Vorgezogenes Verkehrsgutachten gefordert

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LINDEN - (ww). Immer wieder wird das Thema Verkehr am Festplatz in Leihgestern diskutiert. Bald finden sich hier zwei Kindergärten. Das "Regenbogenland" und gleich nebenan eröffnet am 1. Oktober die Kita "Kinderträume" ihre Pforten. In der Flucht schließt sich die Wiesengrundschule an. Das führt natürlich dazu, dass auf dem Festplatz zu den Bring- und Abholzeiten eine Menge los ist.

Gefährliche Szenarien seien entstanden, sagen die Grünen. Die Stadt hat bereits Verbotsschilder aufstellen lassen. Die Grünen um Dr. Christof Schütz forderten in der Stadtverordnetenversammlung neben der Beauftragung eines Verkehrskonzeptes für ganz Linden ein vorgezogenes Verkehrsgutachten für den Bereich. Das Gesamtkonzept ist noch nicht beauftragt. Daher müsste vorab ein Verkehrsgutachten für den Festplatz erstellt werden, denkt Schütz. Thema ist aktuell auch die temporäre Sperrung der Hauptzufahrt zum Baugebiet "Nördlich Breiter Weg" wegen Fahrbahnarbeiten. Somit wird hier weiterer Verkehr über den Festplatz geleitet. Im "Breiten Weg" ist wegen der Baustelle ein Stichweg freigegeben, um den Verkehrsfluss zu gewährleisten. Ordnungsamtsleiter Tim Schneider versprach aktuell im Sozialausschuss auf Nachfrage des Grünen, schnell mögliche Alternativen zu prüfen.

Bürgermeister Jörg König (CDU) machte bereits vor Kurzem in der Stadtverordnetenversammlung deutlich, dass die Stadt auf Aussagen des Schulträgers warte, der vorhabe, die Wiesengrundschule noch einmal zu erweitern, sodass zusätzlicher Verkehr hinzukomme. "Wir warten auf den Schulträger, der dazwischengegrätscht ist."

Ausschreibung starten

Schütz schlug vor, jetzt einmal mit einer Ausschreibung für das Verkehrskonzept zu starten und in einem zweiten Schritt innerhalb des Verfahrens im Einzelfall nachzujustieren. "Wenn wir auf den Kreis warten müssen, dann sind noch einmal drei Jahre rum und es gibt immer noch Verkehr in beunruhigendem Umfang." Matthias Spangenberg von der SPD sah zwei Ebenen. Die Beauftragung des Gesamtverkehrskonzepts für Linden sei keine Frage. Zusätzlich müsste für die beiden Kitas und die Wiesengrundschule samt zusätzlicher Erweiterung eine Extralösung gefunden werden, und zwar schnell: "Wenn wir warten bis alle in die Pötte kommen, dann dauert das."

Der Bauausschussvorsitzende Burkhard Nöh (CDU) bescheinigte in der Stadtverordnetenversammlung ebenfalls, dass es sich um eine "dringliche" Angelegenheit handele. Axel Globuschütz (Grüne) betonte noch einmal, dass die Grünen ein Verkehrsgutachten für den Platz in Auftrag geben wollten. Wie es exakt weitergeht, wird im Bauausschuss diskutiert.

Linden bekommt einen Doppelhaushalt 2022/2023. Das entschieden die Stadtverordneten mit Mehrheit. Die Grünen waren dagegen, die Liberalen enthielten sich. Für die Verwaltung bedeutet dies Planungsersparnis, so König. Im zweiten Jahr könnten Rückstände bei den Vorjahresabschlüssen abgebaut werden. Schütz von den Grünen meinte, dass so Zeitdruck für die Fraktionen in diesem Jahr aufgebaut werde, die Anträge zum Haushalt stellen wollen und das "ad hoc für die nächsten zwei Jahre".

Aktuell wurde im Sozialausschuss einstimmig empfohlen, dass die Stadt Linden Klima-Kommune wird. Dazu muss die Charta "Hessen aktiv: Die Klima-Kommunen" unterzeichnet werden. Langgöns gehört bereits dazu. Letztlich geht es um Landesfördermittel für Klimaprojekte, aber auch eine Selbstverpflichtung der Kommune, bis 2050 klimaneutral zu werden. In diesem Zusammenhang erklärte König, dass ein E-Lastenrad für Linden bereits bestellt sei.

Im Spamfilter gelandet

"Ich finde die Aktion gut und hätte sie gerne umgesetzt", aber die Nachricht dazu war bei Bürgermeister Jörg König nicht angekommen: "Ich schaue mal, ob sie in meinem Spamfilter gelandet ist." Die Aktion "Jugend in die Wahllokale", an der sich mehrere Kommunen im Kreis beteiligen, konnte in Linden nicht durchgeführt werden. Das verärgerte Dirk Schimmel von der SPD. Die Info sei schon am 17. Juni per E-Mail mit hoher Priorität versendet worden, und Gudrun Lang (SPD) fügte hinzu, dass man das ja auch der Presse habe entnehmen können.

Ein Lärmschutzgutachten für den Abschnitt Linden der Main-Weser-Bahn ist erst 2024 zu erwarten, erklärte König auf Nachfrage von Gudrun Lang (SPD). Auf die weitere Anfrage, inwieweit dabei berücksichtigt werde, dass die Strecke als Güterzug-Entlastungsmagistrale zum Mittelrheintal vorgesehen sei, habe die Bahn noch nicht beantwortet.

Es wurde auch darüber diskutiert, warum durch die Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung und der Ausschüsse zwei Tage die Stadthalle blockiert werden. Hier könnten in diesem Zeitraum weder Vereins- noch Schulsport stattfinden. Kurzfristig wurde bereits auf die Kritik aus den Reihen der Betroffenen reagiert und die Ausschüsse in die Volkshalle nach Leihgestern verlegt. "Wir wollen nicht, dass den Kindern der Sport genommen wird", betonte König. "Es wäre ideal, wenn wieder der Sitzungssaal in den ,Ratsstuben' genutzt werden könnte." Es würden noch zwei Alternativen geprüft. Stadtverordnetenvorsteher Fabian Wedemann (CDU) erklärte, dass man darüber im Ältestenrat spreche. Eine Ad-hoc-Lösung wäre eventuell Schulsport auf dem Trimm-dich-Pfad.

Thomas Altenheimer (CDU) erklärte: "Das ist alles richtig. Die Mädels vom Handball sind genauso betroffen wie Lothar Weigels Handballjungs. Da wir alle geimpft sind, sollte man daran denken, die Ausschüsse wieder dahin zu bringen, wo sie hingehören - in die ,Ratsstuben'."

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