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Wenn der Vater mit dem Sohne

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Inhaberwechsel: Jörg und Elke Schepp übergeben ihre Heizungsbaufirma an ihren Sohn Marcel Schepp (l.). © Wagner

Buseck (sil). Nicht immer fällt eine Betriebsübergabe so leicht, nicht immer geht sie so unkompliziert vonstatten wie im Fall der in Großen-Buseck seit über 30 Jahren ansässigen Heizungsbaufirma von Jörg Schepp. Der Junior wird ab dem 1. Januar 2022 Chef, Senior bleibt.

Nachdem Marcel Schepp 2014 als Installateur- und Heizungsbaumeister in den väterlichen Betrieb einstieg, war für Jörg Schepp schnell klar, dass er sich um eine Nachfolgeregelung keine Gedanken mehr machen braucht. Auch den Übergabetermin legte er schon vor Jahren fest.

Rollen getauscht

Das heißt jedoch nicht, dass der jetzt 60-Jährige fortan die Hände in den Schoss legen will. Er wird weiterhin im Betrieb arbeiten - nur tauschen Vater und Sohn eben die Rollen.

Der berufliche Werdegang von Jörg Schepp begann 1976 mit einer Ausbildung zum Zentralheizungs- und Lüftungsbauer bei der Firma Eidmann in Gießen. 1990 schloss er die Meisterschule erfolgreich ab, zum 1. Mai 1991 gründete Schepp seinen eigenen Handwerksbetrieb. Als ersten Mitarbeiter stellte er drei Monate später seinen Bruder Andreas ein, der nach wie vor im Unternehmen tätig ist.

Mit ihrer Ausbildung zur Großhandelskauffrau brachte Ehefrau Elke Schepp die optimalen Voraussetzungen für die Übernahme der kaufmännischen Arbeiten mit. Von Anfang an ist dies ihr Verantwortungsbereich. »Wenn es mal hektisch wird, bleibt sie stets ruhig«, wissen Ehemann und Sohn sie zu schätzen.

Aufgrund der steigenden Auftragslage wurde es in der Siedlung 7 zu eng, deshalb stand 1999 eine Verlegung der Werkstatt und des Lagers in die Bismarckstraße 34 an. 2019 zog auch das Büro, das sich bis dahin noch im Wohnhaus in der Siedlung befand, in einen Neubau über dem Lagergebäude um. Von den insgesamt neun Auszubildenden aus der Zeit von 1991 bis 2021 sind einige bis heute im Betrieb tätig. »Sie bilden die tragenden Stützen des Betriebs«, sagt Jörg Schepp. Auch wenn schon der Opa und der Vater Heizungsbauer waren, so wurde Marcel Schepp dennoch nicht dazu gedrängt, in deren Fußstapfen zu treten. Sein Interesse am Gewerk entwickelte der jetzt 32-Jährige schon als Schüler. Mit Ferienjobs beim eigenen Vater hat er sich seinerzeit das Geld für den Mopedführerschein zusammengespart. Durch die gesammelten Erfahrungen wuchs schließlich die Idee, in die väterlichen Fußstapfen zu treten und diesen Beruf ebenfalls zu erlernen. In den vergangenen drei Jahrzehnten hat sich das Gewerk von klassischen Öl- und Gasheizungen zu regenerativen Energieträgern gewandelt. Auch eine Verknüpfung von mehreren Wärmeerzeugern, sogenannte Hybridanlagen, liegen stark im Trend.

Zukunftsfähig

Durch den technischen Fortschritt und der voranschreitenden Digitalisierung kommt die Übergabe genau zum richtigen Zeitpunkt, um den Betrieb auch in den nächsten Jahrzehnten zukunftsfähig weiterzuführen.

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