahrrad in einem blauen Kreis mit dem Schriftzug »Fahrradstraße« Ein Zusatzzeichen erlaubt in diesem konkreten Fall auch Kraftfahrzeugen die Benutzung der Fahrradstraße, allerdings nur unter größter Rücksichtnahme. Gekommen war auch Jens Deutschendorf, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen. »Ich freue mich heute dabei sein zu dürfen, wenn es gilt, die erste außerörtliche Fahrradstraße im Landkreis ihrer Bestimmung zu übergeben«, sagte er. Es sei nicht nur die erste Fahrradstraße im Kreis Gießen, sondern auch in Hessen, betonte er. Ein Fahrrad sei ein gutes Fortbewegungsmittel, dafür sollen die Menschen aber auch auf eine gute Infrastruktur treffen wo sie sich sicher fühlen.

»Wir setzen im Land darauf, dass die Kommunen mitziehen«, sagte er. Das Sicherheitsgefühl habe zwar zugenommen, aber im Mischverkehr mit Autos sei noch viel zu tun, stellte er fest. Mit der Fahrradstraße sei nun ein Anfang gemacht. Der Hauptamtliche Kreisbeigeordnete und Verkehrsdezernent des Landkreises Gießen Christian Zuckermann dankte Walter Lenz, dem Vorsitzenden des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), der sich sehr engagiert.

»Es hat 25 Jahre gedauert, dass das Thema Fahrrad fast auf Eis lag«, sagte Lenz. Es brauche mehr Verbindungen, um von A nach B zu kommen. »Ich hoffe, dass sich der jetzige Trend verstärkt, denn wir können nicht noch einmal 25 Jahre warten. Menschen die sich auf das Rad setzen, müssen problemlos die Straße benutzen können«, war seine Meinung, ehe sich der ganze Tross auf der neuen Fahrradstraße in Bewegung setzte.

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