1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Kreis Gießen

Weidezäune können Todesfallen sein

Erstellt:

Kreis Gießen (red). Die Weidesaison für landwirtschaftliche Nutztiere und Pferde ist längst vorüber. Weideflächen, die jetzt noch genutzt werden, sind im Winter verwaist. Die meisten Weidezäune sind abgebaut. Einige Überreste der sommerlichen Nutzung gefährden jedoch die heimischen Wildtiere. Darauf weist das Regierungspräsidium Mittelhessen hin. Überreste von Stacheldraht seien genauso gefährlich wie gerade erst genutzte Weidezäune.

Durch Wind und Wetter flatterten diese umher, verfingen sich im Gebüsch und würden vom Wild nicht mehr wahrgenommen.

»Es liegen uns Fälle vor, in denen sich Tiere in solchen Zaunresten verfangen haben«, berichtet Dr. Mona Schütz, stellvertretende Leiterin des Dezernats für Veterinärwesen und Verbraucherschutz im Regierungspräsidium (RP) Gießen. Das könne zu einem qualvollen Tod führen.

Deswegen bittet das RP Gießen die Weidetierhalter, an den Abbau der mobilen Zäune, aber auch aller alten, nicht mehr genutzten Zaunreste zu denken. »Schwere Verletzungen oder dauerhaftes Festhängen der Litzenstücke im Geweih oder am Körper können zu erheblichen Schmerzen und Leiden führen«, unterstreicht Schütz. Oftmals verendeten die Tiere qualvoll. »Die Weidezäune mit ihren Netzen, Bändern und Plastikstäben oder Holzpfosten sind wahre Stolperfallen«, ergänzt die RP-Mitarbeiterin.

»Die Tiere geraten in Panik, verheddern sich und können sich ohne fremde Hilfe nicht befreien. Die Leiden, die ein verfangenes Tier zu ertragen hat, bevor es qualvoll verendet, sind unvorstellbar.«

Wer in Feld und Flur unterwegs ist und ein solches Tier findet, solle allerdings vorsichtig sein. »Es ist gefährlich, selbst zu versuchen, sie zu befreien«, betont die Tierärztin, »da die Tiere in Todesangst mit dem Kopf schlagen und um sich treten.« Ihr Rat lautet daher: Über das Handy den nächsten Jagdpächter informieren. Sollte dieser nicht bekannt oder erreichbar sein, dann kann die Polizei helfen.

Auch interessant